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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 08 Beschäftigte im Gesundheitswesen


 
Indikator (L)
08.001
 

Beschäftigte im Gesundheitswesen in Thüringen (im Zeitvergleich)

 

Definition

Das Gesundheitswesen ist einer der wichtigsten volkswirtschaftlichen Bereiche, der einem beachtlichen Teil der Erwerbstätigen in Deutschland einen Arbeitsplatz bietet. Die Betrachtung der Beschäftigten des Gesundheitswesens macht eine Abgrenzung des Gesundheitswesens von der Gesamtwirtschaft notwendig. Im Rahmen der Gesundheitspersonalrechnung erfolgt die Abgrenzung des Gesundheitswesens über die Gliederung der Einrichtungen. Es werden sieben Einrichtungen unterschieden: Gesundheitsschutz, ambulante Einrichtungen, stationäre und teilstationäre Einrichtungen, Rettungsdienste, Verwaltung, sonstige Einrichtungen und Vorleistungseinrichtungen.

Insgesamt bilden die ersten sechs Einrichtungen das Gesundheitswesen i.e.S., in dem Güter und Dienstleistungen für die Endnachfrage produziert werden. Die Vorleistungseinrichtungen des Gesundheitswesens als siebte Einrichtung - dazu zählen die pharmazeutische, medizintechnische und augenoptische Industrie, aber auch der medizinische Großhandel und die Handelsvermittlung sowie medizinische und zahnmedizinische Laboratorien - müssen getrennt von den anderen Einrichtungen betrachtet werden. Die Beschäftigten im Gesundheitswesen i.e.S. und in den Vorleistungseinrichtungen des Gesundheitswesens bilden das Gesundheitspersonal.

Tätigkeiten aus dem Gesundheits-, Sozial- und Umweltbereich fließen dann ein, wenn sie primär der Sicherung, der Vorbeugung oder der Wiederherstellung von Gesundheit dienen. Nicht berücksichtigt werden hingegen Beschäftigte, die die Gesundheit im weiteren Sinne fördern (z.B. Beschäftigte in Altenwohnheimen, die nicht mit der Bewältigung und Linderung von Gesundheitsproblemen betraut sind).

Die Beschäftigten im Gesundheitswesen umfassen alle im Gesundheitswesen tätigen Personen, unabhängig davon, welchen Beruf sie ausüben. Zu den Beschäftigten zählen dabei sämtliche Personen, die einer oder auch mehreren Tätigkeiten nachgehen, unabhängig von der Dauer der tatsächlich geleisteten oder vertragsmäßig zu leistenden wöchentlichen Arbeitszeit. Unter Beschäftigten werden Beschäftigungsverhältnisse verstanden, sodass Personen mit mehreren Arbeitsverhältnissen in verschiedenen Einrichtungen auch mehrfach gezählt werden.

Datenhalter

• Statistische Landesämter

• Statistisches Bundesamt

Datenquelle

Gesundheitspersonalrechnung der Länder

Gesundheitspersonalrechnung des Bundes

Periodizität

Jährlich

Validität

Die Gesundheitspersonalrechnung basiert zum größten Teil auf den Daten sehr valider Quellen. Die wichtigsten Datengrundlagen für die Gesundheitspersonalrechnung bilden die Krankenhausstatistik sowie die Pflegestatistik des Bundes und der Länder, die Ärztestatistik der Bundes- und Landes-(zahn-)ärztekammern, die Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) über die sozialversicherungspflichtig und ausschließlich bzw. im Nebenjob geringfügig entlohnten Beschäftigten, die Personalstandstatistik des öffentlichen Dienstes sowie die Mitgliederstatistik der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

Das methodische Vorgehen zur Ermittlung des Gesundheitspersonals nach Einrichtungsarten erfolgt in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Datenquellen. Sind länderspezifische Informationen vorhanden, werden diese direkt in die GPR der Länder übernommen. Sind dagegen nur länderspezifische Sekundärinformationen vorhanden, werden diese zur Ermittlung des Gesundheitspersonals in der gesuchten Einrichtungsart herangezogen. Für den Großteil der Einrichtungsarten sind konkrete länderspezifische Informationen sowie Sekundärinformationen vorhanden. Fehlen länderspezifische Primär- oder Sekundärinformationen gänzlich, wird das Gesundheitspersonal der Länder durch eine Disaggregation der Bundeswerte anhand des Anteils an der Gesamtbevölkerung ermittelt.

Durch die weitgehende Verwendung länderspezifischer Daten können länderspezifische Besonderheiten sehr gut abgebildet werden.

Kommentar

Die Gesundheitspersonalrechnung (GPR) ist neben der Gesundheitsausgabenrechnung (GAR) sowie dem Wertschöpfungsansatz zur Gesundheitswirtschaft ein Schwerpunkt der Arbeiten zu den Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen (GGR) auf Länderebene.

Die Methodik der GPR auf Länderebene lehnt sich dabei eng an die des Bundes (GPR-Deutschland) an und ist mit dem Statistischen Bundesamt (StBa) abgestimmt. Die GPR des StBa sowie die auf Länderebene sind Rechenwerke, in denen die im Bereich des Gesundheitswesens verfügbaren Datenquellen zusammengeführt werden. In der GPR der Länder wird für die verschiedenen Arten von Einrichtungen des Gesundheitswesens jeweils die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse insgesamt und nach Geschlecht ermittelt.

Seit 2010 wird im Rahmen der Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder (AG GGRdL) an der Etablierung eines länderübergreifenden Ansatzes gearbeitet. Im Statistischen Landesamt Sachsen wurde parallel zur Präzisierung der Methodik ein Rechenwerk erarbeitet, auf dessen Grundlage im Jahr 2013 erstmalig Berechnungen zur GPR auf Länderebene für die Jahre 2008 bis einschließlich 2011 für die Mitglieder der AG GGRdL erfolgten. Zum Berechnungsstand Februar 2014 erfolgte die Weiterentwicklung und Aktualisierung des Rechenwerkes unter Berücksichtigung der Revision der GPR des Bundes.

An der Verfeinerung der Methodik und an Verfahren zur Verbesserung der länderspezifischen Datengrundlage wird weiterhin gearbeitet.

Der vorliegende Indikator ist ein Prozessindikator.

Vergleichbarkeit

Inhaltlich orientiert sich die Gesundheitspersonalrechnung an dem von der OECD, der WHO und Eurostat vorgelegten „System of Health Accounts“. Es stellt zum einen für die nationalen Gesundheitsausgabenrechnungen einen einheitlichen Rahmen für Begriffsabgrenzungen, Gliederungsmerkmale und Zuordnungskriterien bereit und sichert damit zum anderen die internationale Vergleichbarkeit. Das „System of Health Accounts“ gibt zum anderen auch den Rahmen für die Gesundheitspersonalrechnungen, über welche die Gesundheitspersonalrechnung auf Bundesebene in ihren Berechnungs- und Darstellungsmöglichkeiten jedoch weit hinausgeht.

Originalquellen

• Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder (AG GGRdL): http://www.ggrdl.de. Länderergebnisse – Gesundheitspersonalrechnung.

• Informationssystem für die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (IS-GBE): http://www.gbe-bund.de.

• Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2013): Gesundheit: Personal. Fachserie 12. Reihe 7.3.1. Wiesbaden.

• Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2014): Gesundheit: Ausgaben. Fachserie 12. Reihe 7.1.1. Wiesbaden.

• OECD, Eurostat, WHO (2011), A System of Health Accounts, OECD Publishing. Doi: 10.1787/9789264116016-en

Dokumentationsstand

05.06.2003, lögd/StBA/BASYS; Aktualisierung Oktober 2014 – AG GGRdL