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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (K)
03.063
 

AIDS-Erkrankte in Thüringen (im Zeitvergleich) nach Betroffenengruppen und Geschlecht

 

Definition

AIDS ist eine Infektionskrankheit mit erheblicher sozialer Relevanz. AIDS ist eine verhütbare Krankheit, die überwiegend jüngere, ökonomisch aktive Menschen betrifft, ansteckend ist, teure Behandlungskosten verursacht und nicht heilbar ist.

Als AIDS (engl.: Acquired Immune Deficiency Syndrome, deutsch: Erworbenes Immundefekt-Syndrom) werden die schweren klinischen Manifestationsformen im Endstadium der Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) klassifiziert.

Die als Betroffenengruppen aufgeführten Kategorien charakterisieren Personenkreise, die einem besonderen Infektionsrisiko unterliegen. Es wird das nach allen vorliegenden Informationen als wahrscheinlichster Infektionsweg eingestufte Infektionsrisiko angegeben.

Unter der im Indikator 3.63 ausgewiesenen Kurzbezeichnung MSM verbergen sich Männer, die Sex mit Männern haben; zu den Intravenös Drogenabhängigen (IDVA) zählen Personen, bei denen als Infektionsrisiko sowohl homosexuelles Verhalten als auch i. v. Drogenkonsum angegeben wird. Zu den Bluterkranken und Bluttransfusionsempfängern (Hämo/Trans) werden Empfänger von Bluttransfusionen und Blutprodukten (die nicht Hämophile sind) sowie Empfänger von Transplantaten - einschließlich Patienten, die die Transfusion im Ausland erhalten haben - zusammengefasst. Personen, für die kein anderes Infektionsrisiko angegeben wird, werden unter der Kategorie Heterosexuelle Kontakte (nicht aus Endemiegebieten) geführt. Personen, die aus Hochprävalenz-Ländern (HPL) stammen (HIV-Prävalenz in der allgemeinen Bevölkerung >1 %), sind in der Gruppe Personen aus Hochprävalenz-Ländern zusammengefasst. Eine weitere Betroffenengruppe sind Kinder, die sich prä- oder perinatal (PPI) infizieren. Fehlende oder keine Angaben zum Infektionsrisiko sind in einer Restgruppe enthalten.

Es werden nur Fälle in das AIDS-Fallregister aufgenommen, die der Falldefinition genügen. Diese Fallberichte werden dem Jahr der Diagnosenstellung zugeordnet, ggf. auch rückwirkend. Dadurch kann es nachträglich zu Korrekturen von Zahlen kommen. Die Erkrankungen werden für Großstädte über 100 000 Einwohner, für größere Regionen und für Länder dargestellt. Die Großräume werden auf der Basis der ersten drei Ziffern der Postleitzahlen gebildet.

Bei der Behandlung der HIV-Infektion sind in den letzten Jahren Fortschritte erzielt worden, so dass HIV-Infizierte zu einem späteren Zeitpunkt an AIDS erkranken.

In das AIDS-Fallregister werden nur Personen aufgenommen, die ihren ständigen Wohnsitz in der BRD haben.

Datenhalter

AIDS-Zentrum in der Abteilung für Infektionsepidemiologie des Robert Koch-Instituts

Datenquelle

AIDS-Fallregister

Periodizität

Jährlich, 31.12.

Validität

Die AIDS-Fallmeldungen aus den großen klinischen Behandlungszentren wurden auf die elektronische Datenerfassung und -übermittlung umgestellt. Durch verzögerte Erfassung und Übermittlung gibt es weiterhin einen erheblichen Meldeverzug, der zu Nachkorrekturen der Zahlen führt. Die Vollständigkeit des AIDS-Fallregisters liegt bei ca. 85 %.

Kommentar

Seit 1982 werden die freiwilligen und anonymen Fallberichte der behandelnden Ärzte über AIDS-Erkrankungs- und -Todesfälle in der Bundesrepublik Deutschland in einem zentralen Fallregister zusammengetragen und ausgewertet. In das AIDS-Fallregister werden nur Erkrankte aufgenommen, die ihren ständigen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben und die der geltenden Falldefinition für die epidemiologische Überwachung von AIDS genügen. Berichte, bei denen unverzichtbare Angaben unvollständig sind, werden recherchiert und ggf. später aufgenommen. Durch die fortlaufenden Recherchen können sich Veränderungen in der Zahl oder der Zuordnung der bereits in der Vergangenheit gemeldeten Fälle ergeben. Verminderungen der Gesamtzahl können entstehen, wenn bisher unbekannte Mehrfachmeldungen des gleichen Falles als solche identifiziert werden.

Es handelt sich um einen Ergebnisindikator.

Vergleichbarkeit

Vergleichbar mit dem WHO-Indikator 2180 050312 Clinically diagnosed AIDS incidence/100000. Daten für Deutschland werden vom Robert Koch-Institut (RKI) an die WHO geliefert, so dass Übereinstimmung der Angaben besteht. Indikatoren zu AIDS-Inzidenz und -Prävalenz sind im OECD- und EU-Indikatorensatz enthalten. Im bisherigen Indikatorensatz gab es den Indikator 3.16 AIDS-Erkrankte nach Betroffenengruppen und Geschlecht, der mit dem vorliegenden Indikator vergleichbar ist. Der bis zum Jahr 2000 benutzte Begriff Homo-/Bisexuelle wurde durch den Begriff Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) ersetzt, der bisherige Begriff Patienten aus Pattern-II-Ländern wurde durch den Begriff Personen, die aus Hochprävalenz-Ländern stammen (HPL) ersetzt. Demzufolge können Zeitreihen fortgeführt werden.

Originalquellen

AIDS-Zentrum in der Abteilung für Infektionsepidemiologie des Robert Koch-Instituts: Epidemiologisches Bulletin. Gemeldete AIDS-Fälle nach Ländern.

www.rki.de

Dokumentationsstand

10.02.2003, Abt. für Infektionsepidemiologie des RKI/lögd; Anpassung/Ergänzung 2010 - TLS