Thüringer Landesamt für Statistik
ONLINE Gesundheitsportal
Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
ONLINE Gesundheitsportal
Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (K)
03.053
 

Säuglingssterbefälle in Thüringen (im Zeitvergleich) nach Neonatal- und Postneonatalsterblichkeit

 

Definition

Die Säuglingssterblichkeit wird meist zeitlich und international verglichen und ist ein Indikator für die allgemeine Qualität der Lebensverhältnisse und der medizinischen (insbesondere der geburtshilflichen) Betreuung.

Die Säuglingssterblichkeit beinhaltet lebend geborene Kinder, die nachgeburtlich verstorben sind. Totgeborene Kinder sind darin nicht eingeschlossen.

Die Säuglingssterblichkeit bezieht sich auf im ersten Lebensjahr Gestorbene je 1 000 Lebendgeborene eines Kalenderjahres.

Die Frühsterblichkeit (auch frühe Neonatalsterblichkeit) bezeichnet Säuglinge, die zwischen dem Tag der Entbindung (Tag 0) bis zum 6. Lebenstag einschließlich verstorben sind, die späte Neonatalsterblichkeit bezieht sich auf verstorbene Säuglinge im Alter von 7 bis einschließlich 27 Tagen (bzw. bis unter 28 Tagen) und die Nachsterblichkeit (auch Postneonatalsterblichkeit genannt) beinhaltet verstorbene Säuglinge im Alter von 28 bis 364 Tagen (bzw. bis unter 365 Tagen).

Im internationalen Vergleich ist der Begriff Neonatalsterblichkeit gebräuchlich, dieser beinhaltet verstorbene Säuglinge im Alter von 0 bis 27 Tagen( < 28 Tagen).

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung

Periodizität

Jährlich, 31.12.

Validität

Alle Lebendgeborenen werden ins Geburtenregister eingetragen, so dass eine vollständige Erfassung vorliegt. Für verstorbene Lebendgeborene wird eine Todesbescheinigung ausgestellt. Es liegt eine vollständige Erfassung und eine gute Datenqualität vor.

Kommentar

Die Säuglingssterblichkeit gilt auch im internationalen Vergleich als Indikator für die medizinische und geburtshilfliche Versorgung von Müttern und Säuglingen.

Mit der Einführung von Maßnahmen, die die Versorgungsqualität vor und nach der Entbindung verbessert haben (z. B. Einführung des Apgar-Schemas bei Neugeborenen, Mutterschutzgesetz, Mutterschaftsrichtlinien, Mutterpass, neonatologische Versorgung), konnte die Säuglingssterblichkeit erheblich gesenkt werden. Der vorliegende Indikator ist ein Ergebnisindikator.

Vergleichbarkeit

Vergleichbar mit den WHO-Indikatoren 1110 070100 INFANT MORTALITY RATE, PER 1000 LIVE BIRTHS, 1120 070101 NEONATAL MORTALITY RATE, PER 1000 LIVE BIRTHS, 1150 070104 POSTNEONATAL MORTALITY, PER 1000 LIVE BIRTHS. Vergleichbar mit dem OECD-Indikator ZU INFANT MORTALITY und mit den EU-Indikatoren ZU INFANT-, NEONATAL- AND POSTNEONATAL MORTALITY.

Dieser Indikator ist identisch mit dem bisherigen Indikator 3.4.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter, z. B. zur Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung.

Dokumentationsstand

14.02.2003, nlga/lögd; Anpassung/Ergänzung 2006 - TLS