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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 08 Beschäftigte im Gesundheitswesen


 
Indikator (K)
08.022
 

Hebammen und Entbindungspfleger in freiberuflicher Tätigkeit und stationären Einrichtungen in Thüringen am 31.12. (im Zeitvergleich)

 

Definition

Der Indikator 8.22 ist ein Gradmesser der geburtshilflichen Versorgung im ambulanten und stationären Bereich.

Die Berufsbezeichnung Hebamme bzw. Entbindungspfleger darf nach dem Hebammengesetz nur führen, wer im Besitz einer Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung "Hebamme" oder "Entbindungspfleger" (künftig nur Hebamme genannt) ist. Hebammen können freiberuflich, im Belegsystem oder im Angestelltenverhältnis im Krankenhaus tätig sein.

Eine Beleghebamme ist eine selbstständig (freiberuflich) arbeitende Hebamme, die mit einem oder mehreren Krankenhaus / Krankenhäusern einen Belegvertrag abgeschlossen hat. Sie zählt nicht zum Personal des jeweiligen Krankenhauses.

Im Indikator 8.22 werden voll- und teilzeitbeschäftigte Personen ohne Umrechnung auf Vollkräfte gezählt. Die Zahl der freiberuflich tätigen Hebammen ist den Statistiken der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die der im Krankenhaus tätigen Hebammen sind der Krankenhausstatistik, Teil I - Grunddaten (Erklärungen s. Indikator 8.17) zu entnehmen.

Zur Gewährleistung einer Vergleichbarkeit werden die Absolutzahlen der freiberuflich tätigen Hebammen auf die weibliche Bevölkerung im durchschnittlichen Fertilitätsalter und die der im Krankenhaus angestellten Hebammen zusätzlich auf die Geborenen in Krankenhäusern bezogen.

Datenhalter

• Thüringer Landesamt für Statistik

• Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

Datenquelle

• Umlagedaten Hebammen/Entbindungshelfer

• Krankenhausstatistik, Teil I - Grunddaten

• Fortschreibung des Bevölkerungsstandes

Periodizität

Jährlich, 31.12.

Validität

Kommen alle Einrichtungen ihrer Meldepflicht nach, kann von einer hohen Datenqualität für die Krankenhäuser des Geltungsbereiches der Krankenhausstatistik-Verordnung (KHStatV) (d. h. mit Ausnahme der Krankenhäuser der Bundeswehr, Polizei und des Maßregelvollzugs) ausgegangen werden. Die Validität der Angaben über freiberuflich tätige Hebammen hängt von der Erfassungsqualität der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ab.

Im Freistaat kommen alle Krankenhäuser ihrer Meldepflicht nach.

Kommentar

Die verwendeten Zahlen sind Stichtagszahlen bezogen auf die weibliche Bevölkerung im durchschnittlichen Fertilitätsalter, auf die Lebendgeborenen bzw. auf die im Krankenhaus Geborenen zum 31.12. jeden Jahres. Die amtliche Statistik der Berufe des Gesundheitswesens des Statistischen Bundesamtes wurde ab 2001 ausgesetzt.

Im Zuge der ersten Novellierung der KHStatV, die am 1. Januar 2002 in Kraft getreten ist, werden nur noch fest angestellte Hebammen ausgewiesen. Neu hinzugekommen ist der nachrichtliche Ausweis von Beleghebammen.

Der vorliegende Indikator ist ein Prozessindikator.

Vergleichbarkeit

Der vorliegende Indikator ist mit dem WHO-Indikator 5351 275209 Number of midwives (physical persons) vergleichbar. Deutschland kann jedoch gegenwärtig nur die in Krankenhäusern tätigen Hebammen zahlenmäßig bereitstellen. Hebammen sind im OECD-Indikator Practising nurses enthalten. Für den EU-Indikatorensatz ist der Indikator Midwives employed per 100 000 population vorgesehen.

Der Indikator ist mit dem bisherigen Indikator 8.11 bedingt vergleichbar. Altersgruppenangaben für die freiberuflich tätigen Hebammen sind entfallen, die Versorgungsdichte wurde zusätzlich aufgenommen.

Originalquellen

Publikationen der Länder zu den verwendeten Datenquellen, z. B. Statistische Jahresberichte, Statistische Berichte oder weitere Publikationen zur Krankenhausstatistik.

Dokumentationsstand

05.06.2003, SenGesSozV - Berlin/lögd/StBA; Anpassung/Ergänzung 2014 - TLS, TMASGFF