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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (K)
03.082
 

Psychische und Verhaltensstörungen in Thüringen (im Zeitvergleich) nach Geschlecht

 

Definition

Psychische und Verhaltensstörungen sind besonders häufige und kostenintensive Erkrankungen, die eine große Belastung für die Lebensführung und -qualität der Betroffenen und ihre Angehörigen darstellen. Psychische und Verhaltensstörungen gewinnen sowohl für den Gesundheitszustand aller Altersgruppierungen der Bevölkerung, speziell auch im höheren Lebensalter, zunehmend an Bedeutung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass unter Psychischen und Verhaltensstörungen (Hauptdiagnosegruppe V der ICD-10) sehr unterschiedliche Formen von psychischen Erkrankungen und Störungen zusammengefasst sind, die zumindest einen Teil der davon Betroffenen von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben mehr oder weniger ausgrenzen. In der bis zum Jahre 1999 geltenden Klassifikation der Krankheiten (ICD-9) wurde die Krankheitsgruppe als psychiatrische oder psychische Krankheiten bezeichnet.

Mit dem vorliegenden Indikator 3.82 wird versucht, anhand verfügbarer Daten die Morbidität der Bevölkerung und die Belastungen des Gesundheitswesens durch psychische und Verhaltensstörungen nach Geschlecht auf Länderebene im Trend darzustellen. Inzidenzdaten liegen nicht vor. Die Hauptdiagnosegruppe Psychische und Verhaltensstörungen kennzeichnet ein komplexes Spektrum sehr verschiedener psychogener Krankheitsbilder (ICD-10: Kapitel V Psychische und Verhaltensstörungen, F00 - F99).

Datenhalter

für die Krankenhausfälle: Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

für die Krankenhausfälle:

• Krankenhausstatistik, Teil II - Diagnosen

• Fortschreibung des Bevölkerungsstandes

Periodizität

Jährlich

Validität

Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Bundesstatistik für Krankenhäuser (Krankenhausstatistik-Verordnung - KHStatV) vom 10.4.1990 in der jeweils gültigen Fassung. Alle Krankenhäuser sind berichtspflichtig, d. h. es liegt eine Totalerhebung vor. Nicht enthalten sind Krankenhäuser im Straf-/Maßregelvollzug sowie Polizei- und Bundeswehrkrankenhäuser (sofern sie nicht oder nur im eingeschränkten Umfang für die zivile Bevölkerung tätig sind). Es wird von einer vollständigen Datenerfassung und einer ausreichenden Datenqualität ausgegangen. Im Freistaat Thüringen kommen alle Krankenhäuser ihrer Meldepflicht nach.

Kommentar

Änderungen in der Häufigkeit von Krankenhausfällen können nicht zwangsläufig auf eine Veränderung der Morbidität zurückgeführt werden. So führen z. B. Mehrfachbehandlungen von Patienten in langwierigen Behandlungsepisoden zu derselben Krankheit zu Mehrfachzählungen.

Die Diagnosestatistik liegt nach Behandlungs- und Wohnort vor. Für den vorliegenden Indikator werden die stationären Behandlungsfälle nach Behandlungsort zu Grunde gelegt. Da es sich um eine Fallstatistik (Prävalenz) handelt, hat die Altersstandardisierung einen untergeordneten Wert. Deshalb werden die berechneten Raten je 100 000 Einwohner bevorzugt.

Der vorliegende Indikator ist ein Ergebnisindikator und beinhaltet die Krankenhausfälle nach dem Behandlungsort.

Vergleichbarkeit

Vergleichbare Indikatoren finden sich bei der WHO in den Indikatoren 2382 992979 Number of hospital discharges: mental and behaviour disorders und 2383 992929 Number of hospital discharges: mental and behaviour disorders/100 000 population, teilweise vergleichbar mit OECD-Indikatoren: Direct expenditures by disease; Discharge rates by diagnostic categories, mental disorders und in den ECHI-Vorschlägen der EU: Number of discharges due to mental health conditions, Number of disability pensions due to mental disorders.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter, z. B. Statistisches Jahrbuch oder Statistische Berichte zur Krankenhausdiagnosestatistik.

Dokumentationsstand

11.02.2003, lögd; Anpassung/Ergänzung 2011 - TLS