Thüringer Landesamt für Statistik
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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (K)
03.044
 

Schwerbehinderte Menschen in Thüringen am 31.12. (Jahr) nach dem Grad der Behinderung und Geschlecht

 

Definition

Der Grad der Behinderung beeinflusst die Lebensqualität und wird deshalb im vorliegenden Indikator in sechs Behinderungsstufen dargestellt.

Schwerbehinderte Menschen sind Personen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50. Der Grad der Behinderung (GdB) beruht auf einer Minderung der Erwerbsfähigkeit und wird auf der Grundlage von Beurteilungskriterien festgelegt. Unter Behinderung im Sinne des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX) - Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen ist die Auswirkung einer nicht nur vorübergehenden Funktionsbeeinträchtigung zu verstehen, die auf einem nicht der Regel entsprechenden körperlichen, geistigen oder seelischen Zustand beruht. Darunter ist der Zustand zu verstehen, der von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Im vorliegenden Indikator wird der Behinderungsgrad von 50 bis 100 nach Geschlecht und je 100 000 Einwohner bzw. Frauen und Männer ausgewiesen. Der Behinderungsgrad 100 stellt die höchstmögliche Beeinträchtigung der Fähigkeiten und der Gesundheit dar und führt zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität. Die Zahl der schwerbehinderten Menschen (Bestandszahlen) wird zum 31.12. im Abstand von zwei Jahren erhoben.

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

• Statistik der schwerbehinderten Menschen

• Fortschreibung des Bevölkerungsstandes

Periodizität

Zweijährlich, 31.12.

Validität

In der Statistik der schwerbehinderten Menschen werden amtlich anerkannte schwerbehinderte Menschen registriert. Dies sind Personen, deren Behinderungsgrad mindestens 50 beträgt und die diesen auf Antrag bei den Versorgungsämtern haben feststellen lassen und einen gültigen Ausweis besitzen.

Die Antragstellung eines Schwerbehindertenausweises liegt im Ermessen des Betroffenen. Verschiedene Gründe, z. B. Unwissenheit oder Unsicherheiten bei der Antragstellung für Personen im höheren Lebensalter können dazu führen, dass eine Schwerbehinderung zwar faktisch vorliegt, aber nicht beantragt und somit nicht anerkannt wurde. Bei Bürgern im höheren Lebensalter ist von einer Untererfassung auszugehen.

Die Qualität der Statistik der schwerbehinderten Menschen ist durch Bereinigung der Daten um Verstorbene, Verzogene bzw. nicht verlängerte Ausweise auf der Basis von Registerabgleichen durch die Versorgungsämter verbessert worden. In Thüringen erfolgt der Abgleich auf der Grundlage der "Thüringer Meldedatenübermittlungsverordnung".

Kommentar

Das für den Wohnort zuständige Versorgungsamt prüft und entscheidet Anträge auf Anerkennung einer Schwerbehinderung. Die Einstufung wird nach verbindlichen Tabellen des zuständigen Ministeriums vorgenommen. Der Grad der Behinderung wird nach Zehnergraden (von 20 bis 100) abgestuft angegeben. So kann eine Krankheit je nach Art, Schwere, Häufigkeit und tageszeitlicher Verteilung unterschiedliche Einstufungen möglich machen. Behinderungsgrade unter 50 gelten nicht als Schwerbehinderung und sind im vorliegenden Indikator nicht enthalten. Höherstufungen bei Verschlechterung des Gesundheitszustandes und Herunterstufungen bei Besserung des Gesundheitszustandes sind im Rahmen von Anträgen oder überprüfungen durch die Versorgungsämter möglich.

Der vorliegende Indikator ist ein Ergebnisindikator.

Vergleichbarkeit

Es gibt keine vergleichbaren WHO-, OECD- und EU-Indikatoren. Im bisherigen Indikatorensatz gab es keine Indikatoren nach der Art der schwersten Behinderung. Der Indikator wurde neu in den Indikatorensatz aufgenommen.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter zur Statistik der schwerbehinderten Menschen.

Dokumentationsstand

11.02.2003, nlga/lögd/LDS NRW; Anpassung/Ergänzung 2008 - TLS