Thüringer Landesamt für Statistik
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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 03 Gesundheitszustand


 
Indikator (K)
03.115
 

Gestorbene infolge äußerer Ursachen von Morbidität und Mortalität (Unfälle, Suizid etc.) in Thüringen (Jahr) nach Alter und Geschlecht

 

Definition

Die wichtigsten Ursachen von tödlichen Verletzungen und Vergiftungen sind in allen Altersgruppen Verkehrsunfälle, Stürze und Suizide (s. Indikator 3.88). Während tödliche Verkehrsunfälle wegen verbesserter technischer Sicherheitsstandards in den letzten Jahren abgenommen haben (s. Ind. 3.116 - 3.119), sind Stürze Hauptursachen für Verletzungen und nicht krankheitsbezogenen Tod im Alter.

Die Unfallverletzungen mit oftmals jahrelanger Rehabilitation und Behinderung oder tödlichem Ausgang stellen besondere individuelle und gesellschaftliche Belastungen dar. Geschlechtsspezifische Sterblichkeitsziffern machen ihren Anteil an der Gesamtsterblichkeit deutlich. Sie geben die Anzahl der nach Unfall Verstorbenen nach Alter und Geschlecht und die entsprechende Häufigkeit je 100 000 Einwohner des gleichen Geschlechts in Altergruppen an.

Der Indikator enthält die absoluten Todesfälle und die auf die jeweilige durchschnittliche Wohnbevölkerung bezogenen, geschlechtsspezifischen Mortalitätsraten infolge äußerer Ursachen von Morbidität und Mortalität (Unfälle, Suizid etc.) des Bundeslandes für das Berichtsjahr. Zusätzlich werden tödliche Transportmittel- sowie Haus- sowie Sport- und Spielunfälle ausgewiesen. Zu den Hausunfällen (häusliche Unfälle) gehören Unfälle im Haus, in der Garage, im Garten und z. B. auch im Swimmingpool.

Die Rate der Unfälle mit Todesfolge setzt die Anzahl der Unfalltoten in Verhältnis zu 100 000 Einwohnern. Zusätzlich erfolgt eine direkte Altersstandardisierung auf die Europabevölkerung (alt). Grundlage für die Tabelle bildet die amtliche Todesursachenstatistik.

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

• Todesursachenstatistik

• Fortschreibung des Bevölkerungsstandes

Periodizität

Jährlich

Validität

Für die Registrierung der Sterbefälle ist die letzte Wohngemeinde, bei mehreren Wohnungen die Hauptwohnung des Gestorbenen maßgebend. Die Zahlen werden der Bevölkerungsstatistik und der Todesursachenstatistik der Länder entnommen. Die Todesbescheinigungen werden von dem zuständigen Gesundheitsamt an das Statistische Landesamt weitergeleitet, in dem die Kodierung der Todesbescheinigungen erfolgt. Daten über tödliche Unfälle gelten als valide.

Kommentar

Während die Kodierung von Behandlungsdiagnosen, z. B. die Krankheitsdiagnosestatistik, auf dem Kapitel XIX Verletzungen, Vergiftungen und bestimmter anderer Folgen äußerer Ursachen (S00 - T98) der ICD-10 beruht, basieren Angaben der Todesursachenstatistik auf dem Kapitel XX Äußere Ursachen von Morbidität und Mortalität (V01 - Y98) der ICD-10. Letztere beschreiben äußere Ursachen von Morbidität und Mortalität, wie z. B. Eisenbahnunfälle, Kraftfahrzeugunfälle, Unfälle durch Hitze und Kälte, Ertrinken, Suizid usw.

Unfälle und Vergiftungen werden in der Krankenhausdokumentation und auf Todesbescheinigungen sowohl als Unfälle als auch als Verletzung beschrieben, jedoch nur unikausal kodiert. Bei vergleichenden Datenanalysen ist unbedingt zu beachten, dass unterschiedliche Klassifikationen verwendet werden. Zur Berechnung der Raten wird die durchschnittliche Bevölkerung verwendet.

Der Indikator zählt zu den Ergebnisindikatoren.

Vergleichbarkeit

Vergleichbar mit den WHO-Indikatoren 1710-12 110101, 1723-25 110103 SDR,external causes, injury & poisoning, 0-64/65+/100 000 population/male/female, 1730-32 110201, 1743-45 110203 SDR, motor vehicle traffic accidents, 0-64/65+/100 000 population/male/female, 1750-53 110901, 1763-65 110903 SDR, other external causes, 0-64/65+/100 000 population/male/female. Vergleichbar mit dem OECD-Indikator Causes of mortality, External causes of injury and poisoning, Motor vehicle accidents, Accidental falls. Vergleichbar mit EU-Indikatoren zu Main causes of death, chapter External causes of mortality. Nur bedingt vergleichbar mit bisherigem Indikator 3.8, der die Verstorbenen infolge von Äußere Ursachen bei Verletzungen und Vergiftungen (ICD-9, E-Klassifikation) enthielt.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter, z. B. Statistisches Jahrbuch oder Statistische Berichte zur Todesursachenstatistik.

Dokumentationsstand

26.02.2003, lögd/LDS NRW; Anpassung/Ergänzung 2010 - TLS