Thüringer Landesamt für Statistik
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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (K)
03.025
 

Krankenhausfälle in Thüringen (Jahr) nach Alter und Geschlecht

 

Definition

Die alters- und geschlechtsspezifischen stationären Behandlungsraten reflektieren die Morbiditätssituation der Bevölkerung und stellen gleichzeitig wichtige Grundlagen für die Planung und Gestaltung der Krankenhausversorgung dar.

Die Darstellung von Altersgruppen ermöglicht Aussagen über die Inanspruchnahme stationärer Versorgungsstrukturen, die mit dem Alter verbunden sind wie z. B. stationäre Behandlungen bei Frauen im gebärfähigen Alter bedingt durch Entbindungen oder eine Häufung der stationären Behandlungseinheiten im höheren Lebensalter.

Die Krankenhausfälle berechnen sich aus der Anzahl der Patienten, die in ein Krankenhaus aufgenommen, stationär behandelt und im Berichtsjahr entlassen wurden. Dabei werden Stunden- und Sterbefälle und ab 2004 auch gesunde Neugeborene mit in die Statistik einbezogen. Als Stundenfälle werden stationär aufgenommene Patienten bezeichnet, die das Krankenhaus noch am Aufnahmetag wieder verlassen, verlegt werden oder versterben. Die Daten werden Teil II der Krankenhausstatistik, Diagnosen, entnommen und sind auf die Wohnbevölkerung bezogen.

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

• Krankenhausstatistik, Teil II - Diagnosen

• Fortschreibung des Bevölkerungsstandes

Periodizität

Jährlich

Validität

Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Bundesstatistik für Krankenhäuser (Krankenhausstatistik-Verordnung - KHStatV) 10.4.1990 in der jeweils gültigen Fassung. Alle Krankenhäuser sind berichtspflichtig, d. h. es liegt eine Totalerhebung vor. Nicht enthalten sind Krankenhäuser im Straf-/Maßregelvollzug sowie Polizei- und Bundeswehrkrankenhäuser (sofern sie nicht oder nur im eingeschränkten Umfang für die zivile Bevölkerung tätig sind). Im Freistaat Thüringen kommen alle Krankenhäuser ihrer Meldepflicht nach.

Kommentar

Änderungen in der Häufigkeit von Krankenhausfällen können nicht zwangsläufig auf eine Veränderung der Morbidität zurückgeführt werden, sie sind auch Ausdruck von Verschiebungen zwischen dem ambulanten und dem stationären Versorgungssektor und dem Pflegebereich. Da sich mit dem Alter sowohl Erkrankungshäufigkeiten als auch Dauer und Schweregrad/Chronizität von Erkrankungen ändern, ist bei zunehmender Alterung der Gesellschaft auch künftig eine höhere Inanspruchnahme von stationären Leistungen zu erwarten.

Der erhöhte Frauenanteil bei der stationären Versorgung im gebärfähigen Alter kann überwiegend durch die stationären Entbindungen erklärt werden. Mehrfachbehandlungen von Patienten zu derselben Krankheit führen zu Mehrfachzählungen.

Die Diagnosestatistik liegt nach dem Behandlungs- und dem Wohnort vor.

Der vorliegende Indikator ist ein Ergebnisindikator und beinhaltet die Fälle nach dem Behandlungsort.

Vergleichbarkeit

Es gibt keine vergleichbaren WHO-, OECD- und EU-Indikatoren.

Dieser Indikator der Krankenhausfälle insgesamt ist neu im Indikatorensatz.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter, z. B. Statistische Jahresberichte, Statistische Berichte, Standardtabellen der Statistischen Datenbanken oder weitere regionalstatistische Quellen.

Dokumentationsstand

23.01.2003, nlga/lögd; Anpassung/Ergänzung 2010 - TLS