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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (K)
03.069
 

Gemeldete Neuerkrankungen an ausgewählten bösartigen Neubildungen in Thüringen (Jahr) nach Geschlecht

 

Definition

Zu den häufigsten Lokalisationen bösartiger Neubildungen bei Frauen zählt die Brustdrüse, der Darm und die Lunge; bei Männern die Lunge, die Prostata, der Darm und der Magen. Dem Monitoring dieser häufigen Krebserkrankungen beider Geschlechter trägt der Indikator 3.69 Rechnung. Der Indikator weist alle gemeldeten Neuerkrankungen an bösartigen Neubildungen (1990 und 1995 - ICD-9: 140 - 208, ohne 173 und ab 2000 - ICD-10: C00 - C97, ohne C44: Sonstige bösartige Neubildungen der Haut, auch Basaliome genannt) und die nach Einzeldiagnosen häufigsten Neuerkrankungen von Frauen und Männern an bösartigen Neubildungen (Lippe, Mund, Rachen, Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Lunge, Melanom, Brust, Gebärmutterhals, Prostata, lymphatisches und blutbildendes Gewebe) im Land nach Berichtsjahr aus. Die Untergliederung enthält die absolute Zahl der Neuerkrankungen und alterstandardisierte Inzidenzraten pro 100 000 Frauen bzw. Männer der jeweiligen Bezugspopulation. Die Kodierung der Krebsarten erfolgt nach der 10. Revision der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) [1990 und 1995 - ICD-9].

Datenhalter

Gemeinsames Krebsregister (GKR) der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen

Datenquelle

Jahresstatistiken zur Krebsinzidenz

Periodizität

Jährlich, 31.12.

Validität

Um zuverlässige Rückschlüsse auf die Epidemiologie von bösartigen Neubildungen in der Bevölkerung zu erzielen, ist Vollzähligkeit bei der Krebsregistrierung anzustreben. Das bedeutet, dass möglichst alle Erkrankungen, die in der Bevölkerung auftreten, dem Register gemeldet werden. Da die Vollzähligkeit der Registrierung in den Ländern und bei den einzelnen Krebsarten variiert, sollte zur Bewertung der Angaben zur Inzidenz jeweils der Grad der Vollzähligkeit angegeben werden. Hierbei sollten die offiziellen Abschätzungen des Robert Koch-Instituts für das jeweilige Inzidenzjahr und der entsprechende so genannte DCO-Anteil wiedergegeben werden. Den DCO-Anteil in einem Register bilden die registrierten Erkrankungsfälle, über die allein aus Todesbescheinigungen Informationen vorliegen (Death Certificate Only). Während DCO-Fälle bei der Vollzähligkeitsabschätzung aus methodischen Gründen ausgeschlossen werden, finden sie bei der Inzidenzberechnung Berücksichtigung. Ein Erfassungsgrad von mindestens 90% sollte vorliegen, um valide Aussagen treffen zu können.

Die Vollzähligkeit des Krebsregisters für den Freistaat Thüringen für Krebs insgesamt für Männer und Frauen zusammen schwankt in den Jahren 1995 und 2008 zwischen 58 % (1998) und 95 % (2008) ohne DCO-Fälle bzw. zwischen89 % (1995) und 110 % (2003) mit DCO-Fällen. Bei der Vollzähligkeitsschätzung mit DCO-Fällen ergeben sich Werte von über 100%, wenn die Summe aus DCO- und ärztlich gemeldeten Erkrankungsfällen eine Zahl ergibt, die über der vom RKI geschätzten Zahl der erwarteten Neuerkrankungen liegt. Für einzelne Lokalisationen und die einzelnen Geschlechter kann sich der Erfassungsgrad beträchtlich von den für Krebs insgesamt benannten Werten unterscheiden. So liegt beispielsweise die Vollzähligkeit der Krebsregistrierung für Krebs des Dick- und Mastdarms (C18-C21) bei Männern und Frauen zusammen ohne DCO-Fälle zwischen 44 % (1995) und 87 % (2004 und 2005) bzw. zwischen 71 % und 104 % mit DCO-Fällen. (Für Informationen zum Vollzähligkeitsgrad der Lungen-, Brust- und Prostatakrebserfassung siehe Metadaten der Indikatoren 3.70, 3.71 und 3.72). Mit Registerstand vom September 2011 liegt der Erfassungsgrad von Krebs insgesamt für das Jahr 2008 aktuell bei 95 % ohne DCO-Fälle und bei 106 % mit DCO-Fällen.

Im Gegensatz zur Vollzähligkeit bezieht sich die Vollständigkeit eines Krebsregisters auf die Qualität der Daten. So sollten dem Register zu jedem gemeldeten Erkrankungsfall auch alle erforderlichen Informationen zu Patient und Erkrankung vorliegen.

Kommentar

In einigen Bundesländern ist die Krebsregistrierung nicht flächendeckend und vollzählig aufgebaut, so dass die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen nur mit Hilfe von Extrapolationsmodellen geschätzt werden kann. Der Indikator hat deshalb für diese Länder eine eingeschränkte Aussagefähigkeit. In Thüringen ist eine flächendeckende Erfassung durch das GKR gegeben.

Der vorliegende Indikator ist ein Ergebnisindikator.

Vergleichbarkeit

Vergleichbar mit den WHO-Indikatoren 2340 - 2345 991002/991052 CANCER INCIDENCE - TRACHEA, BRONCHUS/LUNG/100 000/MALE/FEMALE, 2350 100601 FEMALE BREAST CANCER INCIDENCE PER 100 000 und 2360 100401 CERVIX UTERI CANCER INCIDENCE PER 100 000. Die vergleichbaren OECD- Indikatoren sind Krebsinzidenzraten, standardisiert auf die OECD-Standardpopulation. Im EU-Indikatorensatz findet man vergleichbare Indikatoren zu All cancers, Lung cancer, Breast cancer, Cervix uteri cancer, Colorectal cancer, Prostate cancer. Die dortigen Angaben zum Melanom enthalten in Abweichung zur deutschen Krebsregistrierung auch Angaben zu Other skin cancer. Im bisherigen Indikatorensatz (Ind. 3.18) waren ausgewählte Angaben zur Krebsinzidenz nach Geschlechtern enthalten.

Originalquellen

• Veröffentlichungen und statistische Jahresberichte des GKR.

• Standardtabellen oder weitere statistische Quellen.

Dokumentationsstand

07.02.2003, lögd/Epidemiologisches Krebsregister für den Regierungsbezirk Münster; Anpassung/Ergänzung - 2008 - GKR; 2012 - Aktualisierung GKR Berlin