Thüringer Landesamt für Statistik
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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 06 Einrichtungen des Gesundheitswesens


 
Indikator (K)
06.012
 

Krankenhäuser in Thüringen (Jahr) nach Größenklassen (Bettenanzahl)

 

Definition

Im Indikator 6.12 wird die Krankenhausversorgung in einer Übersicht über Bettengrößenklassen, Bettenanzahl und Personalausstattung dargestellt.

Krankenhäuser sind Einrichtungen, die gemäß § 107 Abs. 1 Sozialgesetzbuch V. Buch (SGB V)

  1. der Krankenhausbehandlung oder Geburtshilfe dienen,
  2. fachlich-medizinisch unter ständiger ärztlicher Leitung stehen, über ausreichende, ihrem Versorgungsauftrag entsprechende diagnostische und therapeutische Möglichkeiten verfügen und nach wissenschaftlich anerkannten Methoden arbeiten,
  3. mit Hilfe von jederzeit verfügbarem ärztlichem, Pflege-, Funktions- und medizinisch-technischem Personal darauf eingerichtet sind, vorwiegend durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten der Patienten zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten, Krankheitsbeschwerden zu lindern oder Geburtshilfe zu leisten,
  4. und in denen

  5. die Patienten untergebracht und verpflegt werden können.

Als aufgestellte Betten im Krankenhaus gelten alle betriebsbereit aufgestellten Betten im Jahresdurchschnitt, unabhängig von der Förderung. Es werden nur Betten zur vollstationären Behandlung gezählt. Unberücksichtigt bleiben Betten zur teilstationären oder ambulanten Unterbringung von Patienten, Betten in Untersuchungs- und Funktionsräumen sowie Betten für gesunde Neugeborene.

Das Personal der Krankenhäuser umfasst ärztliches und nichtärztliches Personal und wird in Vollkräften im Jahresdurchschnitt ausgewiesen.

Vollkräfte heißt die Zahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten während des Berichtszeitraumes. Die Umrechnung bezieht sich auf Teilzeitbeschäftigte und auf Mitarbeiter, die nicht im gesamten Zeitraum tätig waren. Auch kurzfristig beschäftigte Aushilfskräfte sind in Vollkräfte umzurechnen. Die Gesamtzahl der Vollkräfte ergibt sich aus der Summe der umgerechneten Teilzeitkräfte, der umgerechneten kurzzeitig beschäftigten Arbeitnehmer und der Beschäftigten, die im gesamten Jahr bei voller tariflicher Arbeitszeit eingesetzt waren. Diese Umrechnung wird von den berichtspflichtigen Krankenhäusern vorgenommen.

Der Begriff Vollkräfte entspricht dem in der Gesundheitspersonalrechnung des Statistischen Bundesamtes verwendeten Begriff der Vollzeitäquivalente (vergl. Indikator 8.3).

Für das ärztliche Personal umfasst die Umrechnung das hauptamtliche ärztliche Personal (d.h. in der Einrichtung fest angestellte Ärzte wie Leitende Ärzte, Fachärzte und Ärzte ohne Gebietsbezeichnung, Assistenzärzte mit und ohne abgeschlossener Weiterbildung und von 1995 bis 30.9.2004 auch die Ärzte im Praktikum, soweit diese auf die Besetzung im ärztlichen Dienst angerechnet sind) ohne Zahnärzte. Ärzte im Praktikum gibt es seit dem 1.10.2004 nicht mehr. Sofern sie weiter im Krankenhaus angestellt bleiben, werden sie entsprechend ihrer Tätigkeit beim Personal zugeordnet. Die Vergleichbarkeit der Daten im Indikator ist somit gegeben.

Nichtärztliches Personal wird in seiner Zuordnung der einzelnen Berufsbezeichnungen zu den Funktionsbereichen weitgehend durch die Gliederung der Krankenhausbuchführungsverordnung (KHBV) definiert. Zum nichtärztlichen Personal zählen Angehörige des Pflegedienstes, des medizinisch-technischen Dienstes, des Funktionsdienstes, klinisches Hauspersonal, Personal des Wirtschafts- und Versorgungsdienstes, des Technischen Dienstes, des Verwaltungsdienstes, der Sonderdienste und sonstiges nichtärztliches Personal. Für die Ermittlung der Zahl der Vollkräfte beim nichtärztlichen Personal sind die Krankenpflegeschüler und Kinderkrankenpflegeschüler im Verhältnis 9,5:1 (bis 2004: 7:1) und die Schüler in der Krankenpflegehilfe im Verhältnis 6:1 zu berücksichtigen.

Zivildienstleistende werden als eine Vollkraft gerechnet.

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

Krankenhausstatistik, Teil I - Grunddaten

Periodizität

Jährlich, 31.12.

Validität

Kommen alle Einrichtungen ihrer Meldepflicht nach, kann von einer hohen Datenqualität für die Krankenhäuser des Geltungsbereiches der Krankenhausstatistik-Verordnung (d. h. mit Ausnahme der Krankenhäuser der Bundeswehr, Polizei und des Maßregelvollzugs) ausgegangen werden.

Im Freistaat Thüringen kommen alle Krankenhäuser ihrer Meldepflicht nach.

Kommentar

Die aufgestellten Betten und das Personal werden im Jahresdurchschnitt ermittelt und zum Stichtag 31.12. jeden Jahres ausgewiesen.

Der vorliegende Indikator ist ein Prozessindikator.

Aufgrund von Rundungsdifferenzen ist es möglich, dass zu anderen Veröffentlichungen geringfügige Abweichungen auftreten können.

Vergleichbarkeit

Es gibt keine WHO-, OECD- und EU-Indikatoren zu Größenklassen von Krankenhäusern.

Originalquellen

Publikationen der Länder zu den verwendeten Datenquellen, z. B. Statistische Jahrbücher, Statistische Berichte oder weitere Publikationen zur Krankenhausstatistik.

Dokumentationsstand

20.02.2003, SenGesSozV - Berlin/lögd; Anpassung/Ergänzung 2012 - TLS