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Definitionen und Erläuterungen

Gliederung nach Sachgebieten

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Dieser Katalog mit Erläuterungen von Begriffen, die in der amtlichen Statistik verwendet werden, wird ständig weiter vervollständigt und verbessert.
Einzelne Begriffe können je nach Sachgebiet inhaltlich unterschiedliche Bedeutungen annehmen.

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BegriffSachgebietErläuterung
ArbeitnehmerVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Als Arbeitnehmer zählt, wer als Arbeiter, Angestellter, Beamter, Richter, Berufssoldat, Soldat auf Zeit, Wehr- oder Zivildienstleistender, Auszubildender, Praktikant oder Volontär in einem Arbeits- oder Dienstverhältnis steht und hauptsächlich diese Tätigkeit ausübt. Eingeschlossen sind auch Heimarbeiter. Für die Zuordnung als Arbeitnehmer ist es unerheblich, ob aus dieser Tätigkeit der überwiegende Lebensunterhalt bestritten wird oder nicht. Im Fall mehrerer (gleichzeitiger) Tätigkeiten wird der Arbeitnehmer nur einmal gezählt, für die Zuordnung auf die Wirtschaftsbereiche wird die zeitlich überwiegende Tätigkeit zugrunde gelegt.
Die Darstellung der Arbeitnehmer erfolgt als jahresdurchschnittliche Größe nach dem Inlandskonzept (Arbeitsortkonzept).
Arbeitnehmerentgelt (geleistetes, empfangenes)Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Das Arbeitnehmerentgelt umfasst sämtliche Geld- und Sachleistungen, die von einem Arbeitgeber an einen Arbeitnehmer erbracht werden, und zwar als Entgelt für die von diesem im Darstellungszeitraum geleistete Arbeit.
Das Arbeitnehmerentgelt untergliedert sich in Bruttolöhne und -gehälter in Form von Geld- und Sachleistungen sowie in Sozialbeiträge der Arbeitgeber. Das Arbeitnehmerentgelt wird sowohl entstehungsseitig als Bestandteil der Nettowertschöpfung als auch verteilungsseitig als Bestandteil der Primäreinkommen (der privaten Haushalte) ermittelt. In ersterem Fall handelt es sich um das in einer bestimmten Region seitens der Arbeitgeber geleistete Einkommen (Inlandskonzept), im letzteren um das von den privaten Haushalten mit Wohnsitz in einer bestimmten Region empfangene Einkommen (Inländerkonzept).
Das geleistete Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer wird auch als Lohnkosten bezeichnet
BerechnungsstandVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Das statistische Ausgangsmaterial für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen fällt nicht gleichzeitig und jeweils in der erforderlichen Tiefengliederung an. Um die Aktualität zu sichern, müssen zunächst vorläufige Ergebnisse errechnet werden. Diese werden dann mehrfach anhand des inzwischen angefallenen statistischen Materials überarbeitet. Da diese Berechnungen stets in der Reihenfolge Deutschland, Bundesländer, Kreise erfolgen, entsprechen die Ergebnisse der verschiedenen Regionalebenen nicht zu jedem Zeitpunkt einem einheitlichen Rechenstand. Der Benutzer sollte sich bei Auswertungen stets des Berechnungsstandes vergewissern.
Betriebsüberschuss / SelbständigeneinkommenVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Die Größe „Betriebsüberschuss und Selbständigeneinkommen“ resultiert entstehungsseitig als Differenz zwischen Nettowertschöpfung und Arbeitnehmerentgelt. In ihr ist das Entgelt für die unternehmerische Leistung, den kalkulatorischen Unternehmerlohn und das Entgelt für das eingesetzte eigene und fremde Sachkapital einbezogen. Im Rahmen der Einkommensverteilung fließt der Betriebsüberschuss als Entgelt für die Nutzung finanzieller Vermögensteile (Vermögenseinkommen, wie z.B. Zinsen, Dividenden, Gewinnausschüttungen) an deren Eigentümer, zum Großteil an die privaten Haushalte.
Bei Selbständigen und Einzelunternehmen schließt der Betriebsüberschuss auch eine Vergütung für die mithelfenden Familienangehörigen mit ein und ist daher von den aus unternehmerischer Tätigkeit erzielten Gewinnen nicht zu trennen. Mit einbezogen ist bei den privaten Haushalten hier auch der (fiktiv erzielte) Betriebsüberschuss aus der Eigennutzung von Wohneigentum, ebenso wie der (realisierte) Betriebsüberschuss aus der Vermietung und Verpachtung.
Bevölkerung, Bevölkerungsstand, BevölkerungszahlVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Als Bevölkerung (Einwohner) wird die Anzahl der Personen bezeichnet, die an einem bestimmten Ort bzw. in einer bestimmten territorialen Einheit (Bundesland, Kreis) ihren ständigen Wohnsitz (Hauptwohnsitz) hat. Zur Bevölkerung zählen auch die in einem Bundesland bzw. in einem bestimmten Territorium für längere Zeit als wohnhaft gemeldeten Ausländer.
BruttoanlageinvestitionenVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Die Anlageinvestitionen umfassen den Wert der Anlagen, die von inländischen Wirtschaftseinheiten erworben werden, um sie im Produktionsprozess dauerhaft einzusetzen. Dazu rechnen die Käufe von neuen Anlagen (einschließlich aller eingeführten und selbsterstellten Anlagen) sowie der Saldo der Käufe und Verkäufe von gebrauchten Anlagen und von Grund und Boden. Dargestellt werden hier nur die Käufe neuer Anlagen. Als Anlagen werden alle dauerhaften, reproduzierbaren Produktionsmittel angesehen, mit Ausnahme dauerhafter Güter, die für ausschließlich militärische Zwecke bestimmt sind oder die in den Privaten Verbrauch eingehen. Als dauerhaft gelten in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen diejenigen Produktionsmittel, deren Nutzungsdauer mehr als ein Jahr beträgt und die normalerweise aktiviert, d.h. in die Bilanz aufgenommen werden.
Die Anlageinvestitionen sind in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen in Ausrüstungen und sonstige Anlagen und Bauten unterteilt. Die Ausrüstungen umfassen bewegliche Investitionsgüter, wie Maschinen, maschinelle Anlagen, Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattungen sowie ähnliche nicht fest mit Bauten verbundene Anlagegüter. Die Bauten umfassen Bauleistungen an Gebäuden und sonstigen Bauten, wie Straßen, Brücken, Tunnel, Flugplätze u. ä. Einbezogen sind mit Bauten fest verbundene Einrichtungen, wie Aufzüge, Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, außerdem gärtnerische Anlagen, die Umzäunung von Grundstücken u.ä. Die sonstigen Anlagen umfassen u.a. Nutzvieh, Nutzpflanzungen und immaterielle Anlagen wie z.B. Software.
Anlagen, Ausrüstungen und sonstige Anlagen und Bauten werden in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen als Bruttogrößen, also vor Abzug der Abschreibungen verwendet.
BruttoinlandsproduktVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Das Inlandsprodukt ergibt sich aus der Wertschöpfung durch Addition des Saldos von Gütersteuern abzüglich Gütersubventionen. Das Inlandsprodukt kann brutto oder netto (vor oder nach Abzug der Abschreibungen) berechnet werden. Das Inlandsprodukt (Inlandskonzept) unterscheidet sich vom Nationaleinkommen (Inländerkonzept) durch den Saldo der Primäreinkommen zwischen Inländern und der übrigen Welt (Ausland und übriges Inland).
Bruttolöhne und -gehälterVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Bruttolöhne und -gehälter umfassen Geld- und Sachleistungen der Arbeitgeber an die Arbeitnehmer. Bruttolöhne und -gehälter in Form von Geldleistungen umfassen regelmäßig gezahlte Grundlöhne und -gehälter; Zuschläge für Überstunden, Nacht- und Sonntagsarbeit; Teuerungs- und Auslandszulagen; Zahlungen von Arbeitgebern an ihre Arbeitnehmer zum Zwecke der Vermögensbildung; Prämien, Zuschläge und Gratifikationen; Fahrtkostenzuschüsse u.ä..
Bruttolöhne und -gehälter in Form von Sachleistungen umfassen Waren, Dienstleistungen und sonstige Leistungen, die unentgeltlich oder verbilligt von den Arbeitgebern zur Verfügung gestellt werden und von den Arbeitnehmern nach eigenem Ermessen zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse oder der Bedürfnisse von Mitgliedern ihres Haushalts verwendet werden können. Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer werden auch als Verdienst bezeichnet.
BruttowertschöpfungVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Die Wertschöpfung umfasst die innerhalb eines abgegrenzten Wirtschaftsgebietes erbrachte wirtschaftliche Leistung (Produktionswert abzüglich Vorleistungen) der einzelnen Wirtschaftsbereiche oder der Volkswirtschaft insgesamt. Die Wertschöpfung kann brutto oder netto (vor oder nach Abzug der Abschreibungen) berechnet werden. Die Bruttowertschöpfung ist bewertet zu Herstellungspreisen, d.h. ohne die auf die Güter zu zahlenden Steuern (Gütersteuern), aber zuzüglich der empfangenen Gütersubventionen.
ErwerbstätigeVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Als Erwerbstätige werden alle Personen angesehen, die einer Erwerbstätigkeit oder auch mehreren Erwerbstätigkeiten nachgehen, unabhängig von der Dauer der tatsächlich geleisteten oder vertragsmäßig zu leistenden wöchentlichen Arbeitszeit. Für die Zuordnung als Erwerbstätiger ist es unerheblich, ob aus dieser Tätigkeit der überwiegende Lebensunterhalt bestritten wird oder nicht. Zu den Erwerbstätigen gehören auch Soldaten (einschließlich der Wehr- und Zivildienstleistenden). Nicht zu den Erwerbstätigen rechnen Personen in ihrer Eigenschaft als Grundstücks-, Haus- und Wohnungseigentümer oder als Eigentümer von Wertpapieren und ähnlichen Vermögenswerten. Im Fall mehrerer (gleichzeitiger) Tätigkeiten wird der Erwerbstätige nur einmal gezählt, sowohl für die Zuordnung nach der Stellung im Beruf als auch für die Zuordnung nach Wirtschaftsbereichen wird die zeitlich überwiegende Tätigkeit zugrunde gelegt.
Nach der Stellung im Beruf wird unterschieden zwischen Selbständigen und mithelfenden Familien-angehörigen sowie Arbeitnehmern.

Die Darstellung der Erwerbstätigen erfolgt als jahresdurchschnittliche Größe, sowohl nach dem Inlandskonzept (Arbeitsortkonzept) als auch nach dem Inländerkonzept (Wohnortkonzept). Welches Konzept verwendet wurde, ist jeweils gekennzeichnet.
GütersteuernVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Zu den Gütersteuern zählen alle Steuern und ähnliche Abgaben, die pro Einheit einer gehandelten Ware oder Dienstleistung zu entrichten sind. Sie umfassen die nichtabziehbare Umsatzsteuer, Importabgaben (u.a. Zölle, Verbrauchsteuern und Abschöpfungsbeträge auf eingeführte Güter) und sonstige Gütersteuern (Verbrauchsabgaben, Vergnügungssteuern, Versicherungssteuer usw.).
GütersubventionenVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Gütersubventionen sind Subventionen, die pro Einheit einer produzierten oder eingeführten Ware oder Dienstleistung geleistet werden. Unter Subventionen versteht man in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen laufende Zahlungen ohne Gegenleistung, die der Staat oder Institutionen der Europäischen Union an gebietsansässige Produzenten leisten, um den Umfang der Produktion dieser Einheiten, ihre Verkaufspreise oder die Entlohnung der Produktionsfaktoren zu beeinflussen.
Inlands- / InländerkonzeptVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Bei den vorgelegten Ergebnissen nach dem Inlandskonzept (bzw. Arbeitsortkonzept) werden die wirtschaftliche Leistung bzw. das Einkommen nach dem Ort der Entstehung und die Erwerbstätigen am Arbeitsort beschrieben. Erfasst sind dabei die in einer bestimmten Region erbrachte Leistung bzw. die in einer bestimmten Region (Bundesland, Kreis) entstandenen Einkommen, unabhängig davon, ob sie durch den Einsatz der dort vorhandenen Produktionsfaktoren (gebietsansässige Erwerbstätige, finanzielle Mittel) zustande kamen oder ob Gebietseinpendler sowie von außerhalb zufließendes Kapital beim entstehen der Leistung und der Einkommen mitwirkten.
Ergebnisse nach dem Inländerkonzept (bzw. Wohnortkonzept) sind die wirtschaftliche Leistung bzw. das Einkommen der gebietsansässigen Wirtschaftseinheiten und die Erwerbstätigen am Wohnort. Der Ort der Entstehung von wirtschaftlicher Leistung oder Einkommen sowie der Arbeitsort der Erwerbstätigen werden hier nicht berücksichtigt.
KettenindexVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Ein Kettenindex ergibt sich aus der Multiplikation von Teilindizes (Wachstumsfaktoren), die sich jeweils auf das Vorjahr beziehen und somit ein jährlich wechselndes Wägungsschema haben. Er wird auf ein Referenzjahr bezogen (derzeit 2000) und gibt für das jeweilige Berichtsjahr an, wie sich z.B. das preisbereinigte Wirtschaftswachstum seit dem Referenzjahr entwickelt hat.
Konsumausgaben der privaten HaushalteVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Als Konsumausgaben der privaten Haushalte werden die Waren- und Dienstleistungskäufe der in einer bestimmten Region ansässigen Haushalte für Konsumzwecke bezeichnet. Neben den tatsächlichen Käufen, zu denen u.a. auch Entgelte für häusliche Dienste gehören, sind auch bestimmte unterstellte Käufe einbezogen, wie z.B. der Eigenkonsum der Unternehmer, der Wert der Nutzung von Wohneigentum sowie so genannte Naturalentgelte (Deputate). Nicht zu den privaten Konsumausgaben zählt hingegen Konsum auf Geschäftskosten (er wird als Vorleistung betrachtet) sowie Gebäude- und Grundstückskäufe (sie gelten als Anlageinvestitionen). Implizit zu den Konsumausgaben der privaten Haushalte gehört jedoch auch der Eigenverbrauch der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck, der über soziale Sachtransfers überwiegend privaten Haushalten zugute kommt, sich aus statistischen Gründen jedoch nicht sauber von den Ausgaben der privaten Haushalte trennen lässt.
Konsumausgaben des StaatesVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Die Konsumausgaben des Staates entsprechen dem Wert der Dienstleistungen, die vom Staat als Nichtmarktproduktion der Allgemeinheit ohne spezielles Entgelt zur Verfügung gestellt werden, abzüglich des Eigenverbrauchs und der Verkäufe von Nichtmarktproduktion und zuzüglich den Ausgaben des Staates für soziale Sachleistungen (Güter, die als soziale Transfers der privaten Haushalte für ihren Konsum zur Verfügung gestellt werden).
Die Nichtmarktproduktion des Staates (einschließlich der Produktion für die Eigenverwendung) verteilt sich auf die Wirtschaftsbereiche Hilfs- und Nebentätigkeiten für den Verkehr (ohne Gemeinden), Forschung und Entwicklung, öffentliche Verwaltung, Erziehung und Unterricht, Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen sowie Kultur, Sport und Unterhaltung.
(Die Marktproduktion des Staates wird in örtlichen fachlichen Einheiten erbracht, die den Wirtschaftsbereichen Land- und Forstwirtschaft, Wasserversorgung, Hilfs- und Nebentätigkeiten für den Verkehr (nur Gemeinden), Grundstücks- und Wohnungswesen und der Erbringung von Entsorgungsleistungen zuzurechnen sind.)
PreiskonzeptVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Die Waren und Dienstleistungen können in jeweiligen Preisen, d.h. in Preisen des jeweiligen Berichtsjahres, oder preisbereinigt und somit frei von Preiseinflüssen dargestellt werden. Die Preisbereinigung erfolgt nach der letzten Revision 2005 auf der Grundlage einer jährlich wechselnden Preisbasis (Vorjahrespreisbasis), die weitgehend die bisherige Berechnung in konstanten Preisen ersetzt.
PrimäreinkommenVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Das Primäreinkommen ist das Einkommen, das gebietsansässige Einheiten aufgrund ihrer Teilnahme am Produktionsprozess erhalten, sowie das Einkommen, das der Eigentümer eines Vermögenswertes oder eines nichtproduzierten Sachvermögensgegenstandes als Gegenleistung dafür erhält, dass er einer anderen institutionellen Einheit finanzielle Mittel oder nichtproduziertes Sachvermögen zur Verfügung stellt.
Primäreinkommen der privaten HaushalteVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Das Primäreinkommen der privaten Haushalte setzt sich zusammen aus dem empfangenen Arbeitnehmerentgelt, dem Betriebsüberschuss und Selbständigeneinkommen (hierzu zählen auch unterstellte Mieten für selbstgenutztes Wohneigentum) und dem im Allgemeinen positiven Saldo aus empfangenen und geleisteten Vermögenseinkommen.
Private HaushalteVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Als private Haushalte werden die Einzelpersonen oder Gruppen von Einzelpersonen (Heiminsassen, Ordensmitglieder) mit Wohnsitz in einer bestimmten Region verstanden. Die Summe der Haushaltsmitglieder kommt daher der gebietsansässigen Bevölkerung gleich. Die Einkommen der privaten Haushalte und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck werden in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen allgemein nur zusammengefasst dargestellt, da die statistischen Daten – angesichts der engen monetären Verflechtung beider Sektoren – für eine getrennte Darstellung nicht ausreichen. Allerdings kommt den privaten Organisationen nur ein relativ geringes Gewicht zu, so dass zur Vereinfachung häufig nur vom Haushaltssektor bzw. von den privaten Haushalten gesprochen wird, obwohl die privaten Organisationen sachlich miteinbezogen sind.
RestpostenVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Der so genannte Restposten umfasst vor allem den Außenbeitrag (Saldo zwischen den Exporten und Importen von Waren und Dienstleistungen), des Weiteren die Vorratsveränderungen, den Nettozuwachs an Wertsachen und eine statistische Differenz.
SozialbeiträgeVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Die Sozialbeiträge untergliedern sich in tatsächliche und unterstellte Sozialbeiträge. Die tatsächlichen Sozialbeiträge umfassen Beiträge von Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Selbständigen sowie die vom Staat übernommenen Beiträge für Nichterwerbstätige an Versicherungsträger zugunsten des Versicherungsnehmers. Die unterstellten Sozialbeiträge der Arbeitgeber stellen den Gegenwert von Sozialleistungen dar, die von Arbeitgebern direkt an die von ihnen beschäftigten Arbeitnehmer gezahlt werden.
SozialleistungenVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Die empfangenen monetären Sozialleistungen umfassen Geldleistungen der Sozialversicherung, Sozialleistungen aus privaten Sicherungssystemen, sonstige (u.a. freiwillige) Sozialleistungen der Arbeitgeber und sonstige soziale Geldleistungen des Staates und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck außerhalb von Sozialschutzsystemen. Die weitaus größte Position unter den empfangenen monetären Sozialleistungen stellen die Geldleistungen der Rentenversicherung (Arbeiter, Angestellte, Knappschaft) dar. Von erheblicher Bedeutung sind jedoch auch die Geldleistungen der Arbeitslosenversicherung sowie der Arbeitslosen- und Sozialhilfe, die öffentlichen Pensionen und auch das Kindergeld. Weiterhin zu den monetären Sozialleistungen zählen Geldleistungen der gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Pflegeversicherung, Wohngeld, Erziehungsgeld, Ausbildungsbeihilfen, Kriegsopferversorgung und ähnliche finanzielle Unterstützungsleistungen.
SparenVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Das Sparen der privaten Haushalte ist der verbleibende Teil des Verfügbaren Einkommens nach Abzug des Privaten Konsums. Das Sparen umfasst außerdem noch die Zunahme der betrieblichen Versorgungs-Ansprüche.
SparquoteVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Die Sparquote beschreibt den Anteil des Sparens am Verfügbaren Einkommen.
Transferleistungen (geleistete, empfangene)Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Zu den (von privaten Haushalten) geleisteten laufenden Transfers zählen insbesondere die Sozialbeiträge und die direkten Steuern, wie die Lohn- und Einkommensteuer, die Körperschaftsteuer, die (frühere) Vermögensteuer sowie auch Steuern im Zusammenhang mit dem privaten Verbrauch (z.B. Kfz-Steuer, Gemeindesteuern, Hunde-, Jagd- und Fischereisteuer). Zu den geleisteten laufenden Transfers zählen darüber hinaus auch sog. Nettoprämien für Schadenversicherungen (das sind v.a. Beiträge an Kranken- und Schadenversicherungen, abzüglich des Dienstleistungsentgelts dieser Versicherungen) sowie eine Reihe weiterer dem Betrag nach weniger bedeutender Transfers.

Die von privaten Haushalten empfangenen laufenden Transfers umfassen in weit überwiegendem Umfang monetäre Sozialleistungen.

Zu den empfangenen laufenden Transfers zählen außerdem die Leistungen von Schadenversicherungen zur Regulierung von Schadenfällen (Private Krankenversicherung sowie Kfz-Haftpflicht, Kfz-Unfall, Feuer, Einbruch, Leitungswasser, Glas, Hausrat, Rechtschutz usw.) sowie eine Reihe weiterer Leistungen.
Unterstellte BankgebührVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Die unterstellte Bankgebühr ist der Wert der Dienstleistungen, den die Kreditinstitute ihren Kunden ohne ein spezielles Entgelt, also ohne Berechnung von Gebühren erbringen.
Verfügbares Einkommen der privaten HaushalteVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Das Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte ergibt sich aus den empfangenen Primäreinkommen nach Abzug der geleisteten laufenden Transfers und nach Hinzufügung der empfangenen laufenden Transfers. Das Verfügbare Einkommen ist als der Betrag zu verstehen, der für Konsumzwecke oder zur Ersparnisbildung zur Verfügung steht.
Vermögenseinkommen (geleistetes, empfangenes)Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Vermögenseinkommen wird im Rahmen der Einkommensverteilung einerseits von den privaten Haushalten in Gestalt von Kreditzinsen oder Pachtzahlungen geleistet und anderseits, vor allem als Guthabenzinsen, Ausschüttungen und Gewinnentnahmen, empfangen. In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen werden zudem auch die Betriebsüberschüsse der Versicherer aus der Anlage versicherungstechnischer Rückstellungen als (fiktive) Vermögenseinkommen der Versicherten betrachtet, da sie auf deren Geldvermögen beruhen und als Forderungen der Versicherten aus Versicherungsverträgen zu betrachten sind.
Volkswirtschaftliche GesamtrechnungenVolkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen verfolgen die Aufgabe, ein möglichst vollständiges Gesamtbild des wirtschaftlichen Ablaufs und der damit verbundenen wirtschaftlichen Tätigkeiten und Vorgänge in einer Volkswirtschaft zu geben. Sie dienen der Wirtschaftsbeobachtung und sind für die Erstellung von konjunkturellen und wirtschaftlichen Analysen und Vorausschätzungen ein wichtiges Hilfsmittel.
Die Berechnung der Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen erfolgt nach dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 1995). Damit sind die Ergebnisse der regionalen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für Thüringen mit denen der anderen Regionen der Europäischen Union vergleichbar.

In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen werden die Entstehung, Verteilung und Verwendung des Inlandsprodukts, die Entstehung, Verteilung und Umverteilung von Einkommen und gesamtwirtschaftliche Erwerbstätigenzahlen nachgewiesen.

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