Thüringer Landesamt für Statistik
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Daten zur Gesundheitsberichterstattung - Thüringen
Basisindikatorensatz für eine kommunale integrierte Gesundheitsberichtserstattung in Thüringen
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Themenfeld 11 Kosten


 
Indikator (K)
11.008
 

Durchschnittliche Vergütung für vollstationäre Dauer- und Kurzzeitpflege in Pflegeheimen
in Thüringen am 15.12. (Jahr) nach Art des Trägers und der Vergütung

 

Definition

Leistungen bei Pflegebedürftigkeit werden im Gesetz zur sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit (Elftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI)) geregelt.

Pflegebedürftigkeit ist nach drei Stufen gegliedert. Pflegestufe I beinhaltet erhebliche Pflegebedürftigkeit (Pflegeaufwand mindestens einmal täglich für wenigstens zwei Verrichtungen), Pflegestufe II: Schwerpflegebedürftigkeit (mindestens dreimal täglich ist Pflege erforderlich) und Pflegestufe III: Schwerstpflegebedürftigkeit (Pflege ist rund um die Uhr erforderlich).

Aufwendungen für stationäre und teilstationäre Pflege bestehen in Kosten für die Grundpflege, Behandlungs-pflege und soziale Betreuung. Kosten für Grund- und Behandlungspflege sind nach Pflegestufen gestaffelt. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung müssen die Versicherten selbst tragen.

Pflegesätze sind die Entgelte der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner oder ihrer Kostenträger für die voll- oder teilstationären Pflegeleistungen des Pflegeheimes sowie für medizinische Behandlungspflege und soziale Betreuung. Die Pflegesätze müssen leistungsgerecht sein. Sie sind nach dem Versorgungsaufwand, den die bzw. der Pflegebedürftige nach Art und Schwere ihrer/seiner Pflegebedürftigkeit benötigt, in drei Pflegeklassen einzu-teilen. Bei der Zuordnung der Pflegebedürftigen zu den Pflegeklassen sind die Pflegestufen gemäß § 15 SGB XI zugrunde zu legen, soweit nicht nach der gemeinsamen Beurteilung der Medizinischen Dienstes und der Pflege-leitung des Heimes die Zuordnung zu einer anderen Pflegeklasse notwendig oder ausreichend ist. Die Pflegesätze müssen einem Pflegeheim bei wirtschaftlicher Betriebsführung ermöglichen, seinen Versorgungsauftrag zu erfüllen. Eine Differenzierung der Pflegesätze in einem Pflegeheim nach Kostenträgern ist unzulässig.

Ab dem Berichtsjahr 2005 wird der durchschnittliche Pflegesatz aller Pflegeklassen nicht mehr berechnet.

Ab dem Berichtsjahr 2009 wird die Vergütung in vollen Cent erfasst und nicht mehr, wie in den früheren Berichtsjahren, in gerundeten Euro-Beträgen ausgewiesen.

Datenhalter

Thüringer Landesamt für Statistik

Datenquelle

Pflegestatistik

Periodizität

Zweijährlich, 15.12., erstmalig 1999

Validität

Das Pflegeversicherungsgesetz ist am 1.1.1995 in Kraft getreten.

Laut Pflegestatistik ist über die Kosten der Pflegeeinrichtungen nach Kostenarten sowie Erlöse nach Art, Höhe und Kostenträgern ein Nachweis zu führen, der für Pflegesatzverhandlungen bereitzustellen ist. Auf dieser Grundlage ist davon auszugehen, dass die Statistik vollständig und aussagefähig ist.

Kommentar

Daten liegen beim Datenhalter auch für die kommunale Ebene vor.

Es handelt sich um einen Prozessindikator.

Vergleichbarkeit

Es gibt keinen vergleichbaren WHO-Indikator zu Pflegekosten. Der Indikator ist mit dem OECD-Indikator EXPENDITURE ON LONG-TERM NURSING CARE vergleichbar. Im bisherigen Indikatorensatz gab es keinen vergleichbaren Indikator, da die Pflegeversicherung erst im Jahre 1995 in Kraft getreten ist. Die erste Vollerhebung zur Pflegestatistik inkl. der Kostenerhebung lag für das Jahr 1999 vor.

Originalquellen

Bibliographische Angaben der Länder zu den verwendeten Datenquellen, z. B. Statistische Jahrbücher, Statistische Berichte oder Publikationen zur Pflegestatistik.

Dokumentationsstand

22.08.2002, lögd/LDS NRW; Aktualisierung 2017 – TLS