Thüringer Landesamt für Statistik
ONLINE Gesundheitsportal
Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
ONLINE Gesundheitsportal
Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Themenfeld 07 Inanspruchnahme von Leistungen der Gesundheitsversorgung


 
Indikator (K)
07.029
 

Krankenhaushäufigkeit und durchschnittliche Verweildauer in Thüringen (im Zeitvergleich) nach Fachabteilungen

 

Definition

Der Indikator gibt Auskunft über die Zahl stationärer Behandlungsfälle und die durchschnittliche Verweildauer in einzelnen Fachabteilungen von Krankenhäusern.

Im vorliegenden Indikator sind alle Krankenhäuser ohne Trennung nach allgemeinen und sonstigen Krankenhäusern enthalten. Unberücksichtigt bleiben Polizeikrankenhäuser sowie Krankenhäuser im Straf- oder Maßregelvollzug.

Fachabteilungen sind abgegrenzte, von Ärzten mit Gebiets- oder Teilgebietsbezeichnung ständig verantwortlich geleitete Abteilungen mit besonderen Behandlungseinrichtungen. Gliederung der Fachabteilungen siehe Kommentar zu Indikator 6.13.

Für jeden Behandlungsfall ist jeweils die Fachabteilung bezeichnet, in welcher die Patientin/der Patient während des Krankenhausaufenthalts am längsten gelegen hat.

Die Angaben zur Zahl der Krankenhausfälle erfolgen bezogen auf je 1 000 der durchschnittlichen Bevölkerung. Bei dieser Berechnung werden jeweils die Bevölkerungsanteile berücksichtigt, die dem Alter der Patientinnen/der Patienten bestimmter Fachabteilungen entsprechen.

Die Verweildauer gibt die Zahl der Tage an, die eine Patientin/ein Patient durchschnittlich in stationärer Behandlung verbringt. Aufnahme- und Entlassungstag zählen als ein Tag Im Gegensatz zur Krankenhausdiagnosestatistik wird die Verweildauer im Teil I (Grunddaten) nicht über das Zugangs- und Abgangsdatum berechnet, sondern als Quotient aus der Summe der Berechnungs- und Belegungstage und der so genannten Fallzahl. Dadurch kommt es zu leichten Differenzen in den Werten für die Verweildauer. Darüber hinaus wird die Fallzahl unterschiedlich berechnet, je nachdem, ob es sich um eine einrichtungsbezogene Fallzahl oder um eine fachabteilungsbezogene Fallzahl handelt.

Die Krankenhausstatistik-Verordnung (KHStatV) vom 10.4.1990 in Verbindung mit dem Krankenhausfinanzierungsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 10.4.1991 in den jeweils gültigen Fassungen bildet die Rechtsgrundlage für die Krankenhausstatistik.

Datenhalter

Statistische Landesämter

Datenquelle

Krankenhausstatistik, Teil I - Grunddaten

Periodizität

Jährlich, 31.12.

Validität

Bei der Krankenhausstatistik handelt es sich um eine Totalerhebung mit Auskunftspflicht. Diese Konstruktion und die von den Statistischen Landesämtern durchgeführten Eingangskontrollen führen zu einer hohen Vollzähligkeit und Vollständigkeit der Daten.

Um Fehler in den gelieferten Daten der Krankenhäuser zu erkennen und zu eliminieren, nehmen die Statistischen Landesämter Plausibilitätsprüfungen vor.

Bei internen Verlegungen werden Patientinnen und Patienten sowohl in der abgebenden als auch in der aufnehmenden Fachabteilung erfasst. Durch einen unterschiedlichen Anteil an internen Verlegungen in den verschiedenen Fachabteilungen oder in verschiedenen Krankenhäusern könnte es zu Verzerrungen kommen.

Im Freistaat Thüringen kommen alle Krankenhäuser ihrer Meldepflicht nach.

Kommentar

Bei mehrfach im Jahr vollstationär behandelten Patienten wird für jeden Krankenhausaufenthalt jeweils ein vollständiger Datensatz erstellt. Die Zahl der Behandlungsfälle entspricht demnach nicht der Zahl der behandelten Personen.

Da in die Berechnung der fachabteilungsbezogenen Fallzahlen auch die internen Verlegungen in und aus den Fachabteilungen eingehen, ist die Summe der Fachabteilungsfälle größer als die Zahl der Krankenhausfälle, die einrichtungsbezogen ermittelt werden.

Die Angaben Krankenhausfälle je 1 000 Einwohner erlauben keine Aussagen über die Häufigkeit stationärer Behandlungen der Bevölkerung des eigenen Landes, denn die Angaben schließen alle stationär behandelten Patienten der Krankenhäuser des eigenen Landes ein, unabhängig von ihrem Wohnort.

Der Anteil von Patientinnen und Patienten, die außerhalb ihres eigenen Landes stationär behandelt werden, ist in den einzelnen Ländern unterschiedlich. Vergleiche der Krankenhausfälle je 1 000 Einwohner zwischen verschiedenen Bundesländern sind daher von eingeschränkter Aussagefähigkeit.

Die Änderung der Fallzählung ab 2002 hat Auswirkungen auf die durchschnittliche Verweildauer. Dadurch, dass Stundenfälle als ein Fall und mit einem Berechnungstag in die Berechnung der durchschnittlichen Verweildauer eingehen, fällt diese niedriger aus. Diese Veränderungen müssen bei Vorjahresvergleichen beachtet werden.

Der vorliegende Indikator ist ein Prozessindikator.

Vergleichbarkeit

Vergleichbar mit dem WHO-Indikator 6100 992901 Average length of stay, all hospitals. Vergleichbar mit dem OECD-Indikator Average lenth of stay by inpatient. Im OECD-Indikator sind keine Angaben zu Krankenhausfällen und zur Verweildauer nach Fachabteilungen enthalten. Im EU-Indikatorensatz sind Indikatoren zu Average lenth of stay - ALOS vorgesehen, die sich auf Diagnosegruppen beziehen.

Vergleichbar mit Angaben aus dem bisherigen Indikator 7.17.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter, z. B. Statistische Jahrbücher, Statistische Berichte oder weitere Publikationen über Krankenhäuser.

Dokumentationsstand

11.12.2002, MSGV SH/SM MV/lögd; Anpassung/Ergänzung 2010 - TLS