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ZENSUS 2022

Ziele & Aufgaben

Der Zensus in Thüringen

Der Zensus ist ein europäisches Großprojekt mit bundesweiter Bevölkerungs- sowie Gebäude- und Wohnungszählung durch die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Die eigentliche Durchführung des Zensus obliegt den Statistischen Landesämtern. Dabei bestehen in jedem Bundesland Besonderheiten für die Durchführung des Zensus. Welche dies für Thüringen sind, möchten wir hier darlegen.

Der kommende Zensus hat nicht mehr viel mit den Volkszählungen des letzten Jahrhunderts gemeinsam. Die Prozesse wurden so optimiert, dass sie belastungsärmer für die Auskunftspflichtigen und grundrechtschonend für die Bevölkerung sind. Dies wird hauptsächlich durch das registergestützte Verfahren gewährleistet. Basis aller Arbeiten sind also bestehende Register, allen voran die dezentral geführten Melderegister. Für die Ermittlung der amtlichen Einwohnerzahlen werden die Melderegister zusammengeführt und zunächst auf doppelte Eintragungen durchsucht (sog. „Mehrfachfallprüfung“). Zusätzlich werden durch eine Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis und eine Befragung an Anschriften mit Sonderbereichen die Eintragungen im Meldewesen geprüft. Dies ist notwendig, da es in den Melderegistern zu Über- und Untererfassungen von Personen kommen kann, die zur Ermittlung einer realitätsgerechten Einwohnerzahl statistisch korrigiert werden müssen. Wir sprechen dann von Karteileichen und Fehlbeständen. Zusätzlich werden durch die Haushaltebefragung weitere Informationen über die Bevölkerung u. a. zur Bildung und Erwerbstätigkeit gewonnen, die bislang nicht oder nicht in der notwendigen regionalen Tiefe in amtlichen Registern vorliegen.

Zensus 2022 - Onlinefragebogen mobil ausfüllen
© Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2020

Online-First-Strategie

Die Gebäude- und Wohnungszählung muss als Vollerhebung durchgeführt werden, d. h. es werden ausnahmslos alle Eigentümer oder Verwalter von Wohngebäuden befragt. Da es bis dato in Deutschland kein entsprechendes Register gibt, das die Wohnsituation umfassend abbildet, kann hier nicht auf eine Stichprobe zurückgegriffen werden. Für die Übermittlung der geforderten Auskünfte werden den Eigentümern zeitgemäße und komfortable Verfahren angeboten.

Hierzu trägt vor allem die Online-First-Strategie des Zensus 2022 bei. Allen Auskunftspflichtigen wird vorrangig die unkomplizierte Datenmeldung über elektronische Wege angeboten. Dieser Weg ist mit höchsten Standards geschützt und durch die intuitive Nutzerführung schnell und effizient. Da die Verarbeitung elektronischer Daten auch die Arbeit des Landesamtes erleichtert, gewinnen durch die Onlinemeldung alle Beteiligten! Weitergehende Informationen zum Zensus sind auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes (www.zensus2022.de) abrufbar.

Methodische Anpassungen am registergestützten Verfahren

Das Bundesverfassungsgericht hat im September 2018 (vgl. BVerfG, Urteil des Zweiten Senats vom 19. September 2018) den Zensus 2011 für verfassungskonform erklärt und damit auch das registergestützte Verfahren bestätigt. Zeitgleich wurde dem Gesetzgeber jedoch aufgetragen, zukünftig eine Gleichbehandlung von Gemeinden mit über und unter 10 000 Einwohnern hinsichtlich der Melderegisterkorrektur vorzunehmen und somit ein einheitliches methodisches Vorgehen zur Ermittlung der Einwohnerzahl zu gewährleisten. Konkret bedeutet dies, dass auch in kleinen Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern flächendeckend Haushaltebefragungen auf Stichprobenbasis durchgeführt werden müssen. Im Zensus 2011 wurden in diesen Gemeinden nur gezielt die Fälle kontaktiert, bei denen Abweichungen zwischen den Einträgen im Melderegister und den Angaben aus der Gebäude- und Wohnungszählung zu wohnhaften Personen an einer Anschrift vorlagen.

Nutzen und Notwendigkeit des Zensus

Die durch den kommenden Zensus ermittelte amtliche Einwohnerzahl bildet die neue Basis für die sog. Bevölkerungsfortschreibung, die mittels Berücksichtigung von Geburten und Sterbefällen kontinuierlich eine aktuelle Einwohnerzahl ausweist. Doch es wird nicht nur die amtliche Einwohnerzahl bestimmt. Die einzelnen Erhebungsteile des Zensus liefern wichtige Daten zur Demographie, Wohnsituation und Erwerbstätigkeit.

Bau eines WohngebäudesEssensraum in einer KindertagesstätteLuftaufnahme Wohngebiet

Damit lassen sich planerische Fragen beantworten: Brauchen wir mehr Kindergartenplätze? Ist es sinnvoll, ein neues Gewerbegebiet zu erschließen? Lohnt sich eine Ansiedlung? Werden aufgrund hoher Mieten mehr Sozialwohnungen benötigt? Ist es attraktiv, in Wohnraum zu investieren? Zur Beantwortung solcher Fragen bedarf es verlässlicher Zahlen, damit entsprechende Entscheidungen getroffen werden können.

Weiterführende Informationen auf der Internetseite des ZENSUS 2022  .

© Thüringer Landesamt für Statistik, Europaplatz 3, 99091 Erfurt – Postfach 90 01 63, 99104 Erfurt