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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 04 Gesundheitsrelevante Verhaltensweisen


 
Indikator (B)
04.008
 

Body-Mass-Index (BMI) der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland (Jahr) nach Alter, sozialer Schicht und Geschlecht

 

Definition

Durch Adipositas werden sowohl die Gesundheit als auch die Lebensdauer negativ beeinflusst. Übergewicht wird mit Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie Bluthochdruck (Hypertonie), erhöhten Blutfettwerten (Hypercholesterinämie) sowie der Entstehung von Krankheiten (insbesondere Diabetes mellitus und bestimmte Malignome) in Verbindung gebracht. Darüber hinaus kann das Übergewicht den Knochen- und Bandapparat überlasten und so arthrotische Gelenkschäden verstärken. Das andere Extrem ist Untergewicht, das ebenfalls zu gesundheitlichen Störungen führt. Zur Definition von Gewichtskategorien wie Untergewicht (unter 18,5 kg/m2), Normalgewicht (18,5 bis unter 25 kg/m2), Übergewicht (25 bis unter 30 kg/m2) und Adipositas (Fettleibigkeit) (30 kg/m2 und mehr) wird der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) benutzt. Der Body-Mass-Index wird aus dem Quotienten des Gewichtes in kg und der Größe in m2 berechnet. Der BMI zeigt eine Abhängigkeit von der Schichtzugehörigkeit, deshalb wurde im Indikator 4.8 eine Differenzierung nach Altersgruppen, Geschlecht und sozialer Schicht vorgenommen.

Datenhalter

Robert Koch-Institut (RKI)

Datenquelle

•  Bundes-Gesundheitssurvey 1998 (BGS98)

•  Telefonischer Gesundheitssurvey 2002/2003 (GSTel 03)

•  Telefonischer Gesundheitssurvey 2003/2004 (GSTel 04)

•  Gesundheit in Deutschland aktuell - Telefonischer Gesundheitssurvey (GEDA) 2008/2009

Periodizität

Mehrjährlich

Validität

Die Daten des Bundes-Gesundheitssurveys 1998 beruhen auf einer für Deutschland repräsentativen Wohnbevölkerungsstichprobe für die Altersgruppe 18 - 79 Jahre. Es wurden 7 124 Personen befragt und untersucht. Zur Methodik siehe (1). Da es sich um gemessene Werte (Angaben zu den Körpermaßen wie Körpergröße und Körpergewicht) handelt, gelten die Aussagen auch auf der Grundlage von umfassenden Qualitätssicherungsmaßnahmen als valide.

Die Daten des telefonischen Bundes-Gesundheitssurveys beruhen auf einer für Deutschland repräsentativen Stichprobe der volljährigen, deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten. Es wurden 8 318 Personen im Zeitraum September 2002 bis März 2003 (GSTel 03) und 7 341 Personen im Zeitraum Oktober 2003 bis März 2004 (GSTel 04) befragt. Zur Methodik siehe (4).

Die Ergebnisse der Erhebung 2008/2009 sind repräsentativ für die erwachsene, deutschsprachige Wohnbevölkerung in Privathaushalten, die telefonisch im Festnetz zu erreichen ist. 21 262 Befragte waren es in der Erhebung 2008/2009. Zur Methodik siehe (5).

Kommentar

Der Indikator 4.8 zum Body-Mass-Index (BMI) der erwachsenen Bevölkerung nach Alter und Geschlecht sowie nach sozialer Schicht wird als Bundesindikator geführt. Im Mikrozensus werden Angaben zu den Körpermaßen nicht gemessen, sondern erfragt. Die Ergebnisse des im Mikrozensus berechneten BMI liegen deutlich unter den gemessenen Werten beim Bundes-Gesundheitssurvey.

Das Merkmal soziale Schicht ist entsprechend der Empfehlung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (DAE) aus den Merkmalen Einkommen, Bildung und beruflicher Position zusammengesetzt (1, 2). Ab 2008/2009 werden die Angaben zur Bildung (Bildungsgruppen) gemäß der International Standard Classifikation of Education (ISCED) ausgewiesen (5).

Folgende Publikationen wurden für die Auswahl und Interpretation der Indikatoren zu Grunde gelegt:

(1) Das Gesundheitswesen 60 (1998) und Das Gesundheitswesen 61 (1999); jeweils Sonderheft 2 - Schwerpunktheft Bundes-Gesundheitssurvey.

(2) Ahrens, W., Bellach, B.M., Jöckel, K.H. (Hrsg.) (1998): Messung soziodemographischer Merkmale in der Epidemiologie. RKI Schriften (1).

(3) Statistisches Bundesamt (1998): Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Gesundheitsbericht für Deutschland. Wiesbaden.

(4) Martin Kohler, Angelika Rieck, Susan Borch, Thomas Ziese (2005): Erster telefonischer Gesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts - Methodische Beiträge, Berlin: Robert Koch-Institut.

(5) Bericht „Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie Gesundheit in Deutschland aktuell 2009“ als Beitrag der Gesundheitsberichterstattung des Bundes

Der Indikator zählt zur Gruppe der Gesundheitsdeterminanten.

Vergleichbarkeit

Keine Vergleichbarkeit mit Indikatoren der WHO. Eine nur bedingte Vergleichbarkeit mit dem OECD-Indikator Obese population, dessen Erhebungsdaten bereits mit der Altersklasse ab 15 Jahren beginnen, und dem EU-Indikator Body mass index. Angaben zum BMI von 30 und mehr gehörten im bisherigen Indikatorensatz zu den fakultativen Indikatoren.

Originalquellen

•  Public Use File BGS98 des Robert Koch-Instituts.

•  Public Use File GSTel 03 des Robert Koch-Instituts.

•  Public Use File GSTel 04 des Robert Koch-Instituts.

•  Bericht "Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie Gesundheit in Deutschland aktuell 2009" als Beitrag der Gesundheitsberichterstattung des Bundes.

•  Informationssystem für die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (IS-GBE).

Dokumentationsstand

13.09.2002, RKI/lögd; Anpassung/Ergänzung 2011 - TLS