Thüringer Landesamt für Statistik
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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 07 Inanspruchnahme von Leistungen der Gesundheitsversorgung


 
Indikator (K)
07.033
 

Leistungsempfänger nach dem Pflegeversicherungsgesetz in Thüringen am 15.12. (Jahr) nach Geschlecht und Leistungsarten

 

Definition

Der Indikator gibt Auskunft über die Zahl der in ambulanten bzw. stationären Einrichtungen betreuten Pflegebedürftigen sowie die Zahl von Pflegegeldempfängern. Neben der absoluten Zahl der Pflegebedürftigen wird - getrennt nach Geschlecht - der prozentuale Anteil nach Art der Leistung ausgewiesen. Die Angaben erfolgen sowohl für alle Altersgruppen gemeinsam als auch gesondert für die Altersgruppe 80 Jahre und älter.

Als Pflegebedürftige werden alle Personen erfasst, die aufgrund der Entscheidung der Pflegekasse bzw. privater Versicherungsunternehmen eine Pflegestufe I - III (einschl. Härtefälle) haben. In stationären Pflegeheimen werden außerdem auch die Personen einbezogen, die direkt aus dem Krankenhaus in eine Pflegeeinrichtung aufgenommen werden und Leistungen nach SGB XI erhalten, für die jedoch noch keine Zuordnung zu einer bestimmten Pflegestufe vorliegt. Nicht erfasst werden Heimbewohner ohne Pflegestufe (Pflegestufe 0).

Ambulante Pflegeeinrichtungen (Pflegedienste) sind Einrichtungen, die unter ständiger Verantwortung einer ausgebildeten Pflegefachkraft Pflegebedürftige in ihrer Wohnung pflegen und hauswirtschaftlich versorgen.

Voll- und teilstationäre Pflegeeinrichtungen (Pflegeheime) sind Einrichtungen, in denen Pflegebedürftige unter ständiger Verantwortung einer ausgebildeten Pflegefachkraft gepflegt werden und ganztägig (vollstationär) und/oder nur tagsüber oder nur nachts (teilstationär) untergebracht und verpflegt werden können.

Rechtsgrundlage für die Pflegestatistik bildet die Verordnung zur Durchführung der Bundesstatistik über Pflegeeinrichtungen sowie über die häusliche Pflege (Pflegestatistik-Verordnung (PflegeStatV)) vom 29. November 1999 (BGBl. I S. 2282) nach § 109 Pflege-Versicherungsgesetz (PflegeVG) vom 26. Mai 1994 (BGBl. I S. 1014 - SGB XI) in Verbindung mit dem Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke (BStatG) vom 22. Januar 1987 (BGBl. I S. 565) in den jeweils gültigen Fassungen.

Auskunftspflichtig sind die Träger der ambulanten Pflegeeinrichtungen (Pflegedienste) bzw. der stationären Pflegeeinrichtungen (Pflegeheime), mit denen ein Versorgungsvertrag gemäß SGB XI § 72 besteht bzw. die gemäß § 73 Abs. 3 und 4 Bestandsschutz genießen und danach zugelassen sind. Die Zahl der Pflegegeldempfänger wird vom Statistischen Bundesamt bei den Spitzenverbänden der Pflegekassen zum 31.12. erhoben, die Ergebnisse werden den Ländern zur Verfügung gestellt.

Datenhalter

• Thüringer Landesamt für Statistik

• Statistisches Bundesamt

Datenquelle

Pflegestatistik

Periodizität

Zweijährlich, 15.12., erstmalig 1999

Validität

Bei der Pflegestatistik handelt es sich um eine Totalerhebung mit Auskunftspflicht. Während bei den ersten Pflegestatistiken aufgrund der Schwierigkeiten, die mit dem Aufbau einer neuen Statistik verbunden sind, noch nicht mit der bestmöglichen Validität zu rechnen ist, gelten die Daten heute als valide.

Kommentar

Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden Personen, die sowohl ambulant bzw. stationär betreut werden als auch Pflegegeld erhalten (sog. Kombinationsleistungen), bei der Zahl der Pflegegeldempfänger nicht erfasst. Sie sind grundsätzlich bei den Zahlen der durch ambulante bzw. stationäre/teilstationäre Pflegeeinrichtungen Betreuten enthalten.

Geänderte Ermittlung der Zahl der Pflegebedürftigen ab 15.12.2009

Bei der Ermittlung der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen werden ab der Erhebung zum 15.12.2009 die teilstationär Versorgten nicht mehr einbezogen. Diese erhalten in der Regel parallel auch Pflegegeld und/oder ambulante Sachleistungen und werden somit bereits dort als Leistungsempfänger gezählt. Um Mehrfachzählungen zu vermeiden werden deshalb die Empfänger von teilstationärer Pflege bei der Ermittlung der Pflegebedürftigen insgesamt nicht berücksichtigt, bei den Empfängern von stationärer Pflege sind sie aber enthalten. Eine Vergleichbarkeit der einzelnen Leistungsarten gegenüber den Vorjahren ist somit in vollem Umfang gegeben. Die zeitliche Vergleichbarkeit der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen ab 2009 mit den vorherigen Erhebungen ist durch die Veränderung etwas eingeschränkt. Der Dämpfungseffekt für die Veränderungsrate wird bundesweit auf einen Prozentpunkt geschätzt.

Grund für die geänderte Ermittlung der Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt ist die Reform der Pflegeversicherung im Sommer 2008. Danach stieg der höchstmögliche Gesamtanspruch aus der Kombination von Leistungen der Tages- und Nachtpflege mit ambulanten Sachleistungen oder dem Pflegegeld. Somit stieg der Anreiz diese Leistungen parallel in Anspruch zu nehmen.

Vergleichbarkeit

Es gibt keine vergleichbaren WHO-, OECD- und EU-Indikatoren. Im bisherigen Indikatorensatz sind die Indikatoren 7.22 Inanspruchnahme stationäre Altenhilfe und 7.23 Häusliche Pflege nicht vergleichbar, da sich seit der Einführung des Pflegeversicherungsgesetzes die gesetzlichen Grundlagen entscheidend verändert haben.

Originalquellen

Publikationen der Statistischen Landesämter im zweijährlichen Rhythmus, z. B. Statistische Jahrbücher, Statistische Berichte oder weitere Publikationen zur Pflegestatistik.

Dokumentationsstand

06.12.2002, MSGV SH/SM MV/lögd; Anpassung/Ergänzung 2011 - TLS