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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 07 Inanspruchnahme von Leistungen der Gesundheitsversorgung


 
Indikator (K)
07.024
 

Struktur der abgerechneten zahnärztlichen Leistungsbereiche (ambulant) der Vertragszahnärzte in Thüringen (Jahr)

 

Definition

Versicherte haben Anspruch auf zahnärztliche Behandlung einschließlich der Versorgung mit Zahnersatz, wenn sie notwendig ist (§ 27 SGB V). Die zahnärztliche Behandlung umfasst die Tätigkeit des Zahnarztes, die zur Verhü-tung, Früherkennung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten nach den Regeln der zahnärztli-chen Kunst ausreichend und zweckmäßig ist (§ 28 SGB V). Die Zahnärzte und Krankenkassen wirken zur Sicher-stellung der vertragszahnärztlichen Versorgung der Versicherten zusammen (§ 72 I1 SGB V). Die Kassenzahnärzt-lichen Vereinigungen haben die vertragszahnärztliche Versorgung im Rahmen der gesetzlichen und vertraglichen Erfordernisse sicherzustellen (§ 75 SGB V).

Über Verträge zwischen den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) mit den Verbänden der Krankenkas-sen wird gewährleistet, dass die zahnärztlichen Leistungen angemessen vergütet werden. In Bundesmantelverträ-gen regeln die Vertragsparteien Struktur und Umfang der zahnärztlichen Versorgung (§ 87 SGB V).

Der Anspruch auf Zahnersatz und kieferorthopädischer Behandlung wird in den §§ 29, 30 SGB V geregelt. Bei Zahnersatz erstattet die Krankenkasse die Kosten anteilmäßig (§ 30). In Härtefällen übernimmt der Kostenträger den von den Versicherten zu tragenden Teil der abrechnungsfähigen Kosten bei der Versorgung mit Zahnersatz vollständig (§ 61) oder teilweise (§ 62).

Die Versicherten können unter den zur vertragszahnärztlichen Versorgung zugelassenen Zahnärzten frei wäh-len. Im Indikator werden die Leistungsbereiche konservierend-chirurgische Leistungen, kieferorthopädische Be-handlung, Zahnersatz, Parodontosebehandlung, kieferchirurgische Behandlung, sowie Leistungen der Individual-prophylaxe aufgeführt.

Kieferorthopädische Behandlung wird für medizinisch begründete Indikationsgruppen bei Vorliegen einer Kiefer- oder Zahnfehlstellung durchgeführt, die das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigt oder zu beeinträchtigen droht (§ 29 SGB V).

Zahnersatzleistungen setzen sich aus zahnärztlicher Behandlung und zahntechnischen Leistungen zusam-men (§ 30 SGB V).

Im Indikator sind die Behandlungsfälle pro Berichtsjahr ausgewiesen, die aus vier Quartalsangaben addiert werden. Die Kennziffer Fälle je 1000 Versicherte geht davon aus, dass jeder Versicherte pro Quartal bei Inanspruchnahme zahnärztlicher Behandlung als Fall registriert wird.

Datenhalter

Kassenzahnärztliche Vereinigung Thüringen

Datenquelle

KG 3-Statistik

Periodizität

Jährlich, 31.12.

Validität

Der Inhalte der Abrechnungs-/Leistungsfälle bildet die Basis für die Vergütung der Vertragszahnärzte. Somit kann von einer 100 %igen Erfassung ausgegangen werden. Die Daten werden pro Quartal zusammengestellt und ver-rechnet.

Kommentar

Im Indikator 7.23 werden nur die Abrechnungs-/Leistungsfälle der GKV-Versicherten abgebildet. Demzufolge feh-len Angaben privatversicherter Patienten. Bei dem Bezug auf je 1000 Versicherte ist zu berücksichtigen, für wel-che Krankenkassen die Daten auf Länderebene vorliegen.

Der Indikator ist ein Prozessindikator.

Vergleichbarkeit

Es gibt keine vergleichbaren Indikatoren im WHO- und OECD-Indikatorensatz. Der Indikator ist nicht identisch mit dem vorgesehenen EU-Indikator Out-patient contacts with dentists/total and per 100000 population. Mit dem bisherigen Indikator 7.13 nur sehr bedingt vergleichbar, da im neuen Indikator andere Behandlungsarten erfasst werden. Für die AOK, die Betriebs- und Innungskrankenkassen ist der Vergleich auf Länderebene gegeben.

Originalquellen

Publikationen der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen zur Frequenzstatistik der Vertragszahnärzte.

Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (Hrsg.): Die gesetzliche Krankenversicherung in der Bundesrepublik Deutschland. Statistischer und finanzieller Bericht (Daten der AOK, IKK und BKK).

Dokumentationsstand

19.12.2002, SM MV/MSGV SH/lögd