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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (K)
03.068
 

Gemeldete Neuerkrankungen an bösartigen Neubildungen in Thüringen (Jahr) nach Alter und Geschlecht

 

Definition

Die jährlichen alters- und geschlechtsspezifischen Neuerkrankungsraten (Inzidenz) an bösartigen Neubildungen bilden eine wichtige Grundlage für die zeitliche Beurteilung des Krankheitsgeschehens in der Bevölkerung und können zur frühzeitigen Aufdeckung neuer Krebsgefahren beitragen oder Effekte von Präventions- oder Früherkennungsprogrammen reflektieren. Kenntnisse über die Neuerkrankungsraten sind wichtige Planungshilfen für die bedarfsgerechte medizinische Versorgung. Der Indikator 3.68 weist die in den Krebsregistern der Länder geführte Anzahl und die altersspezifischen Inzidenzraten der Neuerkrankungen an bösartigen Neubildungen (1995 - ICD-9: 140 - 208, ohne 173 und ab 2000 - ICD-10: C00 - C97, ohne C44) der Wohnbevölkerung, nach 5-Jahres-Altersgruppen und nach Geschlecht getrennt, für das einzelne Berichtsjahr aus.

Zusätzlich werden altersstandardisierte Inzidenzraten angegeben.

Datenhalter

Gemeinsames Krebsregister (GKR) der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen

Datenquelle

Jahresstatistiken zur Krebsinzidenz

Periodizität

Jährlich, 31.12.

Validität

Um zuverlässige Rückschlüsse auf die Epidemiologie von bösartigen Neubildungen in der Bevölkerung zu erzielen, ist Vollzähligkeit bei der Krebsregistrierung anzustreben. Das bedeutet, dass möglichst alle Erkrankungen, die in der Bevölkerung auftreten, dem Register gemeldet werden. Da die Vollzähligkeit der Registrierung in den Ländern und bei den einzelnen Krebsarten variiert, sollte zur Bewertung der Angaben zur Inzidenz jeweils der Grad der Vollzähligkeit angegeben werden. Hierbei sollten die offiziellen Abschätzungen des Robert Koch-Instituts für das jeweilige Inzidenzjahr und der entsprechende so genannte DCO-Anteil wiedergegeben werden. Den DCO-Anteil in einem Register bilden die registrierten Erkrankungsfälle, über die allein aus Todesbescheinigungen Informationen vorliegen (Death Certificate Only). Während DCO-Fälle bei der Vollzähligkeitsabschätzung aus methodischen Gründen ausgeschlossen werden, finden sie bei der Inzidenzberechnung Berücksichtigung. Ein Erfassungsgrad von mindestens 90% sollte vorliegen, um valide Aussagen treffen zu können.

Die Vollzähligkeit des Krebsregisters für den Freistaat Thüringen für Krebs insgesamt für Männer und Frauen zusammen schwankt in den Jahren 1995 bis 2008 zwischen 58 % (1998) und 95 % (2008) ohne DCO-Fälle bzw. zwischen 89 % (1995) und 110 % (2003) mit DCO-Fällen. Mit Registerstand vom September 2011 liegt der Erfassungsgrad von Krebs insgesamt für das Jahr 2008 aktuell bei 95 % ohne DCO-Fälle und bei 106 % mit DCO-Fällen. Für einzelne Lokalisationen und die einzelnen Geschlechter kann sich der Erfassungsgrad beträchtlich von den für Krebs insgesamt benannten Werten unterscheiden. Bei der Vollzähligkeitsschätzung mit DCO-Fällen ergeben sich Werte von über 100%, wenn die Summe aus DCO- und ärztlich gemeldeten Erkrankungsfällen eine Zahl ergibt, die über der vom RKI geschätzten Zahl der erwarteten Neuerkrankungen liegt.

Im Gegensatz zur Vollzähligkeit bezieht sich die Vollständigkeit eines Krebsregisters auf die Qualität der Daten. So sollten dem Register zu jedem gemeldeten Erkrankungsfall auch alle erforderlichen Informationen zu Patient und Erkrankung vorliegen.

Kommentar

In einigen Bundesländern ist die Krebsregistrierung nicht flächendeckend aufgebaut, so dass die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen nur mit Hilfe von Extrapolationsmodellen geschätzt werden kann. Der Indikator kann deshalb z. Z. für diese Länder nur eine Abschätzung über die alters- und geschlechtsspezifische Verteilung von bösartigen Neubildungen liefern. In Thüringen ist eine flächendeckende Erfassung durch das GKR gegeben.

Der vorliegende Indikator ist ein Ergebnisindikator.

Vergleichbarkeit

Wegen der 5-Jahres-Altersstruktur ist der Indikator kaum vergleichbar mit den WHO-Indikatoren 1510 100101 SDR, MALIGNANT NEOPLASMS, 0-64, PER 100 000 POPULATION, 1511 100101 SDR, MALIGNANT NEOPLASMS, 0-64/100 000, MALE, 1512 100101 SDR, MALIGNANT NEOPLASMS, 0-64/100 000, FEMALE. Nicht vergleichbar mit OECD- und EU-Indikatoren, da die verwendeten Krebsinzidenzraten keine Altersgruppenaufteilung enthalten. Im bisherigen Indikatorensatz (Ind. 3.18) waren keine nach Altersgruppen gegliederten Angaben zur Krebsinzidenz enthalten.

Originalquellen

• Veröffentlichungen und statistische Jahresberichte des GKR.

• Standardtabellen oder weitere statistische Quellen.

Dokumentationsstand

06.02.2003, lögd/Epidemiologisches Krebsregister für den Regierungsbezirk Münster; Anpassung/Ergänzung 2008 - GKR; 2012 - Aktualisierung GKR Berlin