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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 10 Ausgaben und Finanzierung


 
Indikator (L)
10.015
 

Gesundheitsausgaben der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck in Thüringen (Jahr) nach Leistungsarten

 

Definition

Der Indikator weist die Gesundheitsausgaben der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck nach Leistungsarten aus.

Die Gesundheitsausgabenrechnung (GAR) ermittelt den gesamten volkswirtschaftlichen Ressourcenverbrauch, der im Laufe eines Jahres für den Erhalt und die Wiederherstellung der Gesundheit aufgewendet wurde. Zu den Gesundheitsausgaben zählen alle Käufe von Waren und Dienstleistungen, die zum Zweck der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege getätigt werden sowie die Investitionen der Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Dem Ausgabeträger private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck werden in der Gesundheitsausgabenrechnung der Länder sämtliche gesundheitsrelevanten Ausgaben zugerechnet, die diese selbst zu tragen haben. Hierzu gehören Zuzahlungen zu Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Zuzahlungen zu Leistungen der privaten Krankenversicherung (PKV), Zuzahlungen zu Leistungen von sonstigen Versicherungssystemen, Direktkäufe der privaten Haushalte und Ausgaben der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck.

Die größte Ausgabenposition des Ausgabenträgers stellen die Direktkäufe der privaten Haushalte dar. Hierbei handelt es sich um die von den Haushalten selbst veranlassten Käufe von Gütern und Dienstleistungen im Gesundheitswesen.

Eingeschlossen sind auch Eigenleistungen pflegebedürftiger Personen, welche die Leistungen der Pflegeversicherung überschreiten.

Zu den privaten Organisationen ohne Erwerbszweck zählen alle Organisationen, Verbände und Vereine, die ihre Leistungen unentgeltlich oder zu nicht kostendeckenden Preisen privaten Haushalten zur Verfügung stellen. In der Gesundheitsausgabenrechnung wird ein bestimmter Anteil des Eigenverbrauchs berücksichtigt, der in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) als Teil des privaten Konsums ausgewiesen wird.

Ausgaben für Einkommensleistungen, Ausbildung, Forschung und den Ausgleich krankheitsbedingter Folgen werden nicht im Kernbereich der Gesundheitsausgabenrechnung (GAR) dargestellt. Sie werden lediglich nachrichtlich ausgewiesen.

Datenhalter

• Statistische Landesämter

• Statistisches Bundesamt

Datenquelle

• Gesundheitsausgabenrechnung der Länder

• Gesundheitsausgabenrechnung des Bundes

Periodizität

Jährlich

Validität

Die Ergebnisse der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck werden getrennt ermittelt. Die Ermittlung der Gesundheitsausgaben je Bundesland für die privaten Haushalte erfolgt unter Nutzung statistischer Informationen aus der Einkommens- und Verbraucherstichprobe (EVS) zu den Ausgaben privater Haushalte in der Gesundheitspflege nach Bundesländern. Durch die Nutzung der relativen Abweichungen des Ausgabeverhaltens privater Haushalte in den einzelnen Bundesländern gegenüber dem Bundesdurchschnitt bei den Ausgaben für Gesundheitspflege werden länderspezifische Besonderheiten für diesen Ausgabenträger einbezogen.

Die Ausgaben der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck werden für die einzelnen Bundesländer ausgehend von den Bundesergebnissen anhand des Bevölkerungsanteils ermittelt. Die Berechnung dieser Unterposition des Ausgabenträgers beruht auf der Annahme, dass die Ausgaben der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck auf Länderebene dem Bundesdurchschnitt entsprechen.

Der Anteil der Ausgaben privater Haushalte an den Ausgaben des Ausgabenträgers insgesamt beträgt 97 Prozent. Dementsprechend beträgt der Anteil der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck nur 3 Prozent an den Gesamtausgaben des Ausgabenträgers. Aufgrund dessen ist der Einfluss der nicht länderspezifischen Berechnungsmethode der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck auf die Genauigkeit der Länderergebnisse sehr gering.

Insgesamt kann eingeschätzt werden, dass durch die Berechnungsmethode länderspezifische Besonderheiten für die einzelnen Bundesländer gut abgebildet werden.

Kommentar

Der Indikator ist ein Prozessindikator.

Vergleichbarkeit

Die Gesundheitsausgabenrechnung der Länder orientiert sich im Wesentlichen an der Gesundheitsausgabenrechnung des Bundes und wurde von der AG GGRdL unter Federführung des Statistischen Landesamtes Sachsen in enger Abstimmung mit dem Statistischen Bundesamt entwickelt. Die Gesundheitsausgabenrechnung des Bundes und der Länder orientiert sich an dem „System of Health Accounts“, welches von der OECD, der WHO und Eurostat zum Zweck der internationalen Vergleichbarkeit empfohlen wird und einen einheitlichen Rahmen für die Begriffsabgrenzungen, Gliederungsmerkmale und Zuordnungskriterien in nationalen Gesundheitsausgabenrechnungen bereitstellt. Grundlage des „Systems of Health Accounts“ ist die Gliederung der Gesundheitsausgaben in einer dreidimensionalen Klassifikation nach Leistungsarten (functions), Einrichtungen (providers) und Ausgabenträgern (sources of funding). Im „System of Health Accounts“ ist die deutsche Klassifikation der Einrichtungen mit der Klassifikation ICHA-HP (Health Provider) kompatibel. Die privaten Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck sind der Klassifikation der Ausgabenträger „ICHA-HF (Health Financing)“ zugeordnet.

Originalquellen

• Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder (AG GGRdL): http://www.ggrdl.de. Länderergebnisse – Gesundheitsausgabenrechnung

• Informationssystem für die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (IS-GBE): http://www.gbe-bund.de.

• Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2014): Gesundheit: Ausgaben. Fachserie 12. Reihe 7.1.1. Wiesbaden.

• OECD, Eurostat, WHO (2011), A System of Health Accounts, OECD Publishing. Doi: 10.1787/9789264116016-en

• Bevölkerungsstatistik des Statistischen Bundesamtes. Bevölkerung im Jahresdurchschnitt. 2008 bis 2010 Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Volkszählung 1987 bzw. der Registerdaten vom 3. Oktober 1990, ab 2011 vorläufiges Fortschreibungsergebnis auf Basis der endgültigen Ergebnisse des Zensus 2011.

Dokumentationsstand

05.06.2003, lögd/StBA/BASYS; Aktualisierung Oktober 2014 – AG GGRdL