Thüringer Landesamt für Statistik
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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (K)
03.005
 

Vorzeitige Sterblichkeit (bis zum Alter von 64 bzw. unter 65 Jahren) in Thüringen (im Zeitvergleich) nach Geschlecht

 

Definition

Treten in einer Bevölkerung in einem Alter deutlich unter der durchschnittlichen Lebenserwartung gehäuft Todesfälle auf, so besteht ein Hinweis auf erhöhte Gesundheitsrisiken.

Sterbefälle unter 65 Jahren sind von besonderem Interesse, um Gesundheitsrisiken festzustellen. Hier scheinen aus der Sicht von Entscheidungsträgern auch am ehesten Interventionen, sei es in der Vorsorge oder in der Versorgung, möglich und notwendig.

Der Indikator 3.5 weist die Sterblichkeitsverhältnisse der unter 65-jährigen Bevölkerung im Trend und nach Geschlecht aus. Die im Indikator 3.5 dargestellten Todesfälle sind eine Untergruppe der im Indikator 3.1 dargestellten Todesfälle über alle Altersgruppen. Todesfälle bis zum Alter von 65 Jahren gelten als vorzeitig und in vielen Fällen als vermeidbar.

Die direkt standardisierten Sterbeziffern wurden auf der Grundlage der alten Europabevölkerung (1966) entsprechend bis zur Altersgruppe "60 bis unter 65 Jahre" berechnet (s. auch Definition zu den Indikatoren 3.1 - 3.4).

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

• Statistik der Sterbefälle

• Fortschreibung des Bevölkerungsstandes

Periodizität

Jährlich

Validität

Die Zahlen werden der Bevölkerungsstatistik des Landes entnommen. Die Validität setzt die Weiterleitung einer Todesbescheinigung an das zuständige Einwohnermeldeamt voraus, so dass Verstorbene in die Statistik der Kommune und des Bundeslandes eingehen, in der/dem sie mit ihrem Hauptwohnsitz gemeldet waren. Informationen über die Zahl der Todesfälle gelten in der Bundesrepublik als sehr zuverlässig.

Kommentar

Im Indikator 3.5 werden neben den rohen Sterbeziffern auch die direkt altersstandardisierten Mortalitätsziffern angegeben. Die Altersstandardisierung macht die Sterbeziffern unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen, Regionen oder Zeiträume vergleichbar, indem sie den Einfluss eines unterschiedlichen Altersaufbaus der Bevölkerung durch Gewichtungen ausschaltet. Demzufolge zeigen altersstandardisierte Sterbeziffern an, wie die Sterblichkeit in der Bevölkerung wäre, wenn die Altersstruktur der Standardbevölkerung zu Grunde läge. Die standardisierten Ziffern sind wegen des Bezugs auf die gleiche Altersstruktur vergleichbar. Das bezieht sich sowohl auf Zeitreihen als auch auf Vergleiche zwischen den Regionen und auf Vergleiche zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen.

Die alte Europastandardbevölkerung (1966) unterstellt den Gruppen der Männer und Frauen eine identische Altersstruktur, wodurch ein direkter Vergleich der Sterblichkeit zwischen Frauen und Männern einer Region zulässig ist.

Der Indikator zählt zu den Ergebnisindikatoren.

Vergleichbarkeit

Nicht vergleichbar mit dem WHO-Indikator 1060 060301 REDUCTION OF LIFE EXPECTANCY THROUGH DEATH BEFORE 65 YEARS.

Mit dem bisherigen Indikator 3.1 vergleichbar, der Angaben zu Todesfällen bis zu 65 Jahren enthielt.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter, z. B. Statistische Jahresberichte, Standardtabellen der Statistischen Datenbanken oder weitere regionalstatistische Quellen.

Dokumentationsstand

18.12.2002, nlga/lögd; Anpassung/Ergänzung 2008 - TLS