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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (K)
03.111
 

Krankenhausfälle infolge von Verletzungen und Vergiftungen in Thüringen (Jahr) nach Alter und Geschlecht

 

Definition

Die alters- und geschlechtsspezifischen stationären Behandlungsraten infolge von Verletzungen und Vergiftungen reflektieren die Morbiditätssituation der Bevölkerung. Die Darstellung nach Altersgruppen und Geschlecht ermöglicht Aussagen über die mit dem Alter verbundene Erkrankungshäufigkeit.

Bei stationären Behandlungen wird die Hauptdiagnose von den behandelnden Ärzten bei der stationären Entlassung kodiert. Zur Hauptdiagnosegruppe der Verletzungen, Vergiftungen und bestimmter anderer Folgen äußerer Ursachen gehören alle unter S00 - T98 (ICD-10) kodierten Verletzungen und Vergiftungen.

Der Indikator weist die Krankenhausfälle infolge von Verletzungen und Vergiftungen insgesamt und nach Geschlecht und Altersgruppen mit Bezug auf die Wohnbevölkerung des Berichtsjahres aus. Die Krankenhausfälle berechnen sich aus der Anzahl der Patienten, die in ein Krankenhaus aufgenommen, stationär behandelt und im Berichtsjahr mit einer der erwähnten Diagnosen entlassen wurden. Als Bezugspopulation wird die durchschnittliche Bevölkerung verwendet.

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

• Krankenhausstatistik, Teil II - Diagnosen

• Fortschreibung des Bevölkerungsstandes

Periodizität

Jährlich

Validität

Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Bundesstatistik für Krankenhäuser (Krankenhausstatistik-Verordnung - KHStatV) vom 10.4.1990 in der jeweils gültigen Fassung. Alle Krankenhäuser sind berichtspflichtig, d. h. es liegt eine Totalerhebung vor. Nicht enthalten sind Krankenhäuser im Straf-/Maßregelvollzug sowie Polizei- und Bundeswehrkrankenhäuser (sofern sie nicht oder nur im eingeschränkten Umfang für die zivile Bevölkerung tätig sind).

Es wird von einer vollständigen Datenerfassung und einer ausreichenden Datenqualität ausgegangen (s. a. Kommentar zu Indikator 3.110).

Im Freistaat Thüringen kommen alle Krankenhäuser ihrer Meldepflicht nach.

Kommentar

Daten über die allgemeine Inzidenz von Verletzungen sind derzeit nicht verfügbar. Es werden hier stattdessen die Krankenhausfälle berichtet.

Die Diagnosestatistik liegt nach Behandlungs- und Wohnort vor. Da es sich um eine Fallstatistik handelt, hat die Altersstandardisierung einen untergeordneten Wert. Deshalb werden die berechneten Raten je 100 000 Einwohner bevorzugt.

Der vorliegende Indikator ist ein Ergebnisindikator und beinhaltet die Krankenhausfälle nach dem Behandlungsort.

Vergleichbarkeit

Vergleichbar mit den WHO-Indikatoren 2540 992928 Hospital discharges, injury & poisoning/100 000 population, 2541 992978 Hospital discharges, injury and poisoning und dem OECD-Indikator Health care utilisation, Discharge rates by diagnostic categories, Injury & poisoning. Der Indikator ist nur bedingt vergleichbar mit dem EU-Indikator Morbidity, disease-specific, Diseases/disorders of large impact, Road traffic injuries, da die Straßenverkehrsunfälle nur eine Teilmenge aller Unfälle sind und die Kodierung in Deutschland für Unfallmorbidität nach den Verletzungen (Kapitel XIX der ICD-10) erfolgt. Eine Untergliederung der Angaben in Altersklassen ist nicht vorgesehen. Im bisherigen Indikatorensatz gab es den Indikator 3.30 mit einer Übersicht über das Morbiditätsgeschehen bei Verletzungen und Vergiftungen im Regionalvergleich. Grundsätzlich liegen die Daten in den Ländern auch mit einer regionalen Strukturierung vor.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter, z. B. Statistisches Jahrbuch oder Statistische Berichte zur Krankenhausdiagnosestatistik.

Dokumentationsstand

26.02.2003, lögd/LDS NRW; Anpassung/Ergänzung 2010 - TLS