Thüringer Landesamt für Statistik
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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 07 Inanspruchnahme von Leistungen der Gesundheitsversorgung


 
Indikator (L)
07.034
 

Pflegegeldempfänger in Thüringen am 31.12. (Jahr) nach Pflegestufen, Geschlecht und Kreisen

 

Definition

Der Indikator gibt Auskunft über die absolute Anzahl von Pflegegeldempfängern und über die Verteilung auf die einzelnen Pflegestufen (ab Berichtsjahr 2017 Pflegegrade). Pflegegeldempfänger werden entweder nur von Angehörigen oder von anderen Personen oder zusätzlich von ambulanten Pflegeeinrichtungen in Form von Kombinationsleistungen versorgt. Dargestellt wird neben dem Landesergebnis auch die Häufigkeit von Pflegegeldempfängern in den einzelnen Regionen (Kreisen, kreisfreien Städten und Regierungsbezirken). Die Angaben erfolgen für Frauen und Männer getrennt.

Als pflegebedürftig werden alle Personen erfasst, die aufgrund der Entscheidung der Pflegekasse bzw. privater Versicherungsunternehmen eine Pflegestufe I - III (einschließlich Härtefälle) haben. Der Grad der Pflegebedürftigkeit wird unterschieden in:

  1. Pflegebedürftige der Pflegestufe I (erheblich Pflegebedürftige) sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.
  2. Pflegebedürftige der Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftige) sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.
  3. Pflegebedürftige der Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftige) sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen (SGB XI - Soziale Pflegeversicherung - § 15 Stufen der Pflegebedürftigkeit).

Ab dem Berichtsjahr 2017 werden die drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade ersetzt:

  1. Pflegebedürftige im Pflegegrad 1 haben geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten.
  2. Pflegebedürftige im Pflegegrad 2 haben erhebliche Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten.
  3. Pflegebedürftige im Pflegegrad 3 haben schwere Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten.
  4. Pflegebedürftige im Pflegegrad 4 haben schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten.
  5. Pflegebedürftige im Pflegegrad 5 haben schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

Die Durchführung der Pflegestatistik erfolgt auf der Grundlage der Verordnung zur Durchführung einer Bundesstatistik über Pflegeeinrichtungen sowie über die häusliche Pflege (PflegestatistikVerordnung-PflegeStatV) vom 24. November 1999 (BGBl. I S. 2282), die durch Artikel 15 des Gesetzes vom 23. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3191) geändert worden ist, in Verbindung mit § 109 Absastz 1 Sozialgesetzbuch (SGB) Elftes Buch (XI) - Soziale Pflegeversicherung - (Artikel 1 des Gesetzes vom 26. Mai 1994, BGBl. I S. 1014, 1015), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 17. Dezember 2018 (BGBl. I S. 2587), in Verbindung mit dem Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke (Bundesstatistikgesetz - BStatG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 20. Oktober 2016 (BGBl. I S. 2394), das zuletzt durch Artikel 10 Absatz 5 des Gesetzes vom 30. Oktober 2017 (BGBl. I S. 3618) geändert worden ist.

Die Zahl der Pflegegeldempfänger wird vom Statistischen Bundesamt bei den Spitzenverbänden der Pflegekassen erhoben, die Ergebnisse werden den Ländern zur Verfügung gestellt.

Datenhalter

• Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

Pflegestatistik

Periodizität

Zweijährlich, 31.12., erstmalig 1999

Validität

Bei der Pflegestatistik handelt es sich um eine Totalerhebung mit Auskunftspflicht. Damit sind die Voraussetzungen für eine gute Validität geschaffen worden.

Kommentar

Der vorliegende Indikator ist ein Prozessindikator.

Vergleichbarkeit

Es gibt keine vergleichbaren WHO-, OECD- und EU-Indikatoren. Es gibt keinen vergleichbaren Indikator im bisherigen Indikatorensatz.

Originalquellen

Publikationen der statistischen Landesämter und des Statistischen Bundesamtes im zweijährlichen Rhythmus, z. B. in Statistischen Jahrbüchern oder Statistische Berichte über die Pflegestatistik.

Dokumentationsstand

06.12.2002, MSGV SH/SM MV/lögd; aktualisiert am 07.11.2019, TLS