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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 10 Ausgaben und Finanzierung


 
Indikator (L)
10.009
 

Gesundheitsausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung in Thüringen (Jahr) nach Leistungsarten

 

Definition

Der Indikator weist die Gesundheitsausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung nach Leistungsarten aus. Traditionell ist die gesetzliche Krankenversicherung der größte Ausgabenträger.

Die Gesundheitsausgabenrechnung (GAR) ermittelt den gesamten volkswirtschaftlichen Ressourcenverbrauch, der im Laufe eines Jahres für den Erhalt und die Wiederherstellung der Gesundheit aufgewendet wurde. Zu den Gesundheitsausgaben zählen alle Käufe von Waren und Dienstleistungen, die zum Zweck der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege getätigt werden sowie die Investitionen der Einrichtungen des Gesundheitswesens. .

Der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) - als ein Ausgabenträger der Gesundheitsausgabenrechnung - gehören die Allgemeinen Ortskrankenkassen, die Betriebskrankenkassen, die Innungskrankenkassen, die Landwirtschaftskrankenkasse, die Bundesknappschaft Bahn-See und die Ersatzkassen an. Nicht in diesen Träger einbezogen sind die privaten Krankenversicherungen. .

Ausgaben für Einkommensleistungen, Ausbildung, Forschung und den Ausgleich krankheitsbedingter Folgen werden nicht im Kernbereich der Gesundheitsausgabenrechnung (GAR) dargestellt. Sie werden lediglich nachrichtlich ausgewiesen.

Datenhalter

•  Statistische Landesämter.

•  Statistisches Bundesamt

Datenquelle

•  Gesundheitsausgabenrechnung der Länder.

•  Gesundheitsausgabenrechnung des Bundes

Periodizität

Jährlich

Validität

Bei der Ermittlung der Gesundheitsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen kommen zwei Verfahrensweisen zur Anwendung. .

Für Kassenarten, für die länderspezifische Informationen einzelner Krankenkassen vorliegen und aufgrund entsprechender Versichertenzahlen für das Bundesland repräsentativ sind, werden die statistischen Angaben zu Ausgaben, die für diese Kassen aus der KJ 1-Statistik zur Verfügung stehen, genutzt. Entsprechend kann man von einer sehr guten Qualität der Ergebnisse ausgehen. Länderspezifische Besonderheiten können für diese Kassenarten sehr gut abgebildet werden. .

Für Kassenarten, für die keine länderspezifischen Angaben zur Verfügung stehen, werden die Ausgaben auf Basis der vorhandenen Daten zu Versicherten der Kassenarten vom Bundeswert qualifiziert disaggregiert und über einen spezifischen Korrekturfaktor an das Ausgabenniveau der Kassenarten mit länderspezifischen Daten angepasst. Es werden somit auch für die qualifiziert disaggregierten Ausgaben einzelner Kassenarten länderspezifische Gegebenheiten berücksichtigt. .

Insgesamt kann eingeschätzt werden, dass die für die einzelnen Bundesländer ermittelten Ergebnisse zu den Gesundheitsausgaben der GKV die länderspezifischen Besonderheiten gut abbilden.

Kommentar

Als Grundlagen der Berechnung dienen die KM 6-Statistik und die KJ 1-Statistik des GKV-Spitzenverbandes. Die KM 6-Statistik liefert die Daten der Versicherten (bestehend aus Mitgliedern, mitversicherten Familienangehörigen und Rentnern) nach Status, Alter, Wohnort und Kassenart bzw. Krankenkasse. .

Die KJ 1-Statistik bildet die gesamten Einnahmen und Ausgaben der Kassenarten bzw. Krankenkassen nach Konten für ein Berichtsjahr ab. Da sich die GAR der Länder, analog zur GAR des Bundes, am Konzept der „System of Health Accounts“ ausrichtet, werden die Ausgaben aus der KJ 1-Statistik hinsichtlich ihrer Relevanz überprüft und um „nicht berücksichtigungsfähige“ Positionen für jede Kassenart und Krankenkasse auf Bundes- und Länderebene bereinigt. .

Nicht zu den primären Gesundheitsausgaben zählen u.a. Aufwendungen für Forschung und Ausbildung im Gesundheitswesen, Ausgaben für krankheitsbedingte Folgen und Einkommensleistungen. Die entsprechenden Konten der KJ 1-Statistik sind dem erweiterten Leistungsbereich zugeordnet und fließen nicht in die primären Gesundheitsausgaben mit ein. .

Der Indikator ist ein Prozessindikator.

Vergleichbarkeit

Die Gesundheitsausgabenrechnung der Länder orientiert sich im Wesentlichen an der Gesundheitsausgabenrechnung des Bundes und wurde von der AG GGRdL unter Federführung des Statistischen Landesamtes Sachsen in enger Abstimmung mit dem Statistischen Bundesamt entwickelt. Die Gesundheitsausgabenrechnung des Bundes und der Länder orientiert sich an dem „System of Health Accounts“, welches von der OECD, der WHO und Eurostat zum Zweck der internationalen Vergleichbarkeit empfohlen wird und einen einheitlichen Rahmen für die Begriffsabgrenzungen, Gliederungsmerkmale und Zuordnungskriterien in nationalen Gesundheitsausgabenrechnungen bereitstellt. Grundlage des „Systems of Health Accounts“ ist die Gliederung der Gesundheitsausgaben in einer dreidimensionalen Klassifikation nach Leistungsarten (functions), Einrichtungen (providers) und Ausgabenträgern (sources of funding). Im „System of Health Accounts“ ist die deutsche Klassifikation der Einrichtungen mit der Klassifikation ICHA-HP (Health Provider) kompatibel. Die gesetzliche Krankenversicherung ist der Klassifikation der Ausgabenträger „ICHA-HF (Health Financing)“ zugeordnet.

Originalquellen

•  Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder (AG GGRdL): http://www.ggrdl.de. Länderergebnisse – Gesundheitsausgabenrechnung.

•  Informationssystem für die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (IS-GBE): http://www.gbe-bund.de.

•  Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2014): Gesundheit: Ausgaben. Fachserie 12. Reihe 7.1.1. Wiesbaden. .

•  OECD, Eurostat, WHO (2011), A System of Health Accounts, OECD Publishing. Doi: 10.1787/9789264116016-en.

•  Bevölkerungsstatistik des Statistischen Bundesamtes. Bevölkerung im Jahresdurchschnitt. 2008 bis 2010 Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Volkszählung 1987 bzw. der Registerdaten vom 3. Oktober 1990, ab 2011 vorläufiges Fortschreibungsergebnis auf Basis der endgültigen Ergebnisse des Zensus 2011.

Dokumentationsstand

05.06.2003, lögd/StBA/BASYS; Aktualisierung Oktober 2014 – AG GGRdL