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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (K)
03.009
 

Lebenserwartung in Thüringen (ausgewählte Zeiträume) nach Alter und Geschlecht

 

Definition

Die Lebenserwartung ist ein im Vergleich zu den Sterblichkeitsraten sehr anschaulicher Indikator zur zusammenfassenden Beurteilung der gesundheitlichen Lage und medizinischen Versorgung einer Bevölkerung. Die Kennziffer Lebenserwartung gibt an, wie viele Jahre ein Mensch in einem definierten Alter bei unveränderten gegenwärtigen Sterberisiken im Durchschnitt noch leben würde. Die fernere Lebenserwartung der Nulljährigen wird hierbei auch als mittlere Lebenserwartung bezeichnet. Sie darf nicht als prognostischer Wert verstanden werden, sondern als eine Momentaufnahme, die die durchschnittliche aktuelle Lebenserwartung der untersuchten Bevölkerung wiedergibt.

Berechnungsgrundlage für die Lebenserwartung ist die so genannte Sterbetafel, die modellhaft anhand der alters- und geschlechtsspezifischen Sterberaten des untersuchten Kalenderzeitraums (ein oder mehrere, z.B drei zusammengefasste Jahre) berechnet wird. Im Prinzip entspricht die so berechnete Lebenserwartung der (bezüglich der Altersstruktur) bereinigten Sterblichkeit und ist somit besonders geeignet für Zeitreihenanalysen und regionale Vergleiche.

Im Indikator 3.9 wird neben der Lebenserwartung der Neugeborenen (sog. mittlere Lebenserwartung) und der Einjährigen zusätzlich die alters- und geschlechtsspezifische Lebenserwartung in Fünf-Jahres-Altersschritten angegeben.

Datenhalter

Statistische Landesämter

Datenquelle

Sterbetafeln

Periodizität

• vollständige Sterbetafeln (im Anschluss an eine Volkszählung)

• gekürzte Sterbetafeln (3-Jahreszeiträume bzw. unregelmäßig)

Validität

Vollständige Sterbetafeln werden in der Regel im Anschluss an eine Volkszählung zur Verfügung gestellt. Dazwischen werden sog. abgekürzte Sterbetafeln erstellt, die jährlich oder für drei Jahre berechnet werden. Abgekürzte Sterbetafeln erfahren im Unterschied zu den vollständigen Sterbetafeln keine Glättung (Ausgleichung) und unterliegen im stärkeren Maß kurzfristigen Schwankungen (Quelle: NLS).

Kommentar

Die Lebenserwartung ist in Deutschland im letzten Jahrhundert um etwa 30 Jahre angestiegen und weist auch in den letzten Jahrzehnten noch einen kontinuierlichen Zugewinn von mehr als zwei Jahren pro Jahrzehnt auf.

Während der Anstieg in der Vergangenheit zum großen Teil auf die Reduktion der Säuglingssterblichkeit und die Reduktion der Sterblichkeit an (impfpräventablen) Infektionserkrankungen im Kindesalter zurückzuführen war, trägt heute die verbesserte Prognose bei Erkrankungsereignissen im höheren Alter (Krebserkrankungen, Herzinfarkte, Versorgung chronischer Erkrankungen) zunehmend zur höheren Lebenserwartung bei.

Die Lebenserwartung von Frauen und Männern weist deutliche Unterschiede auf, sie wird daher immer geschlechtsspezifisch angegeben. Dieser Indikator findet seine Ergänzung in den Indikatoren 3.10 Lebenserwartung im Regionalvergleich, 3.11 Lebenserwartung bei guter Gesundheit sowie 3.13 Vermeidbare Sterbefälle.

Der Indikator zählt zu den Ergebnisindikatoren.

Vergleichbarkeit

Vergleichbar mit dem WHO-Indikator 1010 060101 ff LIFE EXPECTANCY AT BIRTH, MALES AND FEMALES, LIFE EXPECTANCY AT AGE 1, 15, 45 AND 65 YEARS. Vergleichbar mit dem OECD-Indikator LIFE EXPEC-TANCY AT BIRTH AND AT VARIOUS AGES (40, 60, 65 AND 80). Die Daten stammen von der Datenbank Eurostat New Cronos. Für die EU-Mitgliedsländer soll die Lebenserwartung für die 1-, 15-, 45-, 65- und 75-Jährigen nach Geschlecht berechnet werden. Vergleichbar mit dem bisherigen GMK-Indikator 3.7. Die Darstellung der altersspezifischen Lebenserwartung wurde im allgemeinen bis auf die Altersgruppen 95 und mehr Jahre erhöht, kann aber für Thüringen auf Grund zu geringer Fallzahlen nur bis 90 Jahre landesspezifisch signifikant ermittelt werden.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter zu den Publikationen (Sterbetafeln).

Dokumentationsstand

04.11.2002, nlga/lögd; Anpassung/Ergänzung 2006 - TLS