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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 04 Gesundheitsrelevante Verhaltensweisen


 
Indikator (B)
04.006
 

Mittlerer täglicher Alkoholkonsum in Gramm (Alkohol) in Deutschland (Jahr) nach Alter, Sozialschicht und Geschlecht

 

Definition

Alkohol stellt hierzulande neben Tabak das Suchtproblem Nr. 1 dar. Gesteigerter und chronischer Alkoholkonsum kann zu einer Vielzahl von Gesundheitsstörungen und Krankheiten führen. Die Gefährdung ist im Wesentlichen über den Alkoholmissbrauch gegeben, der über eine akute Vergiftung hinausgeht. Bei der Alkoholabhängigkeit müssen nachweisbare Symptome hinzukommen (1). Als Folge eines übermäßigen, chronischen Alkoholkonsums treten die sogenannten klassischen Alkoholkrankheiten (u. a. Alkoholpsychosen, Leberzirrhose) auf. Gleichzeitig trägt der Alkoholkonsum zur Entstehung anderer Krankheiten bei (u. a. Krebserkrankungen der oberen Verdauungswege). Der Alkoholkonsum ist alters-, geschlechts- und sozialschichtabhängig.

Alle Teilnehmer wurden gefragt, wie häufig (an wie vielen Tagen) sie in den letzten 12 Monaten Bier, Wein und hochprozentige alkoholische Getränke zu sich genommen haben und wie viel an solchen Tagen üblicherweise von den Getränken konsumiert wurde. Der Umrechnung der Zahl getrunkener Gläser alkoholischer Getränke in Gramm Alkohol liegen Standardeinheiten zugrunde. Für den durchschnittlichen Alkoholgehalt von Bier werden für die Umrechnung 4,8 Vol. %, von Wein und Sekt 11 Vol. % und von Spirituosen 33 Vol. % angenommen (Standardeinheiten) (2).

Datenhalter

Robert Koch-Institut (RKI)

Datenquelle

Bundes-Gesundheitssurvey 1998

Periodizität

Mehrjährig

Validität

Die Daten des Bundes-Gesundheitssurveys 1998 beruhen auf einer für Deutschland repräsentativen Wohnbevölkerungsstichprobe für die Altersgruppe 18 - 79 Jahre. Es wurden 7 124 Personen befragt und untersucht. Zur Methodik siehe (1). Die von den Befragten selbst gemachten Angaben sind nicht sehr zuverlässig, die angegebenen Trinkmengen sind eher zu niedrig ausgewiesen (underreporting).

Kommentar

Das Merkmal soziale Schicht ist entsprechend der Empfehlung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (DAE) aus den Merkmalen Einkommen, Bildung und beruflicher Position zusammengesetzt (3).

Mittlerer täglicher Alkoholkonsum in Gramm (Alkohol) nach Alter und Geschlecht wird als Bundesindikator geführt. Die additive Menge reinen Alkohols wird auf die mittlere Bevölkerung bezogen.

Folgende Publikationen wurden für die Auswahl und Interpretation des Indikators zu Grunde gelegt:

(1) Das Gesundheitswesen 60 (1998) und Das Gesundheitswesen 61 (1999); jeweils Sonderheft 2 - Schwerpunktheft Bundes-Gesundheitssurvey.

(2) Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.) (2000): Alkoholkonsum und alkoholbezogene Störungen in Deutschland. Nomos Verlagsgesellschaft. (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Gesundheit; Band 128) Baden-Baden.

(3) Ahrens, W., Bellach, B.M., Jöckel, K.H. (Hrsg.) (1998): Messung soziodemographischer Merkmale in der Epidemiologie. RKI Schriften (1).

Der Indikator zählt zur Gruppe der Gesundheitsdeterminanten.

Vergleichbarkeit

Keine Vergleichbarkeit mit WHO-Indikator 3054 991704 Annual pure alcohol consumption, litres/person 15+, da der Bundes-Gesundheitssurvey nur die 18- bis 79-Jährigen erfasst. Die Angaben im WHO-Indikator beruhen auf der Verbrauchsstatistik. Geringe Vergleichbarkeit mit dem Indikator der OECD Alcohol comsumption in litres per capita (+15 years) und dem EU-Indikator Total alcohol consumption. Die Berechnungen werden für Deutschland von der OECD vorgenommen. Das Trinkerverhalten konnte im bisherigen Indikatorensatz als fakultativer Indikator erhoben werden.

Originalquellen

• Public Use File BGS98 des Robert Koch-Instituts.

• Informationssystem für die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (IS-GBE).

Dokumentationsstand

13.09.2002, RKI/lögd; Anpassung/Ergänzung 2010 - TLS