Thüringer Landesamt für Statistik
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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 07 Inanspruchnahme von Leistungen der Gesundheitsversorgung


 
Indikator (K)
07.026
 

Krankenhausfälle (ohne Stundenfälle) sowie Berechnungs- und Belegungstage in Thüringen (im Zeitvergleich)

 

Definition

Der Indikator gibt Auskunft über die Zahl der Behandlungsfälle und die Zahl der Berechnungs- und Belegungstage (bis zum Jahr 2001: Pflegetage) in allgemeinen und sonstigen Krankenhäusern.

Krankenhäuser sind Einrichtungen, die gemäß § 107 Abs. 1 Sozialgesetzbuch V. Buch (SGB V)

  1. der Krankenhausbehandlung oder Geburtshilfe dienen,
  2. fachlich-medizinisch unter ständiger ärztlicher Leitung stehen, über ausreichende, ihrem Versorgungsauftrag entsprechende diagnostische und therapeutische Möglichkeiten verfügen und nach wissenschaftlich anerkannten Methoden arbeiten,
  3. mit Hilfe von jederzeit verfügbarem ärztlichem, Pflege-, Funktions- und medizinisch-technischem Personal darauf eingerichtet sind, vorwiegend durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten der Patienten zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten, Krankheitsbeschwerden zu lindern oder Geburtshilfe zu leisten,
  4. und in denen
  5. die Patienten untergebracht und verpflegt werden können.

In Deutschland werden allgemeine und sonstige Krankenhäuser unterschieden. Allgemeine Krankenhäuser sind auf die stationäre Behandlung Akutkranker ausgerichtet, wobei die Betten nicht ausschließlich für psychiatrische, psychotherapeutische oder psychiatrische, psychotherapeutische und neurologische Patienten vorgehalten werden. Sonstige Krankenhäuser sind gekennzeichnet durch eine meist lange Verweildauer der Patienten und überörtliche Einzugsbereiche. Zu ihnen gehören Krankenhäuser mit ausschließlich psychiatrischen, psychotherapeutischen oder psychiatrischen, psychotherapeutischen und neurologischen Betten sowie reine Tages- oder Nachtkliniken, in denen ausschließlich teilstationäre Behandlungen durchgeführt werden und in denen Patienten nur eine begrenzte Zeit des Tages oder der Nacht untergebracht sind. Diese Abgrenzung der sonstigen Krankenhäuser gilt seit Einführung der Statistik mit Ausnahme der Jahre 2002 bis 2004. Die abweichende Definition für die Jahre 2002 bis 2004 bezog auch Krankenhäuser mit ausschließlich neurologischen Betten ein. Bis 2001 und seit 2005 führt nur die Kombination von psychiatrischen und neurologischen Betten zur Zählung bei den sonstigen Krankenhäusern. Die unterschiedliche Abgrenzung der allgemeinen und sonstigen Krankenhäuser in den verschiedenen Berichtsjahren muss bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden.

Unberücksichtigt bleiben Polizeikrankenhäuser sowie Krankenhäuser im Straf- oder Maßregelvollzug.

Die Angaben zu den Krankenhausfällen und zu den Pflegetagen erfolgen sowohl in absoluter Fallzahl als auch bezogen auf je 1000 Einwohner. Die Zahl der Berechnungs- und Belegungstage entspricht der Summe der an den einzelnen Tagen des Berichtsjahres um 24:00 Uhr vollstationär untergebrachten Patienten. Dabei werden Stundenfälle ab dem Berichtsjahr 2002 mit in die Statistik einbezogen. Als Stundenfälle werden stationär aufgenommene Patienten bezeichnet, die das Krankenhaus noch am Aufnahmetag wieder verlassen, verlegt werden oder versterben.

Die Krankenhausstatistik-Verordnung vom 10.4.1990 in Verbindung mit dem Krankenhausfinanzierungsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 10.4.1991 in den jeweils gültigen Fassungen bildet die Rechtsgrundlage für die Krankenhausstatistik.

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

• Krankenhausstatistik, Teil I - Grunddaten

• Fortschreibung des Bevölkerungsstandes

Periodizität

Jährlich

Validität

Bei der Krankenhausstatistik handelt es sich um eine Totalerhebung mit Auskunftspflicht. Diese Konstruktion und die von den Statistischen Landesämtern durchgeführten Eingangskontrollen führen zu einer hohen Vollzähligkeit und Vollständigkeit der Daten. Im Freistaat Thüringen kommen alle Krankenhäuser ihrer Meldepflicht nach.

Um Fehler in den gelieferten Daten der Krankenhäuser zu erkennen und zu eliminieren, nehmen die Statistischen Landesämter Plausibilitätsprüfungen vor. Systematische Fehler, die zu einer Verzerrung der Ergebnisse führen könnten, sind bei den Angaben zu Fallzahlen und Berechnungs- und Belegungstagen unwahrscheinlich.

Kommentar

Bei mehrfach im Jahr vollstationär behandelten Patienten wird für jeden Krankenhausaufenthalt jeweils ein vollständiger Datensatz erstellt. Die Zahl der Behandlungsfälle entspricht demnach nicht der Zahl der behandelten Personen. Ein Rückschluss von der Fallzahl auf die Morbidität in der Bevölkerung ist nicht zulässig. Die Angaben Krankenhausfälle je 1000 Einwohner, die aus der Krankenhausstatistik, Teil I - Grunddaten, berechnet werden, erlauben keine Aussagen über die Häufigkeit stationärer Behandlungen der Bevölkerung des eigenen Landes, denn die Angaben schließen alle stationär behandelten Patienten der Krankenhäuser des eigenen Landes ein, unabhängig vom Wohnort der Patienten. Der Anteil von Patienten, die außerhalb ihres eigenen Landes stationär behandelt werden, ist in den einzelnen Ländern unterschiedlich. Vergleiche der Krankenhausfälle je 1000 Einwohner zwischen verschiedenen Bundesländern sind daher von eingeschränkter Aussagefähigkeit.

Der Indikator zählt zu den Prozessindikatoren.

Aufgrund von Rundungsdifferenzen ist es möglich, dass zu anderen Veröffentlichungen geringfügige Abweichungen auftreten können.

Vergleichbarkeit

Mit dem WHO-Indikator 6010 002902 INPATIENT CARE ADMISSIONS TOTAL AND PER 1000 POPULATION vergleichbar.

Mit OECD-Indikatoren aus dem Kapitel In-patient utilisation vergleichbar. Mit den künftigen EU-Indikatoren zu Beddays per 100 000 population vergleichbar.

Mit dem bisherigen Indikator 7.15, in dem die Leistungen nach Hochschulkliniken und Plankrankenhäusern erfasst wurden, nur bedingt vergleichbar.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter, z. B. Statistische Jahrbücher, Statistische Berichte oder weitere Publikationen zur Krankenhausstatistik.

Dokumentationsstand

11.12.2002, MSGV SH/SM MV/lögd; Anpassung/Ergänzung 2010 - TLS