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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (K)
03.008
 

Häufigste Todesursachen (ICD-Kapitel) in Thüringen (3-Jahres-Mittelwert) nach Alter und Geschlecht

 

Definition

Die Haupttodesursachen zeigen bei Frauen und Männern eine deutliche Altersabhängigkeit. Die führenden Todesursachen nach Alter und Geschlecht resultieren aus verschiedenen geschlechtsspezifischen Faktoren der Lebensweise, wie z. B. dem Verhalten, Umweltfaktoren, Verletzungen oder der Gesundheitsversorgung.

Todesursachen werden nach den Eintragungen auf der Todesbescheinigung (Leichenschauschein), der von dem den Tod feststellenden Arzt ausgefüllt wird, nach dem eingetragenen Grundleiden kodiert. Als Grundleiden gilt nach der geltenden Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (bis zum Jahre 1997 die ICD-9 und ab dem Jahre 1998 die ICD-10) die Krankheit oder Verletzung, die den Ablauf der direkt zum Tode führenden Krankheitszustände auslöste oder die Umstände des Unfalls oder der Gewalteinwirkung, die den tödlichen Ausgang verursachten (Quelle: ICD-10, Regelwerk, Band II, DIMDI).

ICD (International Classification of Diseases) ist die international vereinbarte Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme. Sie dient der eindeutigen Zuordnung von Erkrankungen und Todesursachen. Herausgeber des Diagnoseschemas ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

Todesursachenstatistik

Periodizität

Jährlich

Validität

Die Validität der Todesursachenstatistik hängt vor allem von der Güte der Eintragungen auf den Todesbescheinigungen ab.

Kommentar

Unter den natürlichen Todesursachen dominieren zwei Hauptgruppen: Die Erkrankungen des Kreislaufsystems und die Neubildungen. Kaum noch Bedeutung als Todesursachen haben Infektionskrankheiten. Die besonders in höheren Altersgruppen bedeutende Multi-Morbidität (d. h. das parallele Vorhandensein mehrerer, oftmals chronischer Erkrankungen) wird in der Todesursachenstatistik nicht abgebildet, da nur das zum Tode führende Grundleiden erfasst wird. Viele Gesundheitsprobleme sind, sofern sie überwiegend als Begleiterkrankung auftreten, unterrepräsentiert. Dies gilt z. B. für die degenerativen Krankheiten des Nervensystems, die zwar typische Krankheiten des Alters sind, aber selten direkt zum Tod führen. Aufgrund der für einzelne Todesursachen geringen Fallzahlen wird ein 3-Jahres-Mittelwert berechnet, z.B. 2003 - 2005. Die Methodik ist im Anhang 1 der allgemeinen Erläuterungen zum Länderindikatorensatz beschrieben.

Der Indikator ist ein Ergebnisindikator.

Vergleichbarkeit

Vergleichbare WHO-Daten sind in den World Health Statistics Annuals publiziert. Es gibt keine vergleichbaren OECD-Daten. Im Indikatorensatz der EU sind Cause specific mortality indicators vorgesehen. Ist mit dem bisherigen GMK-Indikator 3.11 vergleichbar, die Kodierung wurde auf die ICD-10 umgestellt.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter zur Todesursachenstatistik;

Statistisches Bundesamt: Fachserie 12, Gesundheit, Reihe 4, Todesursachen in Deutschland.

Dokumentationsstand

04.11.2002, nlga/lögd; Anpassung/Ergänzung 2008 - TLS