Thüringer Landesamt für Statistik
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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 02 Bevölkerung und bevölkerungsspezifische Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems


 
Indikator (L)
02.024
 

Haushalte mit Wohngeld in Thüringen am 31.12. (Jahr) nach Kreisen

 

Definition

Wohngeld ist eine Leistung an private Haushalte, um tragbare Wohnkostenbelastungen zu erreichen. Es wurde bis 2004 in zwei Formen gewährt. Allgemeines Wohngeld erhalten Anspruchsberechtigte auf Antrag von den Wohngeldstellen in Form von Mietzuschuss bzw. bei Wohnungseigentümern als Lastenzuschuss. Empfängern von Leistungen der Sozialhilfe und entsprechender Leistungen wurde ohne Antrag grundsätzlich besonderer Mietzuschuss gewährt.

Durch Artikel 25 des "Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" vom 24. Dezember 2003 wurde auch das Wohngeldgesetz grundlegend geändert. Weitere Änderungen und Ergänzungen folgten u. a. mit dem zweiten Gesetz zur Änderung wohnungsrechtlicher Vorschriften vom 15. Dezember 2004 und durch das Gesetz zur Vereinfachung der Verwaltungsverfahren im Sozialrecht (Verwaltungsvereinfachungsgesetz) vom 21. März 2005.

Diese Änderungen traten im Wesentlichen zum 1. Januar 2005 in Kraft und haben einen erheblich verminderten Kreis an Wohngeldberechtigten zur Folge, da die Wohngeldberechtigung der so genannten Transferleistungsempfänger entfällt.

Dadurch sind ab 2005 u. a. Empfänger von

• Leistungen nach dem SGB II (insbesondere Arbeitslosengeld II und Sozialgeld)

• Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII

• Leistungen der Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII

• Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz

grundsätzlich von Wohngeldleistungen ausgeschlossen. Sie erhalten die Kosten der Unterkunft im Rahmen der o.g. Transferleistungen.

Zwangsläufig entfällt ab 2005 auch der "Besondere Mietzuschuss" als besondere Form der Wohngeldgewährung, der bisher gemäß dem 5. Teil des Wohngeldgesetzes Beziehern von Sozialhilfe und Kriegsopferfürsorge gewährt wurde.

Auf Grund des Ausschlusses der Transferleistungsempfänger vom Wohngeld entstehen ab 2005 neben den reinen Wohngeldempfängerhaushalten die so genannten Mischhaushalte. Dabei handelt es sich um solche Haushalte, in denen ein Teil der Familienmitglieder wohngeldberechtigt ist (wohngeldrechtlicher Teilhaushalt) und andere Familienmitglieder ausgeschlossen sind.

Mit der am 1. Januar 2009 in Kraft getretenen Wohngeldreform und den damit verbundenen Leistungsverbesserungen kommt es ab 2009 wieder zu einem sichtbaren Anstieg der Wohngeldempfängerhaushalte. Im Wesentlichen handelt es sich bei den Leistungsverbesserungen um die Einbeziehung der Heizkosten in das Wohngeld, die Vereinheitlichung der Höchstbeträge für Miete und Belastung auf Neubauniveau bei zusätzlicher Anhebung um zehn Prozent. Außerdem wurden die Tabellenwerte um acht Prozent erhöht.

Die Mieten und Wohnflächen der wohngeldrechtlichen Teilhaushalte werden kopfteilig ermittelt und dargestellt. Damit es deshalb zu keinen Verzerrungen bei statistischen Auswertungen kommt, werden die wohngeldrechtlichen Teilhaushalte und die reinen Wohngeldempfängerhaushalte in der Wohngeldstatistik grundsätzlich getrennt ausgewiesen. Die wohngeldrechtlichen Teilhaushalte sind somit kein Bestandteil der reinen Wohngeldempfängerhaushalte. Sie werden in dem Indikator als Landesergebnis nachrichtlich dargestellt.

Die regionale Zuordnung der Wohngeldempfängerhaushalte nach Kreisen erfolgt nach deren Wohnsitz.

Die Wohngeldempfängerhaushalte werden auf die Privathaushalte (Mikrozensus) bezogen. Die Höhe des Wohngeldes bestimmt sich im Einzelfall nach Haushaltsgröße, Familieneinkommen und Wohnkosten, die bis zu bestimmten Höchstbeträgen berücksichtigt werden.

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

• Wohngeldstatistik

• Mikrozensus

Periodizität

Jährlich, 31.12.

Validität

Es wird von einer ausreichenden Datenqualität ausgegangen.

Kommentar

Der Indikator ist relativ ungenau, weil die regionale Haushaltsgröße unterschiedlich sein kann. Ist der Anteil der Ein-Personen-Haushalte sehr hoch, so ist die Wohngeldquote ggf. überhöht ausgewiesen. Die Höchstbeträge der zuschussfähigen Mieten bzw. Belastungen werden durch gesetzliche Bestimmungen in Abständen geändert. Dies ist bei der Betrachtung einer längeren Zeitreihe zu berücksichtigen. Auf Wohngeld besteht bei Erfüllung der Voraussetzungen ein Rechtsanspruch. Wohngeld wird in der Regel für einen Zeitraum von 12 Monaten bewilligt, beginnend mit dem Ersten des Monats, in dem der Antrag gestellt wird. Die Zählung der Wohngeldempfängerhaushalte erfolgt am 31.12. des Jahres.

Der Indikator zählt zu den demographischen Gesundheitsdeterminanten.

Vergleichbarkeit

Es gibt keine vergleichbaren WHO-, OECD- und EU-Indikatoren. Im bisherigen Indikator 2.8 wurden die Wohngeldempfängerhaushalte pro 1000 Einwohner berechnet. Die Berechnungsgrundlage wurde auf Anteil der Haushalte mit Wohngeldzuschuss umgestellt. Deshalb ist der Indikator nicht vergleichbar. Da die Haushalte im Rahmen der Mikrozensuserhebung als Berechnungsgrundlage dienen, erfolgt der Bezug auf die Haushalte zu dem Stichtag, an dem der Mikrozensus erhoben wurde (siehe Fußnote an der Tabelle).

Originalquellen

Publikationen der Länder zu den verwendeten Datenquellen, z. B. Statistisches Jahrbuch, Statistische Berichte oder weitere Publikationen zur Wohngeldstatistik.

Dokumentationsstand

12.09.2002, SenGesSozV - Berlin/lögd; Anpassung/Ergänzung 2012 - TLS