Thüringer Landesamt für Statistik
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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 04 Gesundheitsrelevante Verhaltensweisen


 
Indikator (B)
04.013
 

Anteil der Bevölkerung mit sportlicher Betätigung in Deutschland (Jahr) nach Umfang/Woche, Alter, Sozialschicht und Geschlecht

 

Definition

Sport erhöht die subjektive Lebensqualität. Sport als Form der körperlichen Aktivität wird eine besondere Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden zugesprochen.

Generell ist der Tagesverlauf in Deutschland durch bewegungsarme Tätigkeiten geprägt (1). Daher wird ein Ausgleich der Bewegungsarmut im Freizeitbereich immer wichtiger. Sport hat eine depressionsmindernde Wirkung bis zur Verringerung von Herz-Kreislauf-Risikofaktoren und kann die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Es soll jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Frage nach der Dauer sportlicher Betätigung zwar körperliche Aktivität misst, aber keine Aussage über die körperliche Fitness erlaubt. Sportliche Betätigung ist geschlechts-, alters- und sozialschichtabhängig.

Den Teilnehmern am Bundes-Gesundheitssurvey wurde folgende Frage gestellt:

    "Wie oft treiben Sie Sport (bezogen auf die letzten drei Monate)?"

    Antwort jeweils mit: regelmäßig, mehr als 4 Stunden pro Woche; regelmäßig, 2 - 4 Stunden pro Woche; regelmäßig, 1 - 2 Stunden pro Woche; weniger als 1 Stunde in der Woche bzw. keine sportliche Betätigung.

Datenhalter

Robert Koch-Institut (RKI)

Datenquelle

• Bundes-Gesundheitssurvey 1998

• Telefonischer Gesundheitssurvey (GSTTel03) 2002/2003

Periodizität

Mehrjährlich

Validität

Die Daten des Bundes-Gesundheitssurveys 1998 beruhen auf einer für Deutschland repräsentativen Wohnbevölkerungsstichprobe für die Altersgruppe 18 - 79 Jahre. Es wurden 7 124 Personen befragt und untersucht. Aufgrund von umfassenden Qualitätssicherungsmaßnahmen liegt eine gute Datenqualität vor. Zur Methodik siehe (1).

Die Daten des telefonischen Bundes-Gesundheitssurveys beruhen auf einer für Deutschland repräsentativen Stichprobe der volljährigen, deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten. Es wurden 8 318 Personen im Zeitraum September 2002 bis März 2003 befragt. Zur Methodik siehe (5).

Es handelt sich um selbst gemachte Angaben der befragten Personen, so dass trotz umfassender Qualitätssicherungsmaßnahmen zu hohe oder zu niedrige Werte angegeben werden können.

Kommentar

Das Merkmal soziale Schicht ist entsprechend der Empfehlung der DAE (Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie) aus den Merkmalen Einkommen, Bildung und beruflicher Position zusammengesetzt (1, 2). Der Indikator wird als Bundesindikatoren geführt.

Folgende Publikationen wurden für die Auswahl und Interpretation des Indikators zu Grunde gelegt:

(1) Das Gesundheitswesen 60 (1998) und Das Gesundheitswesen 61 (1999); jeweils Sonderheft 2 - Schwerpunktheft Bundes-Gesundheitssurvey.

(2) Ahrens, W., Bellach, B.M., Jöckel, K.H. (Hrsg.) (1998): Messung soziodemographischer Merkmale in der Epidemiologie. RKI Schriften (1).

(3) Mensink, G.B.M., Hermann-Kunz, E., Thamm, M. (1998): Der Ernährungssurvey 1997/98. Das Gesundheitswesen, Sonderheft 2, 60, S. 126-131.

(4) Statistisches Bundesamt (1998): Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Gesundheitsbericht für Deutschland. Wiesbaden.

(5) Martin Kohler, Angelika Rieck, Susan Borch, Thomas Ziese (2005): Erster telefonischer Gesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts - Methodische Beiträge, Berlin: Robert Koch-Institut.

Der Indikator zählt zur Gruppe der Gesundheitsdeterminanten.

Vergleichbarkeit

Keine Vergleichbarkeit mit Indikatoren der WHO oder der OECD. Der vergleichbare EU-Indikator erfasst die pPhysical activity. Im bisherigen GMK-Indikatorensatz gab es die fakultative Möglichkeit, die Bewegungsgewohnheiten der Bevölkerung zu erfassen.

Bei einem Vergleich mit dem BGS98 ist die veränderte Methodik (alt: persönliche, neu: telefonische Befragung) zu beachten.

Originalquellen

• Public Use File BGS98 des Robert Koch-Instituts.

• Public Use File GSTe103 des Robert Koch-Instituts.

• Informationssystem für die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (IS-GBE).

Dokumentationsstand

13.09.2002, RKI/lögd; Anpassung/Ergänzung 2010 - TLS