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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 02 Bevölkerung und bevölkerungsspezifische Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems


 
Indikator (K)
02.014
 

Höchster berufsbildender Abschluss (Auswahl) der ab 25-jährigen Bevölkerung in Thüringen (im Zeitvergleich) nach Geschlecht

 

Definition

Der berufsbildende Abschluss ist ein Kriterium für die Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht. Der Indikator beschränkt sich auf die Anteile der Bevölkerung ab 25 Jahre mit Abschluss einer (Fach-)Hochschule bzw. ohne beruflichen Abschluss. Abschlüsse einer Lehr-/Anlernausbildung oder einer Fachschule bleiben unberücksichtigt (in der Bezugszahl für die Prozentanteile sind sie jedoch enthalten).

Der Mikrozensus richtet die Fragen zum berufsbildenden Abschluss an alle Personen ab 15 Jahren. Als Hochschulabschluss gilt die erfolgreiche Absolvierung der erforderlichen Prüfungen an einer Hochschule bzw. Promotion. Zu den Hochschulen zählen die wissenschaftlichen Hochschulen (Universitäten, Technische Hochschulen, Gesamthochschulen, philosophisch-theologische Hochschulen, pädagogische Hochschulen) und die Kunsthochschulen. Fachhochschulen werden den Hochschulen zugerechnet. Zu den Fachhochschulen zählen auch die Verwaltungsfachhochschulen.

Es besteht Auskunftspflicht, nur für Personen ab 51 Jahren war bis 2004 die Beantwortung dieser Fragen freiwillig. Die im Indikator berechneten Prozentanteile werden auf die Zahl derjenigen bezogen, die die Fragen beantwortet haben. Fehlende Angaben eines berufsbildenden Abschlusses wurden nicht zu der Kategorie ohne berufsbildenden Abschluss addiert, weil seit 2005 Auskunftspflicht für diese Frage besteht.

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

Mikrozensus

Periodizität

Jährlich; Ab 2005 wurde der Mikrozensus als kontinuierliche Erhebung durchgeführt. D.h. die Befragung der Haushalte erfolgte nicht mehr zu einer einheitlichen Woche im Jahr sondern wöchentlich über das Jahr verteilt, wobei jeder Haushalt nur einmal im Jahr befragt wird.

Validität

Je höher die Ausschöpfungsquote einer Zufallsstichprobe ist, desto geringer ist das Risiko, dass die ermittelten Stichprobenergebnisse im Hinblick auf die Grundgesamtheit Verzerrungen aufweisen. In der Mikrozensus-Stichprobe wird eine hohe Ausschöpfung erzielt durch die Kombination von mündlicher Befragung durch Interviewer (als Erhebungsmethode erster Wahl) und schriftlicher Befragung (auf Wunsch des ausgewählten Haushalts bzw. bei Nichterreichbarkeit durch die Interviewer). Der Nonresponse wird möglichst gering gehalten durch mehrmalige Versuche der Interviewer, die Interviewpartner anzutreffen und durch Überprüfung und Nachfragen bei Antwortausfällen bzw. unplausiblen Antworten.

Felder mit hochgerechneten Besetzungszahlen von unter 5 000, d. h. mit weniger als 50 Fällen in der Stichprobe, sollten für Vergleiche nicht herangezogen werden, da sie bei einem einfachen relativen Standardfehler von über 15 % nur noch einen geringen Aussagewert haben.

Kommentar

Im Mikrozensus wird jedes Jahr ein Prozent der Haushalte befragt, deren Auswahl durch eine repräsentative Zufallsstichprobe zuverlässige Hochrechnungen auf die Gesamtheit aller Bundesbürger erlaubt.

Der Mikrozensus lässt bei dieser Fragestellung zwar die unter 15-Jährigen unberücksichtigt, aber alle Personen im Alter von 15 Jahren und mehr, die zum Zeitpunkt der Befragung in einer Ausbildung/einem Studium stehen, sind bei einer Gesamtbetrachtung in der Rubrik ohne Abschluss enthalten. Um hier möglichst wenige zu erfassen, die noch keine Ausbildung/kein Studium abgeschlossen haben, und eine realistische Ziffer derjenigen zu erhalten, die dauerhaft ohne beruflichen Abschluss sind, wird die Altersgruppe, in der die meisten jungen Menschen eine Berufsausbildung absolvieren, herausgelassen und nur die Bevölkerung im Alter von 25 Jahren und mehr betrachtet.

Der Indikator zählt zu den demographischen Gesundheitsdeterminanten.

Vergleichbarkeit

Der WHO-Indikator 0410 150506 % OF POP.(25+) WITH POSTSECONDARY EDUCATION ist mit dem vorliegenden Indikator vergleichbar. Die OECD-Indikatoren zu EDUCATION AND TRAINING beziehen sich auf die ISCED-Klassifikation und sind nicht direkt vergleichbar. Im EU-Indikatorensatz sollen ebenfalls nach der ISCED-Klassifikation Angaben zur TERTIARY EDUCATION erfasst werden.

Originalquellen

Publikationen der Länder zu den verwendeten Datenquellen, z. B. Statistischer Bericht.

Dokumentationsstand

12.09.2002, SenGesSozV - Berlin/lögd; Anpassung/Ergänzung 2006 - TLS