Thüringer Landesamt für Statistik
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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 07 Inanspruchnahme von Leistungen der Gesundheitsversorgung


 
Indikator (K)
07.027
 

Bettenauslastung und durchschnittliche Verweildauer in Krankenhäusern in Thüringen (im Zeitvergleich)

 

Definition

Der Indikator gibt Auskunft über die zeitliche Entwicklung der Bettenauslastung sowie die durchschnittliche Verweildauer in allgemeinen und in sonstigen Krankenhäusern. In Deutschland werden allgemeine und sonstige Krankenhäuser unterschieden. Allgemeine Krankenhäuser sind auf die stationäre Behandlung Akutkranker ausgerichtet, wobei die Betten nicht ausschließlich für psychiatrische, psychotherapeutische oder psychiatrische, psychotherapeutische und neurologische Patienten vorgehalten werden. Sonstige Krankenhäuser sind gekennzeichnet durch eine meist lange Verweildauer der Patienten und überörtliche Einzugsbereiche. Zu ihnen gehören Krankenhäuser mit ausschließlich psychiatrischen, psychotherapeutischen oder psychiatrischen, psychotherapeutischen und neurologischen Betten sowie reine Tages- oder Nachtkliniken, in denen ausschließlich teilstationäre Behandlungen durchgeführt werden und in denen Patienten nur eine begrenzte Zeit des Tages oder der Nacht untergebracht sind. Diese Abgrenzung der sonstigen Krankenhäuser gilt seit Einführung der Statistik mit Ausnahme der Jahre 2002 bis 2004. Die abweichende Definition für die Jahre 2002 bis 2004 bezog auch Krankenhäuser mit ausschließlich neurologischen Betten ein. Bis 2001 und seit 2005 führt nur die Kombination von psychiatrischen und neurologischen Betten zur Zählung bei den sonstigen Krankenhäusern. Die unterschiedliche Abgrenzung der allgemeinen und sonstigen Krankenhäuser in den verschiedenen Berichtsjahren muss bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden.

Unberücksichtigt bleiben Polizeikrankenhäuser sowie Krankenhäuser im Straf- oder Maßregelvollzug.

Die Bettenauslastung ist ein Maß für den Nutzungsgrad des stationären Versorgungsangebots. Sie ergibt sich aus der Division der Berechnungs- und Belegungstage (bis zum Jahr 2001: Pflegetage) durch das Produkt von aufgestellten Betten und Zahl der Tage im Jahr. Die Zahl der Berechnungs- und Belegungstage entspricht der Summe der an den einzelnen Tagen des Berichtsjahres um 24:00 Uhr vollstationär untergebrachten Patienten. Dabei werden Stundenfälle ab dem Berichtsjahr 2002 mit in die Statistik einbezogen. Als Stundenfälle werden stationär aufgenommene Patienten bezeichnet, die das Krankenhaus noch am Aufnahmetag wieder verlassen, verlegt werden oder versterben. Zu den aufgestellten Betten zählen alle Betten, die in den Krankenhäusern betriebsbereit aufgestellt sind. Dabei werden lediglich Betten zur vollstationären Behandlung gezählt, Betten zur teilstationären oder ambulanten Unterbringung bleiben unberücksichtigt. Nicht einbezogen sind Betten in Untersuchungs- und Funktionsräumen sowie mit Ausnahme des Jahres 2005 Betten für gesunde Neugeborene.

Die Verweildauer gibt die Zahl der Tage an, die ein Patient durchschnittlich in stationärer Behandlung verbringt. Im Gegensatz zur Krankenhausdiagnosestatistik wird die Verweildauer im Teil I (Grunddaten) nicht über das Zugangs- und Abgangsdatum berechnet, sondern als Quotient aus der Summe der Berechnungs- und Belegungstage und der so genannten Fallzahl. Dadurch kommt es zu leichten Differenzen in den Werten für die Verweildauer.

Die Krankenhausstatistik-Verordnung vom 10.4.1990 in Verbindung mit dem Krankenhausfinanzierungsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 10.4.1991 in den jeweils gültigen Fassungen bildet die Rechtsgrundlage für die Krankenhausstatistiken.

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

Krankenhausstatistik, Teil I - Grunddaten

Periodizität

Jährlich

Validität

Bei der Krankenhausstatistik handelt es sich um eine Totalerhebung mit Auskunftspflicht. Diese Konstruktion und die von den Statistischen Landesämtern durchgeführten Eingangskontrollen führen zu einer sehr hohen Vollzähligkeit und Vollständigkeit der Daten.

Um Fehler in den gelieferten Daten der Krankenhäuser zu erkennen und zu eliminieren, nehmen die Statistischen Landesämter Plausibilitätsprüfungen vor. Mit systematischen Fehlern, die zu einer Verzerrung der Ergebnisse führen könnten, ist bei der Bettenauslastung und der Verweildauer kaum zu rechnen.

Stichprobenzufallsfehler treten nicht auf, da die Krankenhausstatistik in den Bundesländern eine Totalerhebung ist und nicht auf einer Stichprobenziehung beruht.

Im Freistaat Thüringen kommen alle Krankenhäuser ihrer Meldepflicht nach.

Kommentar

Das Zugangsdatum kann in einem vorangegangenen Jahr liegen. Bei Entlassung des Patienten im Berichtsjahr wird die gesamte Verweildauer dem Berichtsjahr zugeordnet.

Der vorliegende Indikator ist ein Prozessindikator.

Aufgrund von Rundungsdifferenzen ist es möglich, dass zu anderen Veröffentlichungen geringfügige Abweichungen auftreten können.

Vergleichbarkeit

Mit dem bisherigen Indikator 7.17 nur bedingt vergleichbar, da im bisherigen Indikator die Kategorien Hochschulkliniken und Plankrankenhäuser enthalten waren.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter, z. B. Statistische Jahrbücher, Statistische Berichte oder weitere Publikationen zur Krankenhausstatistik.

Dokumentationsstand

11.12.2002, MSGV SH/SM MV/lögd; Anpassung/Ergänzung 2009 - TLS