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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (L)
03.049
 

Leistungsempfänger nach dem Pflegeversicherungsgesetz (Pflegebedürftige) in Thüringen am 15.12. (Jahr) nach Geschlecht und Kreisen

 

Definition

Der Indikator gibt Auskunft über die Zahl von Pflegebedürftigen nach kreisfreien Städten/Landkreisen, nach Geschlecht und je 100 000 der Bevölkerung insgesamt bzw. der weiblichen und der männlichen Bevölkerung. Als pflegebedürftig gelten alle Personen, die aufgrund der Entscheidung der Pflegekasse bzw. privater Versicherungsunternehmen eine Pflegestufe (einschließlich Härtefälle) haben. Pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes sind Menschen, die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Erkrankung mindestens sechs Monate lang nicht in der Lage sind, die regelmäßig wiederkehrenden Tätigkeiten des täglichen Lebens auszuführen. Solche Tätigkeiten beinhalten die Bereiche der Mobilität, der Ernährung, der Körperpflege oder der hauswirtschaftlichen Versorgung. Der Grad der Pflegebedürftigkeit wird in drei Stufen unterschieden (s. Indikator 3.48).

Die regionale Gliederung entspricht bei den Empfängern von ambulanter bzw. stationärer Leistung dem Sitz der Pflegeeinrichtung und bei den Pflegegeldempfängern dem Wohnort des Pflegebedürftigen.

Zur Vergleichbarkeit der Angaben wird eine indirekte Altersstandardisierung vorgenommen. Als Standard gilt die Rate der Leistungsempfänger nach dem Pflegeversicherungsgesetz (Pflegebedürftige) des Landes. Die Methodik ist im Anhang 1 der allgemeinen Erläuterungen zum Länderindikatorensatz beschrieben.

Bei den Angaben im Indikator handelt es sich um Bestandsdaten. Der Bezug auf die Wohnbevölkerung erfolgt mit Stichtagsdaten zum 31.12. des Jahres.

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

• Pflegestatistik

• Fortschreibung des Bevölkerungsstandes

Periodizität

Zweijährlich, 15.12., erstmalig 1999

Validität

Bei der Pflegestatistik handelt es sich um eine Totalerhebung mit Auskunftspflicht. Die Bestätigung einer Pflegestufe erfolgt durch eine soziale gesetzliche Pflegeversicherung oder eine private Pflegeversicherung auf der Grundlage eines Gutachtens, das durch Ärzte oder Pflegefachpersonal des Medizinischen Dienstes der (gesetzlichen und privaten) Krankenversicherungen (MDK) in der Wohnung bzw. in der Pflegeeinrichtung auf Antrag des möglicherweise Pflegebedürftigen erstellt wird. Im Indikator sind alle Personen mit einer anerkannten Pflegestufe enthalten. Personen, die im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt direkt in die Pflegeeinrichtung aufgenommen wurden und Leistungen nach dem SGB XI erhalten, für die jedoch noch keine Zuordnung zu einer bestimmten Pflegestufe vorliegt, sind ebenfalls enthalten. Die Daten gelten als valide.

Kommentar

Aufgrund der demographischen Entwicklung ist die Pflegestatistik eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Planung pflegerischer Versorgungsstrukturen.

Die Pflegestatistik wurde im Jahre 1999 erstmalig in Deutschland erstellt, die Daten liegen bis zur Kreisebene vor. Der vorliegende Indikator ist ein Ergebnisindikator.

Da die Zahl der Pflegebedürftigen mit dem Alter korreliert, ist zu erwarten, dass sich die regionalen Unterschiede im Altersaufbau der Bevölkerung bei der Anzahl der Pflegebedürftigen widerspiegeln. Deshalb wird zusätzlich die indirekte Altersstandardisierung vorgenommen, die einen Vergleich der für die kreisfreie Stadt/den Landkreis gegenüber der für das Land errechneten Rate gestattet.

Geänderte Ermittlung der Zahl der Pflegebedürftigen ab 15.12.2009

Bei der Ermittlung der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen werden ab der Erhebung zum 15.12.2009 die teilstationär Versorgten nicht mehr einbezogen. Diese erhalten in der Regel parallel auch Pflegegeld und/oder ambulante Sachleistungen und werden somit bereits dort als Leistungsempfänger gezählt. Um Mehrfachzählungen zu vermeiden werden deshalb die Empfänger von teilstationärer Pflege bei der Ermittlung der Pflegebedürftigen insgesamt nicht berücksichtigt, bei den Empfängern von stationärer Pflege sind sie aber enthalten. Eine Vergleichbarkeit der einzelnen Leistungsarten gegenüber den Vorjahren ist somit in vollem Umfang gegeben. Die zeitliche Vergleichbarkeit der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen ab 2009 mit den vorherigen Erhebungen ist durch die Veränderung etwas eingeschränkt. Der Dämpfungseffekt für die Veränderungsrate wird bundesweit auf einen Prozentpunkt geschätzt.

Grund für die geänderte Ermittlung der Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt ist die Reform der Pflegeversicherung im Sommer 2008. Danach stieg der höchstmögliche Gesamtanspruch aus der Kombination von Leistungen der Tages- und Nachtpflege mit ambulanten Sachleistungen oder dem Pflegegeld. Somit stieg der Anreiz diese Leistungen parallel in Anspruch zu nehmen.

Vergleichbarkeit

Es gibt keine vergleichbaren WHO-, OECD- und EU-Indikatoren.

Dieser Indikator ist neu im Indikatorensatz.

Originalquellen

• Publikationen der Statistischen Landesämter im zweijährlichen Rhythmus, z. B. Statistische Jahrbücher, Statistische Berichte oder weitere Publikationen zur Pflegestatistik.

• Statistisches Bundesamt: Berichte zur Pflegestatistik - Deutschlandergebnisse und Ländervergleiche,

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Statistiken/Sozialleistungen/Pflege/Pflege.psml

Dokumentationsstand

12.02.2003, nlga/lögd/LDS NRW; Anpassung/Ergänzung 2011 - TLS