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ZENSUS 2022

Fragen & Antworten
Wohnheime und Gemeinschaftsunterkünfte

Soweit personenbezogene Bezeichnungen im Maskulinum stehen, wird diese Form verallgemeinernd verwendet und bezieht sich auf alle Geschlechter.

I. Ziele

1. Warum wird zusätzlich zur Haushaltsstichprobe eine Vollerhebung an Anschriften mit Sonderbereichen durchgeführt?

  • Erfahrungen haben gezeigt, dass die Melderegister an Anschriften mit Sonderbereichen häufiger ungenau sind. So gibt es an Anschriften mit Studierendenwohnheimen eine hohe Fluktuation der Bewohner, welche eine hohe Karteileichen- und Fehlbestandsrate mit sich bringt.
  • Die Erhebung von persönlichen Merkmalen kann die Gefahr der sozialen Benachteiligung der Bewohner bergen, wie z. B. in Flüchtlingsunterkünften.
  • Auch kann eine persönliche Befragung aufgrund des Gesundheitszustands der Bewohner nicht oder nur schwer möglich sein, wie z. B. in Einrichtungen für ältere und/oder pflegebedürftige Menschen.

2. Warum müssen im Vorfeld der Erhebung an Anschriften mit Sonderbereichen alle Sonderanschriften bekannt sein?

  • Der aktuelle und möglichst vollständige Sonderanschriftenbestand bildet die Basis für die Durchführung der Erhebung an Anschriften mit Sonderbereichen
  • Bei der Erhebung an Sonderanschriften handelt es sich um eine Vollerhebung, daher müssen zum Stichtag am 15. Mai 2022 der Haupterhebung alle Anschriften mit Sonderbereichen bekannt und aktuell sein.
    • Im Gegensatz zur stichprobenartig durchgeführten Haushaltsbefragung werden in den Sonderbereichen folglich Daten sämtlicher dort lebender Personen erhoben.
    • Nötig wird dies, da die Melderegister für Personen, die in Sonderbereichen wohnen, eine hohe Zahl an Über- und Untererfassungen aufweisen. Darüber hinaus herrscht in der Regel in diesen Einrichtungen eine hohe Fluktuation.

3. Warum sind die genauen Anschriften so wichtig?

  • Der Zensus wird über die Anschriften gesteuert. Bei der Sonderbereichserhebung handelt es sich deshalb auch um eine anschriftengenaue Erhebung.
  • Wenn sich eine Einrichtung über mehrere Anschriften oder Hausnummern erstreckt, dann sind alle Einzelanschriften für die Erhebung relevant, wenn diese in dem jeweiligen den Hauptnutzungszweck darstellt. Einzelne Wohnungen sind nicht relevant.

4. Warum ist die Unterscheidung nach Bereichsarten so bedeutsam?

  • Die Erhebung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften verläuft unterschiedlich.
    • In Wohnheimen werden die Bewohner direkt durch den Erhebungsbeauftragten befragt.
    • In Gemeinschaftsunterkünften erteilt die Leitung der Einrichtung stellvertretend die Auskunft über die Bewohner.

5. Werden Personen an Sonderbereichen bei der Ermittlung der Einwohnerzahl berücksichtigt?

  • Personen werden dann mit Hauptwohnsitz am Ort des Sonderbereiches gezählt, wenn sie nach geltendem Recht dort gemeldet sein müssten.
  • Wenn Personen in Einrichtungen wohnen, für die eine reguläre Meldepflicht besteht (etwa Studierendenwohnheime), dann werden sie dort auch als Einwohner gezählt.
  • Bei Einrichtungen, für die eine Ausnahme von der Meldepflicht gilt (etwa Einrichtungen für ältere und/oder pflegebedürftige Menschen), ist es möglich, dass die Zählung nicht dort erfolgt.
    • Eine Person in einem Alten- und/oder Pflegeheim muss dort nicht gemeldet sein, sofern sie an einem anderen Ort in Deutschland mit Hauptwohnsitz gemeldet ist.

II. Rechtliches

1. Auf welcher Gesetzesgrundlage findet die Erhebung an Anschriften mit Sonderbereichen statt?

  • Den rechtlichen Rahmen bildet das Zensusgesetz 2022 (ZensG 2022) sowie das Thüringer Gesetz zur Ausführung des Zensusgesetzes 2022 (ThürAGZensG 2022), welches sich derzeit noch in der Gesetzgebung befindet.

III. Auskunftspflichtige

1. Bin ich zur Auskunft verpflichtet?

  • In der Haupterhebung besteht für alle Befragten eine Auskunftspflicht. In Wohnheimen zählen hierzu die Bewohner selbst, in Gemeinschaftsunterkünften die Einrichtungsleitungen, die stellvertretend für die Bewohner Auskunft geben.

2. Was sind Träger von Sonderbereichen?

  • Als Träger eines Sonderbereiches gelten jene Institutionen, welche sich als übergeordnete Rechtsform für die ihr zugeordneten Einrichtungen zuständig sehen.
  • Im Zuge der Vorbefragung bzw. der Aktualisierung dieser werden diese Träger angeschrieben, um Informationen über die ihnen zugeordneten Einrichtungen zu erhalten.
  • Ein Träger kann eine oder auch mehrere Einrichtungen verwalten.

3. Was ist ein Sonderbereich?

  • Wohnheime oder Gemeinschaftsunterkünfte werden im Rahmen der Erhebung an Anschriften mit Sonderbereichen als solche definiert.
  • Die Bewohner an Anschriften mit Sonderbereichen können oder dürfen nicht über das normale, registergestützte Zensusverfahren erhoben werden:
    • Die Erhebung von persönlichen Merkmalen der in einer Einrichtung lebenden Person kann etwa die Gefahr der sozialen Benachteiligung für die Bewohner bergen (Gemeinschaftsunterkünfte von Flüchtlingen).
    • Eine persönliche Befragung kann durch den Gesundheitszustand der Bewohner erschwert werden (Einrichtung für ältere und/oder pflegebedürftige Menschen, Hospiz).
    • Das Meldeverhalten der Bewohner ist nicht so gut wie nötig (Studierendenwohnheim).
    • Die Bewohnerstruktur der Einrichtungen kann von der Struktur der durchschnittlichen Wohnbevölkerung abweichen.
    • Weiterhin sind Bewohner bestimmter Einrichtungen von der regulären Meldepflicht ausgenommen, sofern sie für eine Wohnung im Inland gemeldet sind (§ 27 und § 32 Bundesmeldegesetz).

4. Was ist eine Sonderanschrift?

  • Es handelt sich um eine Sonderanschrift, wenn sich dort mindestens ein Sonderbereich befindet.
  • Die Anschrift ist die Einheit, über die alle Erhebungen des Zensus gesteuert werden.
  • Hier gibt es drei Konstellationen:
    • Eine Anschrift ist gleich eine Einrichtung.
    • Eine Einrichtung erstreckt sich über mehrere Anschriften (es handelt sich dann auch um mehrere Sonderbereiche, sofern kein zusammenhängendes Gebäude mit Hausnummernbereich vorliegt).
    • An einer Anschrift befinden sich mehrere Einrichtungen.
  • An einer Sonderanschrift etwa kann sich neben dem Sonderbereich auch ein Normalbereich befinden, z. B. im Falle einer Hausmeisterwohnung und/oder anderer Personalwohnung.

5. Was ist ein Wohnheim?

  • Die Bewohner führen einen eigenen Haushalt, d. h. sie wirtschaften selbstständig und sind grundsätzlich frei in ihrer Wahl der Unterkunft
  • Die Betreuung und/oder Versorgung durch den Betreiber tritt im Wohnheim verglichen mit einer Gemeinschaftsunterkunft in den Hintergrund.
  • Wohnheime verfügen in der Regel über gemeinsam zu nutzende Räume.
  • In Wohnheimen gilt die reguläre Meldepflicht gemäß § 17 Bundesmeldegesetz (BMG).
  • Beispiele für Wohnheime sind etwa Studierendenwohnheime oder Arbeiterwohnheime.
  • Bei der Haupterhebung zum Stichtag am 15. Mai 2022 werden alle Bewohner von Wohnheimen persönlich befragt.

6. Was ist eine Gemeinschaftsunterkunft?

  • Gemeinschaftsunterkünfte dienen in der Regel einer längerfristigen Unterbringung und Versorgung von Personen mit einem speziellen Unterbringungsbedarf.
  • Die Bewohner führen keinen eigenen Haushalt, d. h. sie sind wirtschaftlich nicht selbstständig und sind in manchen Fällen nicht frei in der Wahl ihrer Unterkunft.
  • Die Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften werden in der Unterkunft durch den Betreiber betreut und/oder versorgt.
  • Gemeinschaftsunterkünfte verfügen ebenfalls über gemeinsam zu nutzende Räume.
  • In einigen Gemeinschaftsunterkünften herrscht eine Ausnahme von der regulären Meldepflicht, d. h. Bewohner müssen sich nicht anmelden, sofern sie an einer anderen Adresse im Inland gemeldet sind:
    • Krankenhäuser
    • Einrichtung für ältere und/oder pflegebedürftige Menschen
    • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche
    • JVAs
    • Kasernen
  • Weiterhin gibt es Gemeinschaftsunterkünfte, in denen die reguläre Meldepflicht gilt:
    • Internate (ab 18 Jahren)
    • Wohnungslose, Klöster
    • Gemeinschaftsunterkünfte von Flüchtlingen
  • Ein Wohngebäude wird nicht als Gemeinschaftsunterkunft erfasst, wenn zwar einzelne Wohngruppen oder einzelne Wohngemeinschaften des betreuten Wohnens oder Außenwohngruppen aller Bereichsarten zu finden sind, der Hauptzweck des Gebäudes aber nicht die Nutzung als eine solche Einrichtung ist.
  • Bei der Haupterhebung zum Stichtag am 15. Mai 2022 werden die Einrichtungsleitungen die Bewohner der Einrichtungen benennen.

7. Welche Einrichtungen werden zu den Sonderbereichen gezählt? Schaubild zu Sonderbereichen© Statistische Ämter des Bundes und der Länder
8. Was sind Sonderfälle?

  • Sonderfälle sind Anschriften, die aus verschiedenen Gründen nicht im Rahmen der regulären Personenerhebungen (Haushaltsstichprobe und Sonderbereichserhebung) erfasst werden.
  • Für Anschriften mit Sonderfällen werden die Daten der Melderegister für die Ermittlung der Einwohnerzahlen verwendet.
    • Diese werden zur Qualitätssicherung vor Verwendung statistischen Prüfungen unterzogen.
    • Zu den Sonderfällen zählen Anschriften, an welchen Seeleute und Binnenschiffer zwar gemeldet, dort aber (zulässigerweise) nicht tatsächlich wohnhaft sind:
      • Sitz einer Reederei als Meldeanschrift von Seeleuten
      • Heimathafen eines Schiffes als Meldeanschrift von Binnenschiffern
    • Manche Einrichtungen wie Frauen- oder Männerhäuser sind aufgrund des besonderen Schutzbedarfes der Bewohner nicht Teil der zu erhebenden Anschriften.
      • Sie werden als Sonderfall eingestuft, um eine persönliche Befragung dort zu verhindern.
    • Weiterhin sind Einrichtungen von ausländischen Diplomaten und ausländischen Streitkräften Teil der Sonderfälle.

9. Was sind Normalbereiche und was ist ihre Unterscheidung zu Sonderbereichen?

  • Als Normalbereiche werden Wohneinheiten bezeichnet, die sich zwar an der Anschrift eines Sonderbereiches befinden, hinsichtlich des Wohnangebots aber nicht zu diesem gehören, z. B.:
    • Hausmeisterwohnungen
    • Personalwohnungen
    • Von der eigentlichen Einrichtung unabhängige Wohneinheiten
    • Eine Seniorenwohnanlage, in welcher die Bewohner den eigenen Haushalt selbstständig führen.
    • Betreutes Wohnen, sofern deren Bewohner ihren Haushalt eigenständig führen.
    • Vorübergehend genutzte Unterkünfte wie Baucontainer, Unterkünfte von Saisonarbeitern.

IV. Befragungsinhalte

1. Welche Daten werden erhoben?

  • Im Rahmen der Vorbefragung bzw. Aktualisierung dieser werden Informationen zum Charakter der Einrichtung sowie Besonderheiten der Gebäudelage erfragt.
    Hierzu zählen:
    • Name und Anschrift der Einrichtung
    • ggf. Trägername
    • Sonderbereichsart
    • Anzahl der Einrichtungsplätze
    • Gebäudeanzahl
    • ggf. weitere Wohnungen oder Einrichtungen
    • Meldeanschrift
    • Veränderungen bis zum Zensusstichtag und Kontaktpersonen
  • In der Haupterhebung sind Informationen zu den Bewohnern relevant.
    Hierzu zählen:
    • Nachname
    • Geburtsname
    • Vorname
    • Geschlecht
    • Geburtsdatum
    • Geburtsort
    • Geburtsstaat
    • Staatsangehörigkeit
    • Familienstand
    • Wohnstatus
    • Ein Teil der Bewohner von Wohnheimen wird zudem zu weiteren Angaben befragt, wie z. B. Bildungsniveau und Erwerbstätigkeit.

2. Ich habe bereits an einer Befragung teilgenommen, warum werde ich wieder befragt?

  • Zur Vorbereitung der Erhebung an Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften im Zensus 2022 haben wir bereits im Jahr 2019 eine Vorerhebung bei Trägern sowie im Jahr 2020 eine Vorbefragung bei Trägern und Einrichtungsleitungen durchgeführt. Durch die Zensusverschiebung erfolgt im Frühjahr 2021 eine Aktualisierungsabfrage, in der noch einmal nach Veränderungen bis zum Zensusstichtag erfragt werden.

3. Können Personen, die im Frauenhaus leben, in die Stichprobe gelangen?

  • Da Frauenhäuser einen besonders schützenswerten Bereich darstellen, sind sie grundsätzlich von einer Befragung durch Erhebungsbeauftragte ausgenommen. Allerdings werden die Anschriften der Frauenhäuser in der Regel geheim gehalten, d. h. dass eine Anschrift für Dritte nicht als Frauenhaus erkennbar ist. Dies gilt auch für die statistischen Ämter des Bundes und der Länder, die im Vorfeld der Zensuserhebungen die Anschriften für die Stichprobenbefragung festgelegt haben. Daher kann es vorkommen, dass vereinzelt Frauenhäuser in die Auswahl für die Befragung gelangen könnten.

4. Gibt es eine Größenordnung, ab wann eine Gemeinschaftsunterkunft als solche gilt? Werden dabei nur große Unterkünfte erhoben oder auch einzelne Wohnungen bzw. Einfamilienhäuser, in denen bestimmte Personenkreise untergebracht werden (z. B. Flüchtlinge)?

  • Nein, es gibt keine Mindestpersonenzahl, ab der eine Gemeinschaftsunterkunft als solche gilt.
  • Entscheidend für die Zuordnung von Einrichtungen in die Kategorie „Gemeinschaftsunterkünfte“ ist der Charakter der Einrichtung, sprich die Frage, ob eine eigene Haushaltsführung vorliegt.
    • In Wohnheimen liegt eine eigene Haushaltsführung vor.
    • In Gemeinschaftsunterkünften liegt keine eigene Haushaltsführung vor.
  • Einzeln angemietete Wohnungen in „normalen“ Gebäuden (etwa zur Unterbringung von Wohngruppen) gelten nicht als Sonderbereich. Dies gilt ebenso für die Unterbringung von einzelnen Kindern und Jugendlichen in „normalen“ Familien.

5. Sind Hotels und andere Beherbergungsstätten oder Monteurwohnungen für die Sonderbereiche relevant?

  • Sofern kein regulärer Hotelbetrieb mehr stattfindet, sondern das Gebäude ausschließlich der Unterbringung von Arbeitskräften dient, kann es sich ggf. um ein sogenanntes Arbeiterwohnheim handeln.
  • Ein Arbeiterwohnheim wird im Rahmen der Sonderbereichserhebung erfasst.
  • Unterkünfte mit normalem Beherbergungsbetrieb sind nicht relevant.

6. Zählen Unterkünfte von Saisonarbeitern zu den Sonderbereichen?

  • Die Unterkünfte von Saisonarbeitern sind dann relevant, wenn es sich gemäß Definition um Wohnheime handelt.
  • Dies ist meist der Fall, wenn die Einrichtung einen dauerhaften Charakter hat und eine langfristige Unterbringung stattfindet.
  • Unterkünfte mit normalem Beherbergungsbetrieb (Hotels etc.) sind nicht relevant.

7. Welche Einrichtungen werden als Internate gezählt?

  • Es handelt sich um ein Internat, wenn eine Vollverpflegung und -betreuung der untergebrachten Personen besteht.
  • Sofern die Bewohner lediglich das Wohnangebot nutzen und ansonsten frei über ihre Versorgung entscheiden können, sollte die Einrichtung als „Sonstiges Wohnheim“ eingestuft werden.
  • Weiterhin ist es besonders zu vermerken, wenn im Internat auch eine Unterbringung von Kindern und Jugendlichen nach §27 SGB VIII (Hilfen zur Erziehung) erfolgt.
  • Schulische Einrichtungen speziell für Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen werden im Zensus als „Einrichtung für Menschen mit Behinderung“ erfasst.

8. Welche Wohnformen werden zu Flüchtlingsunterkünften gezählt?

  • In der Flüchtlingsunterbringung sind besonders klassische Gemeinschaftsunterkünfte relevant. Weiterhin relevant sind ebenso für diesen Zweck genutzte Wohnhäuser, sofern die Unterbringung den Hauptnutzungszweck darstellt und es gemeinschaftlich genutzte Räume gibt.
  • Einzelwohnungen in normalen Wohngebäuden sind nicht relevant.

9. In manchen Flüchtlingsunterkünften bleiben die Asylsuchenden nach ihrer Anerkennung weiterhin freiwillig wohnen. Handelt es sich noch um eine Flüchtlingsunterkunft, wenn diese Personen die Mehrzahl der Bewohner in einer Unterkunft darstellen?

  • Solange der Charakter einer Gemeinschaftsunterkunft grundsätzlich erfüllt ist (Wohnraum für einen bestimmten Personenkreis, gemeinschaftlich zu nutzende Räume) und der Gebäudezweck weiterhin erfüllt ist, handelt es sich um eine Flüchtlingsunterkunft im Sinne des Zensus.

10. Wie wird mit Wohnungslosenunterkünften und Nichtsesshaften umgegangen?

  • Wohnungslose Personen, die nach Ordnungs- oder Sozialrecht in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind, werden bei der Sonderbereichserhebung erfasst.
  • Bei der Unterbringung von Wohnungslosen sind insbesondere klassische Gemeinschaftsunterkünfte relevant
  • Nicht relevant sind Einrichtungen, die ausschließlich Notschlafplätze oder Plätze für einen kurzfristigen Aufenthalt bieten.
  • Einzelwohnungen in normalen Wohngebäuden sind nicht relevant.
  • Wohnungslose Personen, die nicht an Wohnraum gemeldet sind, werden nicht erfasst, da es keine reinen Meldeanschriften für wohnungslose Personen (wie z. B. das Rathaus) mehr geben darf.

11. Welche Einrichtungen werden den „Sonstigen sozialtherapeutischen Einrichtungen“ zugeordnet?

  • Von besonderer Bedeutung sind hierbei Einrichtungen für Menschen mit Suchtproblemen und psychischen Beeinträchtigungen, wobei der Fokus auf der Wiedererlangung der Selbstständigkeit liegt.
  • Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung, die eine dauerhafte Wohnunterbringung benötigen, werden als „Einrichtung für Menschen mit Behinderung“ erfasst.
  • Bei einer Fachklinik (z. B. Suchtfachklinik, sozialpsychiatrische Klinik) wird die Einrichtung als „Krankenhaus“ erfasst.

12. Zählen Angebote wie Service-Wohnen oder Betreutes Wohnen zur Sonderbereichsart „Einrichtungen für ältere und/oder pflegebedürftige Menschen“?

  • Relevant sind hier Einrichtungen mit dauerhafter stationärer Pflege und/oder Betreuung meist rund um die Uhr.
  • Angebote wie Service-Wohnen usw. sind nicht relevant.
  • Ob es sich beim „Betreuten Wohnen“ um einen Sonderbereich handelt, hängt vom Grad und Umfang der Betreuung ab.
    • Wenn es sich bei der Betreuung um eine Wahlleistung handelt, ergibt sich daraus kein Sonderbereich; gleiches gilt für ambulante Pflegedienstleistungen.
    • Wenn die Betreuung aber obligatorisch ist, stationären Charakter hat, und die Zweckgebundenheit des Gebäudes gegeben ist, dann liegt ein Sonderbereich vor.
  • Seniorenwohngemeinschaften sind dann relevant, wenn eine stationäre Betreuung innerhalb der Wohngemeinschaft besteht und die allgemeinen Anforderungen bezüglich der Gebäudenutzung erfüllt sind.
    • Einzelne Wohnungen in normalen Wohngebäuden sind nicht relevant.

13. Welche Einrichtungen für Kinder- und Jugendhilfe sind relevant?

  • Hierzu zählen Einrichtungen, die der Unterbringung und Betreuung/Versorgung von Kindern und/oder Jugendlichen dienen. Im Gegensatz zu den Internaten liegt der Schwerpunkt von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche auf der erzieherischen bzw. sozialpädagogischen/therapeutischen Leistung und nicht auf der schulischen Ausbildung.
  • Nicht relevant sind Einrichtungen und Wohngruppen, in welchen die Kinder und Jugendlichen im privaten Lebensumfeld der Betreuenden wohnen (z. B. Erziehungsstellen, sozialpädagogische Lebensgemeinschaften).
  • Wohngruppen sind nur dann relevant, wenn die allgemeinen Anforderungen bezüglich der Gebäudenutzung erfüllt sind. Einzelne Wohnungen in normalen Wohngebäuden sind nicht relevant.

14. Werden Krankenhäuser wieder im Zensus 2022 im Rahmen der Sonderbereiche erfasst?

  • Krankenhäuser sollen nur dann als Sonderbereich erfasst werden, wenn die darin lebenden Personen dort wohnhaft gemeldet sind oder gemeldet sein sollten (z. B. Personalwohnungen).

15. Warum zählen Frauen-/Männerhäuser, Kinderschutzhäuser und Mädchenhäuser nicht zu den Sonderbereichen?

  • In diesen Einrichtungen findet zum Schutz der Bewohner keine Erfassung im Hinblick auf die Personenerhebungen statt.
  • Hier werden Daten der Melderegister zur Ermittlung der Einwohnerzahlen verwendet.
    • Diese Daten durchlaufen ebenfalls eine Qualitätssicherung.
  • Die entsprechenden Einrichtungen werden nicht aktiv vom Thüringer Landesamt für Statistik recherchiert.
  • Wird eine Einrichtung mit Anschrift bekannt, wird sie als Sonderfall erfasst (bei Sonderfällen findet keine persönliche Befragung statt).

16. Fallen Einrichtungen mit Plätzen in der Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen ebenso wie die Frauen- und Männerschutzhäuser unter die Sonderfallregelung?

  • Nein, bisher ist die Einstufung als Sonderfall nicht vorgesehen. Es wird davon ausgegangen, dass die Kinder und Jugendlichen einerseits in „normalen“ Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe untergebracht werden und damit im Rahmen der Erhebung an Gemeinschaftsunterkünften über die Einrichtungsleitung erfasst werden.
  • Alternativ können sie bei Familien an Normalanschriften untergebracht werden und würden dann nicht für die Sonderbereichserhebung relevant sein.

V. Meldeweg

Hinweis:
Aktuell befinden sich hier Fragestellungen mit Bezug zur Vorbefragung bzw. Aktualisierung dieser, die bei Einrichtungsträgern und Einrichtungsleitungen erfolgt. Die Meldewege der Haupterhebung befinden sich noch in der Konzeptionsphase. Sobald diese endgültig festgelegt sind, werden hier entsprechende Fragestellungen ergänzt.

1. Was bedeutet „IDEV“?

  • IDEV ist eine Abkürzung für „Internet-Datenerhebung im Verbund“. Es handelt sich dabei um ein Online-Formular zur gesicherten Datenübermittlung für statistische Erhebungen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

2. Wo finde ich Zugang zur Onlinemeldung, zum Online-Fragebogen?

3. Bis wann muss die Meldung erfolgen?

  • Den vorgesehenen Zeitraum für die Meldung finden Sie im Anschreiben, das Sie per Brief vom Thüringer Landesamt für Statistik erhalten haben.

4. Erhalte ich eine Sendungsbestätigung?

  • Ja, am Ende des Fragebogens, nachdem Sie auf „senden“ geklickt haben, erhalten Sie eine Bestätigung, dass Ihre Daten übermittelt worden sind.

5. Was kann ich tun, wenn meine Zugangsdaten nicht funktionieren? Ich habe mein Passwort vergessen bzw. meine Kennung verloren.



Weiterführende Informationen auf der Internetseite des ZENSUS 2022  .

© Thüringer Landesamt für Statistik, Europaplatz 3, 99091 Erfurt – Postfach 90 01 63, 99104 Erfurt